Keksgeflüster

Processed with VSCO with f2 presetUnd? Und? Und? So sitzen die Mädels jetzt vielleicht vor ihrem Smartphone oder Laptop. Was hat sie wohl über unseren Urlaub geschrieben? Was könnte man darüber überhaupt schreiben? Ja. Wie zum Teufel soll man drei Wochen in 500 Worten zusammenfassen?

Und während ihr euch vielleicht genau das gerade fragt, habe ich eine ziemlich komplexe mathematische Aufgabe zu lösen, die mir Kopfschmerzen bereitet.

Wie teilt man sechs Kekse durch fünf Personen?

Ich fühle mich sofort in den Mathe-Unterricht in der Schule zurückversetzt. Sehe diesen Bruch vor mir. Sechs Fünftel. Da kannste nichts mehr wegkürzen. Keine Chance. Ja, das wird eine krümelige Angelegenheit. Schon damals haben wir unserem Mathelehrer immer wieder versichert, dass wir komische Brüche und Formeln niemals im Alltag brauchen werden. Niemals! Hätte ich damals ahnen können, dass ich irgendwann mal in einem kanadischen Supermarkt stehen würde und überlege Kekse zu kaufen, die man niemals gerecht teilen kann? Ich gebe die Rechnung also in den Taschenrechner ein. Nur, um alles erdenklich Mögliche versucht zu haben. 1,2. Ehrlich gesagt habe ich mit mehr Nachkommastellen gerechnet. Das wirkt ja jetzt schon fast so, als könne man einen Keks doch gerecht teilen.

Nun kommt es natürlich auf die Sorte Keks an. Cookies, Butterkekse, Schokokekse, mit Füllung oder ohne? Jeder Keks ist eben anders. Allen schmecken sollen sie. Also nichts exotisches. Und speziell in diesem Fall dürfen die Kekse nicht zu hart sein, sondern lieber ein bisschen squishy, sonst hat sich das mit dem Teilen eh gegessen. Man könnte jetzt natürlich sagen, dass ich doch eine Packung mit einer ungeraden Anzahl an Keksen kaufen könnte. Ha! Ihr Scherzkekse! Da kann ich nur lachen. Es scheint ein Tabuthema zu sein, aber ungerade Zahlen werden im Alltag ziemlich diskriminiert. Ja, liebe Mathelehrer! Damit solltet ihr euch mal beschäftigen! Auf so eine Situation habt ihr mich in der Schule nämlich nicht vorbereitet. Und in meinem Aus-Versehen-Semester Mathe übrigens auch nicht!

Was machen wir also mit dem sechsten Keks? Anstandskeks? Aber ich mag doch den Keks! Das wäre Verschwendung. Ihn wirklich durch fünf teilen? Das könnte nicht mal die, mit dem besten räumlichen Denkvermögen. Denn irgendeiner hätte dann nur ein paar Krümel. Immer einen in der Tasche haben, falls wir einen Bären treffen? Das Bärenspray haben wir schließlich im Hostel abgelehnt, da wir Angst hatten, uns selber mehr damit zu verletzen, als dass sich der Bär verkrümelt.

Muss denn eigentlich alles immer gerecht geteilt werden? Ist das vielleicht nur so ein Geschwisterding von mir? Aber irgendwie ist dieses Unfair-Gefühl doch in einem drin. Man will allen gerecht werden. Niemanden ausschließen. Niemanden vorziehen. Niemanden auf den Keks gehen. Gleichberechtigung im kleinsten Kosmos.

Es gibt da so einen ziemlich süßen Spruch: Glück ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.

Der Kompromiss ist also ganz leicht. Sechs Kekse kaufen. Fünf gemeinsam essen. Einen verschenken. Eine weitere Person glücklich machen. Alle insgesamt glücklicher machen.

Denn so zerbröselt der Keks nunmal. Ähm. Also eben nicht! Ihr wisst schon…

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