Zuckersüße Freiheit in 5 Schritten

nosugar week Tag 2 zuckersüßeDer erste Tag der #nosugarweek war ein voller Erfolg. Ich habe sehr motivierende und liebe Nachrichten von euch bekommen – das hat mich echt gepusht. Gestern habe ich euch verraten, was Zucker überhaupt mit uns macht. Jetzt wird es aber Zeit, dass du dir die zuckersüße Macht zurückholst. Deshalb verrate ich dir heute, in welcher Richtung der zuckerfreie Weg liegt.

1.Erkenne deine Sucht

Das klingt vielleicht banal, aber wer sich seiner Sucht nicht bewusst ist, der wird vergeblich versuchen den Zucker aus seinem Leben zu verbannen. Aber wie erkennt man seine zuckersüße Sucht überhaupt? Dazu gibt es klassische Anzeichen.

Süchtige haben ein Verlangen, sie haben Gelüste. Wird dieses Verlangen gestillt, empfinden sie Wohlbefinden. Und dann will der Körper immer mehr, mehr, mehr – und zwar so oft wie möglich. Eine Sucht geht einher mit Kontrollverlust. Eigentlich will ich nur ein Stückchen Schokolade und esse am Ende die ganze Tafel  – ich hab mich nicht im Griff. Bewusst auf Zucker zu verzichten scheint unmöglich. Das stelle ich vor allem fest, wenn ich Menschen von meinem zuckerfreien Leben erzähle. Die erste Reaktion ist dann meistens: Das könnte ich nicht! Da Zucker nicht offiziell als Droge eingestuft wird, ist die Toleranzgrenze ziemlich hoch. Würde sich jemand im Büro eine Line ziehen, wäre die Empörung wohl weitaus größer, als wenn einer 10 Cupcakes isst. Überhaupt scheinen Süßigkeiten in jeder Lebenslage einfach akzeptiert zu werden. Sei es für Kinder, auf Feiern, vorm Fernseher, auf der Arbeit, in der Schule oder im Krankenhaus – Süßes ist immer okay.

Dass es eine wirkliche Zuckersucht gibt, habe ich spätestens gemerkt, als ich ihn nicht mehr gegessen habe. Denn jeder Sucht folgen Entzugserscheinungen. Die können beim Zuckerentzug in Form von Übelkeit, Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme, Zittern, Gereiztheit Ohrensausen und Zuckergier auftreten. Seine Zuckersucht zu erkennen ist in meinen Augen der wichtigste Schritt, um in ein zuckerfreies Leben zu starten.

zukersüße Wahrheit

2. Iss bewusst

Hier ein Bonbon naschen, da ein Stückchen Schokolade verputzen. Ich habe täglich sehr oft sehr unbewusst gegessen und mich am nächsten Tag immer gewundert, dass es auf der Waage stetig nach oben geht. Unbewusstes Essen ist meiner Meinung nach eins der größten Problem in unserer Ernährung. Das zuckersüße Angebot ist groß. Überall steht etwas zu naschen, sei es auf der Arbeit, bei den Eltern oder auf dem Wohnzimmertisch. In meinen eigenen vier Wänden kann ich das beeinflussen. Tricky wird es im öffentlichen Raum. Gerade in den Anfängen hat es mir geholfen mein ganzes Umfeld in meine Ernährungsumstellung einzuweihen. Ich bekomme zwar immer noch mitleidige Blicke, wenn alle auf der Arbeit Kuchen essen und ich meine Möhrchen knabber, aber ich fühl mich dabei mittlerweile doppelt gut. Weil ich es schaffe zu widerstehen und weil ich jetzt von außen beobachten kann, was für ein Zuckerzombie ich früher ganz offensichtlich war.

Seitdem ich keinen Zucker mehr esse, wird Mealprep bei mir ganz großgeschrieben. Sei es das Oatmeal fürs Frühstück oder die Gemüsepfanne in meinem Weckglas. Ich nehme alles, was ich essen will mit zur Arbeit und treffe schon am Morgen die Entscheidung für den ganzen Tag. So, dass ich gar nicht erst in Versuchung komme.

Hier findest du alles zum Mealprep
3. Zelebriere deine Mahlzeiten

Achtung, hier kommt ein ausgelutschter Spruch: Das Auge isst mit. So blöd das klingt, es stimmt! Aus diesem Grund richte ich meine Mahlzeiten nicht nur schön an, wenn ich etwas für Instagram fotografieren will, sondern bei mir muss das Essen immer schön und appetitlich aussehen. So schmeckt mir jeder Bissen einfach viel besser. Dazu gehört für mich aber auch Frische. Ich esse so wenig verarbeitete Lebensmittel wie möglich. Erst gestern habe ich ein passendes Zitat dazu gelesen: Wie soll man sich lebendig fühlen, wenn man etwas totes isst?

Industrieller Zucker ist nichts anderes als leere Kalorien. Zucker ist tot. Er enthält keine Mineralien, Vitamine oder sonstige Nährstoffe. Dass er fast durchsichtig ist hat einen guten Grund. Er beinhaltet einfach nichts Wertvolles. Genau wie ein unbeschriebenes Blatt Papier weiß ist, weil es inhaltsleer ist. Und wenn du einmal eine zeitlang keinen Zucker gegessen hast und dann wieder etwas Zuckerhaltiges probierst, wirst du merken wie künstlich das eigentlich schmeckt. Mein Essen zu zelebrieren bedeutet für mich auch, dass es mal Kuchen oder eine andere Süßspeise gibt. Die sind allerdings mit natürlichen Lebensmitteln gesüßt.

Warum ich keine Süßungsmittel benutze, werde ich dir in der #nosugarweek noch verraten.

4. Wähle die richtigen Lebensmittel

In den ersten 30 Tagen meiner Zuckerfreiheit habe ich bewusst keine süßen Dinge gegessen. Weder Bananen, noch Trauben oder andere sehr süßen Obstsorten. Mir war es wichtig, dass meine Zunge sich wieder an eine natürliche Süße gewöhnt – und das funktioniert einfach am besten, indem man sie erstmal entwöhnt.

Unsere Geschmacksknospen kennen ja aber nicht nur süß. Eine Geschmacksrichtung die von der Lebensmittelindustrie gekonnt in den Hintergrund gedrängt wird, ist bitter. Durch künstliche Aromen, Geschmacksverstärker, Farbstoffe und eben Zucker sind wir den bitteren Geschmack kaum noch gewöhnt. Dabei sind Bitterstoffe für unseren Körper essentiell.

Bitterstoffe sind zum Beispiel in:

  • Friséesalat
  • LöwenzahnChicorée
  • Schafgarbe
  • Ingwer
  • Mutterkraut
  • Gewürznelken
  • Fenchel
  • Kardamom
  • Zimt
  • Wermut
  • Radicchio
  • Artischockenblätter
  • Koriander
  • Lavendel
  • Majoran
  • Kümmel

Unser Magen-Darm-Trakt braucht Bitterstoffe, um überhaupt richtig in Gang zu kommen und Verdauungssäfte zu produzieren. Sie stimulieren Leber, Magen, Galle und die Bauchspeicheldrüse. Auch die Entgiftungsfunktion unserer Leber wird durch Bitterstoffe gefördert.  Bitterstoffe hemmen außerdem Heißhungerattacken, die von Zucker wiederum begünstigt werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt fünf Mal am Tag Obst und Gemüse. Ich sehe das anders und hoffe, dass sie sich einfach nur ein bisschen zu allgemein ausgedrückt haben. Wer nämlich 5 Mal am Tag Obst isst, der lässt seinen Blutzuckerspiegel auch immer wieder ansteigen. Ich muss dazu sagen, dass es darauf ankommt, welches Obst man isst. Fest steht jedoch, dass Fructose vom Körper nur schwer verarbeitet werden kann, weil sie in der Leber verstoffwechselt wird. Je geringer also der Fructoseanteil im Obst, desto besser kann unser Körper damit umgehen. Obst mit geringem Fructoseanteil  sind zum Beispiel Beeren, Rhabarber, Zitronen, Avocado und Papaya. Schwierig wird’s zum Beispiel bei Äpfel und Birnen – sie enthalten extrem viel Fructose, auch mehr als Banane. Schuld an dem hohen Fructoseanteil in Obst ist die Überzüchtung. Im Laufe der Jahrzehnte wurden unsere Früchte immer süßer. Lebensmittel mit sehr hohem Fructoseanteil triggern gerade am Anfang des Zuckerentzugs und erschweren den zuckerfreien Start.

Für mich persönlich ist Obst das, was für andere Kekse oder Schokolade sind: eine zuckersüße Nascherei. Deshalb würde ich mir wünschen, dass die Regel lautet: 4 Mal am Tag Gemüse und vielleicht noch ein Stück Obst.

5. Beginne dein neues Leben

Das meine ich völlig ernst. Wenn wir einmal realisiersen, zu was für Zuckerzombies wir durch die Industrie gemacht wurden und wie befreit man sich ohne das weiße Gift fühlt, dann beginnt ein Neuanfang. Wenn der Nebel sich verzieht und du ohne Zucker endlich wieder klar denken kannst, dann merkst du erstmal, was in der Lebensmittelindustrie eigentlich abgeht. Es ist überall Zucker drin – ÜBERALL! In Ketchup, in sauren Gurken, in Tomatenmark, in Sojamilch, in Himbeerjoghurt, in Balsamicoessig, in Pumpernickel, in Frischkäse, in Müsli. Überall.

Wenn du Zucker aus deinem Leben streichst, dann lässt du all das hinter dir. Du bist nicht mehr gefangen in einer Welt, in der alle einfach nur mit den Schultern zucken und sagen, dass man da nichts machen kann. Denn du hast was gemacht! Du hast eine bewusste Entscheidung getroffen – gegen den Zucker – für dein Leben! Und genau das wird jetzt endlich wieder lebenswert, weil du durch den Zuckerverzicht endlich wieder lebendig wirst. Weil du eben nicht mehr müde, schlapp und träge bist. Du hast jetzt Energie. Du hast Power. Und du bist voller Tatendrang. Du fühlst dich, als ob du alles schaffen kannst, wovon du jemals geträumt hast. Und genau das wirst du jetzt auch!

Ein Leben ohne Zucker ist wie eine Wiedergeburt. Du hast dir selbst die Chance gegeben deinen Körper so zu behandeln, wie er es verdient hat. Mit Liebe und Respekt. Und er wird dich mit Gesundheit dafür belohnen.

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2 Kommentare

  1. Liebste Serin,
    habe ich sehr gerne gelesen. Ich muss sagen, dass ich durch die bemühung zero waste zu leben, schon relativ viel zucker streichen konnte. Aber Genussmittel wie Bitter Schokolade, da bin ich ganz offen, schaffe ich aktuell noch nicht. Ich werde deine Posts weiterhin verfolgen und mich mehr in das Thema einlesen! Ich denke alleine die Realisierung dieser Tatsache bringt schon sehr viel und man kann bewusster und sensibler einkaufen und immer weiter minimieren. ( Bzw das ist denke ich mein persönlich richtiger weg)

    Liebe Grüße
    Franziska

    • Serintogo

      Liebe Franziska,

      das denke ich auch. Wenn man sich mit dem Thema Zucker auseinandersetzt, dann ist das schon der erste Schritt.

      Ganz viel Erfolg <3

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