Tag 16 – Gönn‘ dir.

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Je länger ich über Zucker und Süßes nachdenke, desto mehr habe ich mich gefragt, warum ich da eigentlich so scharf drauf bin. Dass wir süchtig sind, habe ich ja bereits thematisiert. Aber mir ist da noch etwas anderes aufgefallen. Es ist dieses heute gönn‘ ich mir was.

Wir spielen ein Belohnungsspiel mit uns selbst. Wir arbeiten richtig daraufhin uns mal etwas zu gönnen. Und dieses Gönnen passiert sehr oft in Form von Genussmitteln. Sei es Alkohol, Zigaretten oder eben etwas Süßes. Wir können nur selten einfach so ein riesiges Stück Schokotorte essen. Wir müssen es uns erst verdienen. Womit, das ist fast egal. Das kann ein stressiger Arbeitstag sein, eine Diät oder ein besonderer Anlass. Die Hauptsache ist, dass wir es eben nicht einfach so essen.

Und apropos besonderer Anlass – ist euch schon einmal aufgefallen, dass fast alle Feiertage etwas mit Zucker zu tun haben? Am Geburtstag gibt es Kuchen, an Weihnachten geht es von Keksen, über Christstollen bis hin zu Lebkuchen, an Ostern gibt es auch Kaffee und Kuchen, an Karneval gibt es Kamelle. Und das ist nicht nur auf unsere Kultur bezogen – denken wir mal an das Zuckerfest.

Diese Tage kommen uns sehr gelegen – denn so kann man alles auf die Tradition schieben. Tja, Süßes gehört eben dazu – da können wir leider nichts machen. Wir haben den Zuckerkonsum in unserem Leben schon längst legitimiert. Aber auch wenn nicht gerade ein Anlass ist, schaffen wir es Süßes so in unseren Alltag zu integrieren, dass es uns völlig normal vorkommt. Kaffee und Kuchen. Das gehört für viele zusammen. Oder eben einfach Nachtisch.

Wieso brauchen wir das? Diese Belohnung? Wieso motiviert uns eine Belohnung zum Handeln? Und wieso belohnen wir uns dann gerne mit Süßigkeiten?Als Glückshormone werden mehrere Botenstoffe bezeichnet, die eine positive Auswirkung auf das Körperbefinden haben. Serotonin, Dopamin und Endorphine sollen Schmerzen lindern, Entspannungszustände auslösen und glückl.png

Die Antwort liegt mal wieder in unserem Gehirn. Um genauer zu sein sind es die Botenstoffe – wie zum Beispiel Dopamin oder Endorphine. Wenn wir also das Gefühl haben, dass wir etwas gut gemacht haben oder etwas stressig war, dann haben wir das Verlangen nach einem Glückshormonausstoß. Unser Gehirn schreit förmlich nach einer Belohnung. Wie diese stattfindet ist unserem Gehirn in dem Moment nicht wichtig. Aber es soll so schnell wie möglich passieren. Und dann ist der Griff in die Süßigkeitenschublade, zur Zigarettenschachtel oder zur Weinflasche eben der einfachste Weg. Drogen und Glücksspiele haben übrigens denselben Effekt.

Für mich bedeutet das im Umkehrschluss, dass ich mein Verlangen nach Belohnung nicht unterdrücken muss, sondern die Art der Belohnung ändern muss. Weg von den schädlichen Dingen, hin zu Belohnungen, die mich gleichzeitig glücklich machen und einen positiven Einfluss auf mich und mein Leben haben. Auch durch Sport werden Glückshormone ausgeschüttet. Und auch wenn ich das bisher nur aus der Theorie weiß, haben mir das meine sportlichen Girls schon öfter bestätigt. Kann man ein Verlangen einfach umprogrammieren? Ich bin mir nicht sicher, aber ich bin bereit es auszuprobieren. Letzte Woche habe ich mit meinem Sportprogramm angefangen. Glück spür ich noch nicht. Aber ich gebe nicht auf.

Schließlich ist es doch mein Gehirn – und ab jetzt bestimme ich wann und wie wir belohnt werden. Das gönne ich mir!

 

 

 

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