Tag 13 – Guter Zucker, Schlechter Zucker

Processed with VSCO with f2 preset

Irgendwie ist das Leben doch wie eine Soap. Es gibt immer die Guten und die Bösen. Und da ich jetzt seit knapp zwei Wochen nur darüber berichte, wie böse der Zucker ist, hat sich Challengerin Toni einen Beitrag über guten Zucker gewünscht. Hier ist er.

Hä? Wie jetzt guter Zucker? Ja den gibt es tatsächlich. Und unser Körper braucht Zucker – sonst können wir nicht überleben. Er braucht aber eben den richtigen. Zucker liefert unserem Körper Energie. Aber diese Art von Zucker ist eben nicht im Schokoriegel oder Muffin.

Die Natur hat sich das schon ziemlich ausgefuchst ausgedacht. Schließlich steckt ja eben auch in Obst, Gemüse und vollwertigem Getreide Zucker. Der Unterscheid zu dem Zucker in den verarbeiteten Produkten ist, dass Zucker in der Natur niemals isoliert vorkommt. In der Natur ist er kein Einzelgänger, sondern in einer Gang – immer. Seine Freunde sind Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe. Sie hängen immer zusammen rum und können den Zucker mit vereinten Kräften dann verstoffwechseln. Und zwar ohne, dass der Blutzuckerspiegel schwankt.

Die Zucker in Obst und Gemüse sind Glucose und Fructose. Glucose kennen wir auch unter dem Namen Traubenzucker. Traubenzucker wird immer damit angepriesen, sofort Energie zu liefern. Deshalb wird er gerne in Sportlernahrung, Süßigkeiten und Getränken verarbeitet. Aber ich muss euch enttäuschen. Das ist dann eben nicht der gute Traubenzucker, so wie er in der Natur vorkommt. Hier handelt es sich um künstliche Glucose, die aus Mais-, Kartoffel oder Weizenstärke hergestellt wird und zwar durch gentechnisch veränderte Mikroorganismen. Lecker? Eher nicht. Gesund? Überhaupt nicht!

Fructose ist Fruchtzucker. Der hört sich doch nun wirklich nicht bedrohlich an. Fruchtzucker ist ein Einfachzucker und gehört damit zu den Kohlenhydraten. Fructose findet man nur gering in Gemüse, eher in Obst. Ist er nun gefährlich oder nicht? Es kommt drauf an. In der Natur kommt Fruchtzucker nie allein um die Ecke. Er ist immer mit Ballaststoffen unterwegs. Und die bremsen diesen quirligen Kerl ein bisschen und sorgen dafür, dass er nicht zack ins Blut geht. So wird die Verdauung reguliert und die die Fructose kommt nur sehr langsam an ihr Ziel. Deshalb kann sie schön behutsam von den jeweiligen Zellen verarbeitet werden.

xoxo-robert-1

Die eigentlichen Guten in dieser Geschichte sind also die Ballaststoffe. Weil die unserem Körper erst zeigen, wie wir mit dem Zucker umgehen sollen. Und das ist auch der Grund, warum der Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln so gefährlich ist. Er wurde von seinem Partner getrennt. Und vor lauter Herzschmerz rast der Zucker völlig alleine in unseren Körper und fängt an alles zu zerstören.

So ist das zum Beispiel auch mit Saft. Ich habe mich gefragt, warum die Fructose, die aus dem frischen Obst kommt, denn nicht mehr die gleiche ist, die ich zu mir nehme, wenn ich einfach in die Orange beiße. Weil eben die Ballaststoffe nicht mehr da sind. Wir trinken schnell mal zwei Gläser Saft – und zack ist die Fructosemenge überschritten und kommt viel zu schnell in unseren Körper. Und genauso ist es mit anderen Lebensmitteln, in denen überall isolierte Zucker vorkommen – in einer viel zu hohen Dosis. Zu viel Fructose sorgt im Endeffekt sogar dafür, dass unsere Leber verfettet – der Effekt ist derselbe wie bei zu hohem Alkoholgenuss. Wilde Früchte enthalten übrigens weniger Fructose als überzüchtetes Obst, wie kernlose Trauben oder Wassermelonen.

Ja es gibt sie – die guten Zuckertypen. Sie sind eben nur nicht gerne alleine. Und deshalb geht diese Soap also nur gut aus, wenn wir den Zucker in seiner Gang lassen und ihn nicht mehr trennen.

Gefällt dir mein Blog? Dann unterstütz mich doch mit einem Matchatee 🍵

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.