#21Tageungekocht – So waren 3 Wochen Rohkost

Tag 21

Oh. Mein. Gott. Ich habe es wirklich geschafft. Ich habe drei Wochen lang nur rohes Obst und Gemüse gegessen. Kein Fett. Nichts gekochtes. Wie ihr wisst, plane ich Challenges immer sehr spontan und so war es auch mit #21Tageungekocht. Welche Hürden es gab, was schwer war und wie es mir heute geht – das erfährst du jetzt in diesem Text.

Werden diese Kopfschmerzen jemals aufhören?

Das habe ich mich die ersten Tage wirklich gefragt. Mein Kopf hat gedröhnt – ich wollte Kaffee, Brot, Oatmeal – aber es gab nur Obst. Zum Glück war meine Euphorie anfangs so groß, sodass ich die Schmerzen und die Entgiftungserscheinungen einfach ausgehalten habe. Einen ganzen Text über die ersten Tage gibt es hier.

Als die Kopfschmerzen endlich weg waren, dachte ich, dass ich jetzt das Schlimmste überstanden hätte. So eine Entgiftung ist aber eben nicht nach drei Tagen überstanden – auch nicht nach drei Wochen. Ich habe fast 30 Jahre lang ziemlich ungesund gelebt, da kann ich nicht erwarten, dass mein Körper nach ein bisschen Rohkost alles wieder rückgängig macht. Dazu bräuchte es auf jeden Fall noch mehr Zeit. Ich habe zwischendurch immer mal wieder Kopfschmerzen – aber definitiv nicht mehr so schlimm wie am Anfang.

Außerdem war ich anfangs sehr sehr müde. Ich hatte das Gefühl, dass mein Körper die ganze Zeit damit beschäftigt ist, viel zu reparieren. Was sich gut angefühlt hat, aber eben auch kräftezehrend. Mein Kopf hingegen ist irgendwann ziemlich klar geworden. Ich konnte und kann mich sehr gut konzentrieren, was sich positiv auf meinen Job ausgewirkt hat.

Was hat sich während der #21Tageungekocht Challenge verändert?

Ich bin ziemlich ungeduldig. Ich will sofort krasse Ergebnisse. Du auch? Dann empfehle ich dir mal 3 Wochen Rohkost zu essen. Ja, ich hatte Kopfschmerzen. Und ja, ich hatte Gelüste auf Pizza, Pommes und Schokolade. Aber ich hatte keinen Heißhunger, wie ich ihn sonst kenne. Denn mein Blutzuckerspiegel war durch das viele Obst die ganze Zeit ziemlich konstant. Kein unruhiger Blutzuckerspiegel bedeutet auch kein Heißhunger. Meine Gelüste habe ich mit dem Obst auch in den Griff bekommen. Alles über die Heilwirkungen von Früchten findest du hier.

Vor der #21Tageungekocht Challenge habe ich durch das heiße Wetter sehr viel Wasser in meinem Körper eingelagert. Das angesammelte Wasser ist in der ersten Tagen der Challenge wieder verschwunden. Nach ein paar Tagen waren direkt 3 Kilo runter. Heute am Ende der Challenge sind es mindestens 6 Kilo – leider hat die Batterie meiner Waage nicht bis zum Ende der Challenge durchgehalten – vielleicht ja auch besser so.  Es fühlt sich auf jeden Fall sehr gut an, die überschüssigen Pfunde loszuwerden, obwohl ich den ganzen Tag esse.

Das, was mich aber am meisten freut ist mein Hautbild. Seit meiner Pubertät leide ich unter Pickeln und Hautunreinheiten. So gute Haut wie jetzt hatte ich seit Ewigkeiten nicht. In Mediale Medizin empfiehlt Anthony William für die Haut vor allem Melone (egal welche Sorte) und die habe ich jeden Tag genossen. Und Tag für Tag habe ich zugucken können, wie die Pickel verheilen, meine Haut rosiger wurde, die Augenringe und kleine Fältchen verschwinden und ich endlich den langersehnten Glow auf meiner Haut vorfand. Dieses Ergebnis macht mich unfassbar glücklich. Denn da ich mich seit 2 Jahren nicht mehr schminke, habe ich doch oft unter meiner schlechten Haut gelitten, die ich eben nicht mehr unter Make-up und Concealer verstecke. Generell ist meine Haut am ganzen Körper sehr weich und geschmeidig geworden.

Ein anderer Punkt, der mir ungefähr nach einer Woche aufgefallen ist, ist meine innere Ruhe. Normalerweise fahre ich echt schnell aus der Haut und lass mich von vielen Kleinigkeiten stressen. Ich weiß nicht wodurch sich das verbessert hat, aber es hat. Das soll nicht heißen, dass ich den ganzen Tag nur noch tiefenentspannt durch die Gegend laufe, aber definitiv entspannter als vorher.

Mein Geschmack hat sich massiv verändert. Ja wirklich. Ich genieße herbe Trauben, süße Aprikosen und saftige Wassermelone mittlerweile ganz anders. Ich bin ganz angetan von Obst und Gemüse aus dem Garten, weil diese nochmal einen intensiveren Geschmack haben. Und ich bin jetzt schon gespannt, ob auch gekochtes Essen mir nach diesen drei Wochen anders schmecken wird. 

Obstteller
Emotional Detox

Eine Sache, die ich vor der #21Tageungekocht Challenge unterschätzt habe, ist die seelische Entgiftung. In den letzten drei Wochen war mir oft nach Weinen zumute – anfangs habe ich das gekonnt unterdrückt. An einem Tag war es dann aber zu viel. Also habe ich es einfach angenommen und geweint. Geweint wie schon lange nicht mehr. Ich wusste ehrlich gesagt gar nicht, was mich so traurig gemacht hat, denn eigentlich war alles in bester Ordnung. Das, was da hochkam, waren lang unterdrückte Gefühle. Und da mein Körper so viele Gifte jetzt schon losgelassen hat, wollte er auch den emotionalen Ballast abwerfen. Mein ganzes Leben lang wehre ich mich schon gegen meine Sensibilität, anstatt sie einfach anzunehmen. Das macht es nicht gerade leichter. Gefühle einfach rauszulassen gilt in unserer Gesellschaft als ein Zeichen von Schwäche oder als Kontrollverlust.

Aber das Weinen war sehr befreiend. Es tat so unendlich gut. Ich habe mir vorgenommen, jetzt wieder mehr auf mein Inneres zu hören und nicht mehr so viele unverarbeitete Gefühle mit mir herumzuschleppen. 

Die Nachteile der #21Tageungekocht Challenge

Die ganzen Entgiftungserscheinungen mögen auf den ersten Blick heftig klingen und teilweise waren sie das auch, aber ich habe diesen Prozess in keiner Sekunde als Nachteil angesehen. Im Gegenteil – ich habe mich sogar darüber gefreut, weil ich gemerkt habe: Hier passiert was! 

Auch, dass ich immer Essen mit zur Arbeit mitnehmen musste hat mich nicht gestört, weil ich das ohnehin jeden Tag mache. Außerdem habe ich Zeit gespart, weil ich nichts kochen musste. 

Ich war ziemlich oft einkaufen, weil ich doch ziemlich viel Obst und Gemüse am Tag gegessen habe und weil ja immer alles frisch sein sollte. Da ich die meisten Lebensmittel im Biomarkt gekauft habe, ist das nach einer Zeit doch sehr ins Geld gegangen. Das hat mir noch einmal vor Augen geführt, in welcher absurden Welt wir leben. Da Fleisch in Deutschland subventioniert wird  – das heißt der Staat zahlt jährlich mehr als eine Milliarde Euro für die Massentierhaltung – wird es so billig verscherbelt. Mittlerweile wird in Deutschland sogar mehr Fleisch erzeugt, als verzehrt. Warum also nicht lieber in gesundes Obst und Gemüse investieren? Damit jeder sich Bio leisten kann und nicht die ganzen Pestizide und Herbizide zu sich nehmen muss, mit denen die konventionellen Lebensmittel gespritzt werden. Gesundheit darf meiner Meinung nach kein Privileg sein.

Die Challenge ist nicht gerade gesellig. Das muss ich zugeben. Für Picknicks geht es noch, da ich dann super mein eigenes Obst und Gemüse mitbringen konnte. Aber an einen Restaurantbesuch war nicht zu denken. Und für einen Tee oder ein Wasser ins Café zu gehen, habe ich mir auch gespart. Da ich aber ja wusste, dass dieser Zustand nur 3 Wochen dauert, war auch das für mich okay. Trotzdem freue ich mich schon bald wieder in meine Lieblingsrestaurants und Cafés zu gehen.

Picknick
Wie geht es jetzt weiter?

Wer mir schon länger folgt, der weiß, dass ich nach meinen Challenges bekanntlich nicht so weitermache wie vorher. Das war bei meiner #30Tageungeschminkt Challenge 2016 so – denn ungeschminkt bin ich immer noch. Und auch seit der #30TageohneZucker Challenge esse ich keinen Zucker mehr. Also jetzt für immer Rohkost? Jein. Ich habe in den letzten drei Wochen wirklich gemerkt, wie gut mir diese Auszeit von gekochtem Essen und Fett getan hat. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, dass Rohkost jeden Tag Teil meiner Ernährung sein soll. Aber nicht ausschließlich. Ich ernähre mich für mein Empfinden sowieso schon gesund. Größtenteils vegan und frisch gekocht. Die Rohkost soll das I-Tüpfelchen sein. Vielleicht lege ich zwischendurch mal einen Komplett-Rohkost-Tag ein oder vielleicht auch nochmal ein paar Tage mehr. Aber ich esse viel zu gerne gekochte Dinge und koche auch unfassbar gern, dass ich darauf nicht gänzlich verzichten möchte. 

Durch die Challenge habe ich gelernt, wie heilsam rohes Obst und Gemüse sein kann. Und diese Erkenntnis will ich nicht einfach wieder verwerfen. Ich möchte also noch bedachter mit meinen Lebensmitteln umgehen, aber meinen Backofen auch nicht vernachlässigen. Und apropos Backofen. Ich kann es gar nicht erwarten, den heute Abend wieder in Betrieb zu nehmen.

Ralph Waldo Emerson

Disclaimer: Ich bin keine Ärztin oder Therapeutin. Ich gebe weder Empfehlungen für die Durchführung von therapeutischen Maßnahmen, noch empfehle ich die Einnahme von Mitteln oder Substanzen .Ich verordne keine Behandlungen und gebe keine Heilversprechen oder Heilaussagen ab. Bei gesundheitlichen Beschwerden sollte stets ein Arzt aufgesucht werden. Vor der Einnahme von jeglichen Mitteln empfehle ich einen Arzt oder Apotheker zu konsultieren.

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