Tag 11 – Zuckerschlecken

Wow, Tag 11. So langsam ist bei mir Routine in dieses zuckerfreie Leben eingekehrt. Ich will damit nicht sagen, dass ich voll runter bin vom Zucker. Nein, noch lange nicht. Eine dauerhafte zuckerfreie Ernährung ist ganz bestimmt kein Zuckerschlecken. Aber ich würde sagen, dass ich auf einem guten Weg bin. Ich wurde von einer neu dazu gekommenen Challengerin gebeten, mal meinen Tagesablauf genauer zu beschreiben bzw. Tipps für Notfalllösungen bei Heißhungerattacken aufzuschreiben. Das habe ich bisher nur bei Instagram und Snapchat gemacht. Aber das gehört natürlich auch auf den Blog. Und deshalb soll es genau darum heute gehen.

Mit dem Frühstück hatte ich noch nie so ein Problem. Bei mir gibt es eigentlich immer Oatmeal. Nur selten Frühstücke ich mal Brötchen. Und momentan lasse ich die einfach ganz weg – weil ich eben nicht weiß was drin ist, wenn ich sie nicht selber backe. Challengerin Nina hat mir heute aber einen super Tipp gegeben. Bei ihrer Bäckerei haben sie ihr tatsächlich die Zutatenliste für das jeweilige Brötchen oder Brot ausgedruckt. Ich wusste nicht, dass sowas geht. Also einfach mal bei dem Brotdealer eures Vertrauens nachfragen, ob das vielleicht geht.

 

Zurück zum Oatmeal. Bei mir gehört eigentlich immer Banane mit rein. Die lasse ich persönlich aber momentan auch weg, weil sie mir zu viel Fruchtzucker enthält. Ansonsten besteht mein Oat aus Haferflocken, Chiasamen, ungesüßter Mandelmilch, Beeren, Nüsse, Vanille, Zimt und dann jeweils noch ein Obst. Ich übergieße Haferflocken und Chiasamen mit kochendem Wasser und lasse es aufquellen. Dann kommt der Rest dazu und fertig. Es macht mich lange satt und durch das Obst ist mein Verlangen nach nach Süßen erstmal gestillt.

Für die Arbeit mache ich mir für zwischendurch Gemüsesticks fertig. Ich weiß. Die ersetzen kein Teilchen oder einen Schokoriegel. Aber mein Kopf ist jetzt auf Anti-Zucker-Mode gestellt. Das heißt, wenn ich Kuchen, Schokolade oder andere Süßigkeiten sehe, dann denke ich zuerst daran, wie viel Zucker da wohl drin ist. Und genau so geht es mir, wenn ich an der Kasse stehe und sehe, was andere Menschen aufs Band packen. Der anfängliche Neid hat sich in ein anderes Gefühl verwandelt. Der Reiz verfliegt so langsam.

Trotzdem bin ich vor Heißhungerattacken nicht bewahrt. Man muss dazu sagen, dass ich mich gerne ein bisschen selber quäle und auf die Probe stelle. Deshalb habe ich ein paar kleine Tafeln Schokolade offen rumliegen. Ich muss und will mir damit selber beweisen, dass ich Stand halten kann. Das mag für einige verrückt klingen. Aber so weiß ich, dass ich es kann, auch wenn Süßigkeiten zugänglich sind. Ich würde es schon fast als Übung bezeichnen.

Manchmal kommen sie dann doch. Die Gelüste nach Süßen. Obst geht immer. Obst enthält guten Fruchtzucker. Und wenn der Heißhunger einen überfällt, dann sollte man, nachdem man versucht hat ihn mit einem großen Glas Wasser zu stillen, ein Stück Obst essen. Alternativ greife ich zu Tee. Ich liebe Kräutertee – wenn es aber süß sein soll, dann würde ich zu Früchtetee greifen. Aber Achtung, Tees die nach Muffins oder Kuchen schmecken sollen, beinhalten oft Süßstoffe. Jetzt müsst ihr für euch entscheiden, ob ihr, so wie ich, auch auf Süßstoffe verzichten wollt. Dann sind diese Tees tabu. Wenn ihr euch allerdings Süßstoffe erlaubt, dann gibt es im Internet eine Millionen zuckerfreie Rezepte für Kuchen, Pudding oder Kekse. Ich möchte das alles nicht, weil ich auch generell diesen süßen Geschmack los werden will und weil Zuckerausstauschstoffe auch nicht das Gelbe vom Ei sind (Dazu bald mehr). Manche schwören auf Datteln und Wallnüsse, wie eine Art Pralinenersatz.

Bei jeder Heißhungerattacke frage ich mich nochmal: Warum mache ich das hier überhaupt? Und wenn ich rational darüber nachdenke, kann ich den Heißhunger auch ab und zu mit meinem Verstand ausschalten.

Die Challenge hat aber noch andere Tücken außer den süßen Gelüsten. Ich gehe normalerweise jeden zweiten bis dritten Tag auswärts essen. Oder ich hole mir schnell was für zwischendurch – ein belegtes Brötchen oder einen Snack. Das ist momentan natürlich tabu. Und deshalb bedarf die ganze Challenge ein gutes Stück Zeitmanagement und Vorbereitung. Das mag einigen keinen Spaß machen. Denn jeden Tag frisch zu kochen dauert eben. Da ich im Schichtdienst arbeite, mache ich das eben vor oder nach der Arbeit. Ich kann nur empfehlen einfach größere Portionen zu kochen und mehrere Tage davon zu essen oder einzufrieren.

Aber wie ist das mit sozialen Kontakten?

Macht zuckerfrei einsam? Am leichtesten ist es natürlich seine Freunde mit ins Boot zu holen. Aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass sich einige da strikt weigern – trotzdem will man seine Freunde sehen. Deshalb lade ich entweder zu mir nach Hause – zum gemeinsamen kochen – oder ich nehme mein Essen mit zu Freunden. Denn jeder ist froh, wenn ein Mensch der auf Zucker verzichtet, mit Essen versorgt ist. Am meisten hilft es mir aber, mit anderen Challengern oder Interessierten über die zuckerfreien Erfahrungen zu reden. Der Austausch bestärkt mich und motiviert mich durchzuhalten.

Und was soll ich sagen? Meine Haut sieht besser aus, die Poren werden kleiner, ich fühle mich fit. Und die ersten Kilos sind runter. So kann es gerne weitergehen. Ohne Zuckerschlecken.

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