Permagold – Die Kunst der Nachhaltigkeit

Permagold Apfel

Quelle: https://perma.gold/
Fotograf: Thomas Schlorke

Ich bin ganz ehrlich. Als Kim von Permagold mich angeschrieben und gefragt hat, ob wir zusammenarbeiten wollen, hatte ich keine Ahnung, was Permakultur überhaupt ist. Vielleicht hatte ich es vorher schon mal gehört, aber zumindest habe ich es nicht bewusst wahrgenommen. Also hat Kim mir das ganze bei einem langen Telefonat erklärt. Danach war ich verwundert, ja fast schon schockiert, dass ich nichts über Permakultur wusste. Damit es euch anders geht als mir, möchte ich euch Permagold heute vorstellen. Aber fangen wir von vorne an.

Was ist denn Permakultur nun?

Permakultur bedeutet übersetzt dauerhafte Landwirtschaft. In erster Linie heißt das, dass der landwirtschaftliche Kreislauf wieder so naturnah wie möglich gestaltet wird. Ohne Pestizide oder künstlichen Dünger. Die industrielle Landwirtschaft setzt ausschließlich auf Monokultur, das heißt sie wollen den größtmöglichen Ertrag in kurzer Zeit erzielen. Wie? Egal! Es wird Chemie ohne Ende eingesetzt und nach kurzer Zeit sind die Böden unbrauchbar. Mit der Permakultur läuft das anders. Hier orientieren sich Landwirte näher an der Natur. Denn welches Ökosystem könnte besser funktionieren, als die Natur selbst? Permakultur ist daher nicht nur natürlich, sondern im ursprünglichen Sinne der einzig richtige Weg und damit nachhaltig.Permagold Zitat

Konkret bedeutet das, dass immer individuell geschaut wird, was für ein Stück Land überhaupt gegeben ist und was man darauf am besten anbauen kann. Die Pflanzen, die angebaut werden, unterstützen sich gegenseitig. Unkraut darf einfach wachsen, denn die Insekten, die Unkraut mögen, fressen wiederum die, die beispielsweise Obstbäume angreifen. Schatten wird für jene Pflanzen genutzt, die eben Schatten brauchen. Pflanzen mit großen Blättern können wiederum diesen Schatten spenden. Pflanzen, die besonders viel Sonne brauchen, werden da gepflanzt, wo den ganzen Tag die Sonne scheint. Das mag jetzt wild und durcheinander klingen, aber die Strukturen ergänzen sich perfekt und holen aus jeder Pflanze das größte Potential raus, auf ganz natürlichem Wege. Die Natur weiß sich eben selbst zu helfen. Das folgende Video (56 Sekunden) zeigt wie das zum Beispiel aussehen kann.

Was macht Permagold?

Die Menschen von Permagold haben es sich zur Aufgabe gemacht, Permakultur als Landwirtschaftssystem zu etablieren. Sie haben eine Genossenschaft gegründet, in der jeder Mitglied werden kann. Mit den Mitgliedsbeiträgen möchten sie Agrarflächen in ganz Europa kaufen, auf denen sie dann im Sinne der Permakultur Obst und Gemüse anbauen. Aber nicht sie selbst bauen da an, sondern die Projekte finden gemeinsam mit lokalen Landwirten statt, die von Permagold dabei unterstützt werden, ihre Böden nachhaltig zu bearbeiten, die Artenvielfalt  damit aufrechtzuerhalten und Mikroorganismen einen Lebensraum zu bieten. Und das heißt am Ende, nährstoffreiche Bio-Lebensmittel ohne Chemie, aus nicht zerstörten Böden. Gleichzeitig werden aber auch neue, faire Arbeitsplätze geschaffen Yay!

Permagold Blumenwiese

Quelle: https://perma.gold/
Fotograf: Thomas Schlorke

Wieso eine Genossenschaft?

Die Sache mit der Mitgliedschaft hat mich erstmal abgeschreckt. Welche Verpflichtungen habe ich da jetzt? Komme ich da jemals wieder raus? Die Idee hinter der Genossenschaft ist aber, dass eben nicht nur dem Vorstand und den Mitarbeitern Permagold etwas bringt, sondern, dass jedes Mitglied von den gesunden Lebensmitteln etwas hat. Im Gegensatz zum klassischen Crowdfunding haben Mitglieder einer Genossenschaft nämlich Mitspracherecht und können Entscheidungen mitbeeinflussen. Der Mindestbeitrag sind 50 Euro – einmalig! Dann hast du einen Anteil gekauft und es können 16 qm Land bepflanzt werden. Die Einlage wird mit 3 % jährlich aus Gewinnen verzinst. Wer mehr zahlen möchte – umso besser. Sobald der Anbau richtig angelaufen ist, bekommen Genossenschaftsmitglieder die Lebensmittel zum Vorzugspreis. Eine Kündigung ist 12 Monate zum Ende des Geschäftsjahres und frühestens nach 4 Jahren mit Anspruch auf Auseinandersetzungsguthaben möglich.

Was wird überhaupt angebaut?

Permagold ist gerade noch in der Anlaufphase. Das heißt, es bedarf noch einiges an Kapital, um richtig starten zu können. Der erste Meilenstein liegt bei 260.000 Euro. Wenn die Summe erreicht ist, dann geht es endlich los. Als erstes werden Shiitake-Pilze angepflanzt. Die wachsen super auf Eichenholzstämmen. Das zweite Ziel ist dann eine echte Permakultur-Plantage mit Obstbäumen, Beerensträuchern und Gemüsepflanzen. Entstehen wird sie in Meißen, Sachsen – heißt für mich: mal einen Kurztrip durch Deutschland machen und mir das ganze aus der Nähe angucken.

Ein Kritikpunkt meinerseits: man kann das Obst und Gemüse natürlich nur in der Region kaufen, was generell vernünftig ist. Aber so ist es doch eher eine Art Crowdfunding mit Vorzügen, wenn man nicht gerade in Sachsen wohnt. Wenn sich die Permakultur-Idee allerdings etabliert, dann könnte es irgendwann in ganz Deutschland wieder fruchtbare Böden geben, auf denen nachhaltig angebaut werden kann, so dass dann auch andere Bundesländer in den Genuss kommen Permagold-Produkte regional einzukaufen.

Hier geht’s zu Permagold 

Oscar Wilde

Dieser Beitrag ist in freundlicher Zusammenarbeit mit Permagold entstanden.

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1 Kommentare

  1. Ich bin auf Instagram ja auf das Wort hin sehr neugierig geworden. Jetzt bin ich wirklich um einiges schlauer. Früher erschien mir die Landwirtschaft meiner Großeltern genau nach dem Prinzip zu funktionieren. Meine Oma meinte immer Unkraut gibt es nicht. Alles macht einen Sinn. Ich hoffe das Prinzip breitet sich auch über Sachsen hinaus wieder aus
    Liebe Grüsse Ela

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