Zucker und seine Alternativen – Die bittere Wahrheit

nosugar week Tag 5 ZuckerSeit 5 Tagen läuft die #nosugarweek und es wird höchste Zeit, dass wir uns heute mal anschauen, was Zucker überhaupt genau ist. Denn eins steht fest: Zucker ist nicht gleich Zucker. Und Zucker einfach gegen ein anderes Süßungsmittel auszutauschen halte ich persönlich nicht für zielführend, wenn man vom weißen Gift loskommen möchte.

Was ist Zucker?

Wenn wir das Wort Zucker hören, dann denken wir in der Regel an Kristall- oder Haushaltszucker. Der wissenschaftliche Begriff dafür lautet Saccharose. Er gehört zu der Gruppe der Kohlenhydrate – auf 1g Zucker kommen 4kcal. Saccharose besteht zur 50% aus Glucose (Traubenzucker) und zu 50% aus Fructose (Fruchtzucker). Wie ich bereits an Tag 2 geschrieben habe, wird Saccharose vielen Lebensmitteln zugefügt, sei es für Konservierungszwecke oder als Geschmacksverstärker.

Ohne allzu wissenschaftlich zu werden, möchte ich darauf hinweisen, dass es unterschiedliche Längen von Zuckermolekülketten gibt. Deswegen unterscheidet man in der Chemie folgende Arten von Zucker: Monosaccharide – ein Einfachzucker, er besteht also aus einem Zuckermolekül, der isoliert so in der Natur nicht vorkommt, wie zum Beispiel Traubenzucker. Einfachzucker werden industriell auf sehr komplexe Weise hergestellt.

Auch Disaccharide, also Zweifachzucker, kommen isoliert nicht in der Natur vor. Disaccharide sind in herkömmlichem Haushaltszucker, Malzzucker oder Milchzucker (Laktose). Oligosaccharide sind jene Zucker, die aus mindestens drei und maximal zehn Zuckermolekülen bestehen. Wir finden sie in Hülsenfrüchten, wie Erbsen, Linsen oder Bohnen. Und schließlich gibt es die sogenannten Polysaccharide, auch komplexe Kohlenhydrate genannt. Sie weisen mindestens zehn Zuckermoleküle auf. Diese Mehrfachzucker sind beispielsweise in Brot, Nudeln oder Kartoffeln.

In der Natur sind Einfach- und Zweifachzucker immer an Ballaststoffe, Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und Enzyme gebunden. Im Umkehrschluss heißt das: Wenn wir isolierte Zucker ohne diese Nährstoffe konsumieren, müssen unserem Körper wichtige Nährstoffe entzogen werden, damit er mit dem isolierten Zucker überhaupt umgehen kann. Man könnte also sagen, dass unser Körper die Sprache der isolierten Zucker nicht spricht und sich immer einen Dolmetscher besorgen muss, um ihn zu verstehen. Auf Dauer ist diese Art von Kommunikation für unseren Körper extrem belastend.

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Wie die Industrie innerhalb von 12 Stunden die Zuckerrübe ins weiße Gift verwandelt, siehst du in diesem kurzen Video (4:58 Minuten). Ob man auf das Endprodukt wirklich stolz sein kann?

Ärgerlicherweise sieht es mit Weißmehl nicht besser aus. Auch hier wird das Produkt so lange bearbeitet, bis es mit dem ursprünglichen Weizen nichts mehr zu tun hat. Alle wertvollen Ballast- und Vitalstoffe werden bewusst entfernt. Übrig bleibt das isolierte Kohlenhydrat. Marion Selzer weist in ihrem Buch Raus aus der Zuckerfalle auf etwas sehr interessantes hin: Auf dem Weg in die Zuckerfreiheit spielt Weizen eine enorm wichtige Rolle. Der Blutzuckerspiegel steigt nämlich durch den Verzehr von Weizenprodukten massiv an. In diesem Zusammenhang verweist Marion auf die Psychotherapeutin und Bulemieexpertin Inke Jochims, die sagt: „Der Ausstieg aus der Zuckersucht beginnt mit dem Verzicht auf Weizen.“

Zucker kommt nicht gerade gut weg. Doch auch für dieses Problem hat sich die Industrie etwas pfiffiges einfallen lassen: Süßungsmittel und Zuckerersatzstoffe.

Alternativen zu Zucker und warum sie schädlich sind

Um die wichtigste Frage vorab zu klären: Gibt es ein gesundes Süßungsmittel als Zuckeralternative? Nein.

Für mich ist die einzig wahre Lösung, um vom Zucker loszukommen, seinen Körper wieder an die natürliche Süße zu gewöhnen. Da ich genau diesen Weg gegangen bin, benutze ich weder Agavendicksaft, noch Honig, Kokosblütenzucker, Stevia, Erythrit, Ahornsirup oder Xylit. Warum nicht? Weil jedes dieser Produkte in irgendeiner Form prozessiert ist – mal mehr, mal weniger.

Honig ist beispielsweise, wenn verantwortungsvoll hergestellt, ein tatsächliches Naturprodukt. Allerdings lässt Honig unseren Blutzuckerspiegel genauso Achterbahn fahren wie eben Haushaltszucker. Agavendicksaft ist geschmacklich betrachtet eine tolle Alternative zu Zucker, wenn er doch nur nicht bei regelmäßigem Verzehr zu Fettstoffwechselstörungen und Leberschäden führen würde, da er aus bis zu 90% aus reiner Fructose besteht. Eine vollkommen unnatürliche Konzentration für den menschlichen Körper. Ahornsirup steht dem übrigens in nichts nach.

Der zweifelhafte Star unter den Süßungsmitteln scheint Kokosblütenzucker zu sein. Auf 100g enthält er 86,9g Saccharose – also Einfachzucker. Folglich ist auch Kokosblütenzucker mit seinem hohen Fructoseanteil ein wahrer Leberkiller. Das einzig herausragende an Kokosblütenzucker scheint der Preis zu sein: Er ist 20 Mal teurer als Haushaltszucker.

Kommen wir zu Stevia. Nicht überall wo Stevia drauf steht, ist auch Stevia drin. In Europa darf aktuell in er Lebensmittelindustrie lediglich das isolierte Glykosidmolekül namens Steviosid E-960 verwendet werden. Während die Pflanze bis zu 30 Mal süßer ist als Haushaltszucker, ist Steviosid E-960 bis zu 300 Mal süßer. Es ist also erneut ein isoliertes Molekül, mit dem unser Körper schwer hadert. Bei Xylit und Erythrit handelt es sich um Zuckeralkohole – sie werden auch Zuckerausstauschstoffe genannt. Gegen sie ist erstmal nichts einzuwenden – beide lassen den Blutzuckerspiegel kaum bis gar nicht ansteigen und sind deutlich kalorienärmer, als Haushaltszucker. Aber auch hier gilt: Es handelt sich um eine isolierte Form von Süßstoff. Erythrit wird außerdem oft aus genmanipulierter Mais- und Weizenstärke gewonnen.

Vom Regen in die Traufe

In der Natur sind alle Lebensmittel aus unterschiedlichen Stoffen in einem perfekten Gleichgewicht zusammengesetzt, die sich alle gegenseitig bedingen. Zucker sowie auch seine Alternativen sind in der Regel isoliert und daher nicht nur unnatürlich, sondern für den Körper aus biochemischer Sicht ein riesengroßes Fragezeichen. Vor einigen Jahrzehnten ist der Mensch auf die absurde Idee gekommen Einzelbestandteile eines natürlichen Produktes zu extrahieren, um es erneut auf dem Lebensmittelmarkt zu bringen und Profit zu erzielen. Bis dato hatte unser Körper Millionen Jahre lang noch nie mit dieser isolierter Form zu tun. Selbstverständlich kann unser Körper bis zu einem bestimmten Punkt damit umgehen, aber die Frage ist zu welchem Preis?

Mittlerweile lassen sich die meisten Volkskrankheiten auf den exzessiven Konsum von industriell prozessierten Lebensmitteln zurückführen. In der Wissenschaft kristallisiert sich immer mehr heraus, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen Ernährung und Krankheit gibt. Heutzutage ist es wichtiger denn je, darauf zu achten, was wir unserem Körper zuführen, denn alles was wir konsumieren hat einen Einfluss auf unseren Stoffwechsel und gerade den müssen wir besser verstehen lernen. Wir können unsere Gesundheit durch unsere Ernährung steuern. Wer sein Wissen dahingehend vertiefen möchte, dem empfehle ich das Buch Dr. Jacobs Weg von Dr. med. Ludwig Manfred Jacob

Die drei Säulen der Veränderung

Erkenne.    Verstehe.    Verändere.

Erfreulicherweise erkennen immer mehr Menschen die Gefahr von Zucker, begeben sich aber leider oftmals sofort in die Phase der Veränderung und überspringen damit die mittlere Säule – den Verstehensprozess. Bevor wir etwas verändern, müssen wir erkennen, aber vor allem verstehen was überhaupt das Problem ist. Sonst befreien wir uns zwar aus der Zuckerfalle, merken aber nicht, dass wir schon mit einem Bein in der nächsten Falle stecken. Und die heißt: Zuckerersatzstoffe. Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er Zucker isst oder nicht, ob er Zucker substituiert oder nicht. Schließlich ist jeder seines eigenen Glückes Schmied. Ich erinnere mich da an den griechischen Arzt Hippokrates, der sagte, dass die beste Möglichkeit (wieder) gesund zu werden, eine richtige Diät sei. Und Diät kommt aus dem altgriechischen und heißt ursprünglich: Lebensweise und eben nicht ein 4-Wochen-Verzicht-Programm.

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