5 Tipps gegen den Teufel an der Wand

Mal nicht den Teufel an die Wand!Als zugezogene Kölnerin muss man alles mal gemacht haben. Karneval feiern. Eine Kiosktour. Den Dom besteigen. Und das Römisch-Germanische Museum besuchen. Und genau in diesem Museum beginnt diese Geschichte.

Da standen wir nun in diesem Museum, in dem Schüler die ganze Zeit auf der Suche nach Stühlen und Treppenstufen sind, um sich endlich hinsetzen zu können – weil es ja so langweilig ist! Aber wir sind ja erwachsen. Und so schauten wir uns Stein für Stein der Ausgrabungen an. Machten Ah! machten Oh! und liefen weiter und weiter durch das Museum. Bis wir vor eine Wand kamen. Komisches Bild. Wieso malt jemand einen Teufel an die Wand?

Wir lachten!

Aber heute steh ich selber da. Vor meiner eigenen Wand. Mit einem vollen Farbeimer. Bereit selber den Teufel an die Wand zu malen.

Denn es ist wieder soweit.Ich stehe vor einem Berg bürokratischer Erwachsenenaufgaben. Und natürlich weiß ich, dass wir das alle tun.

Aber ich bin müde. Ausgelaugt. Erschöpft.

Und bevor ich anfange den Papierkramberg zu erklimmen, gebe ich oft lieber vorher auf. Anstatt mich anzuspornen und mir gut zuzureden, dass ich es schaffen kann, kapituliere ich von vornherein. Ich schleppe lieber den Farbeimer die Kellertreppe hoch, reinige die eingetrockneten Pinsel mit Terpentin und fange an den Teufel zu malen. Und zwar gaaanz langsam. Dann habe ich nämlich gar keine Zeit mich um alles zu kümmern.

Das funktioniert natürlich eher semi.

Und irgendwann sitze ich wie ein Häufchen Elend neben meinem Kunstwerk, ziehe meinen Zeitungshut vom Kopf und muss mir eingestehen, dass ich mit dieser negativen Einstellung nicht weiterkomme – und dass ich nicht malen kann.

Jetzt mache ich einen Cut. Pinsel aus der Hand und los!

Tipp 1: Eins nach dem anderen!

Wenn die Farbe noch nicht trocken ist, brauchst du auch noch nicht drüber zu streichen. Genau so funktioniert es auch im echten Leben.

Multitasking ist eine Illusion, die letztendlich nur dazu führt, dass du entweder alles halbherzig machst oder alles hinwirfst. Denn du kannst den Fokus nur auf eine Sache legen – ja, auch als Frau!

Eine Aufgabe erst fertig zu machen und dann die nächste anzufangen, sorgt dafür, dass wir produktiver werden. Außerdem kannst du komplett erledigte Aufgaben auch komplett von der To-Do-Liste streichen. Yay!

Tipp 2: Das Führerschein-Prinzip

In der Schule war ich fast immer die Jüngste in der Klasse. Deshalb war ich auch mit die Letzte, die ihren Führerschein gemacht habe. Den schaffe ich nie! habe ich mir damals eingeredet.

Aber dann wurde mir klar, dass die Leute in meiner Stufe so unterschiedlich sind und doch haben sie alle den Führerschein bestanden.

Warum dann also nicht auch ich? Und genau so kam es auch.

Wenn mir eine Aufgabe unmöglich erscheint, denke ich jedes Mal an meinen Führerschein oder eine andere Sache, von der ich nie geglaubt hätte, dass ich sie schaffe. Und bei der ich dann merke, dass es viele vor mir auch schon gepackt haben.

Tipp 3: Die Seite der Guten!

Die Welt ist schlecht. Alle wollen mir was Böses. Formulare sind nur dazu da, um sie nicht selbstständig ausfüllen zu können. Damit wir uns dumm fühlen.

Oft wirkt es tatsächlich so. Wir fühlen uns überfordert. Versicherungen, Steuern, Rente, Bankenkram und anderer Behördenmist bereitet uns Kopfschmerzen und scheint uns schier unmöglich zu lösen zu sein. Die Bösen machen uns das Leben schwer, aber nicht unmöglich.

Im Internet kann man heute alles mögliche nachlesen oder erfragen. Behörden kann man meistens kostenlos anrufen. Für Formulare gibt es Ausfüllhilfen.

Komm auf die Seite der Guten und lass dich von bösen Formularen oder Briefen nicht beirren. Frag solange nach, bis du es verstehst.

Und denk immer an Tipp 2!

Tipp 4: Runterkommen!

Mal ehrlich. Was ist eigentlich das Problem? Es geht um ein paar Zettel, Telefonate, E-Mails, Briefe. Vielleicht um Geld. Aber das ist im Endeffekt auch nur Papier.

Oft verbringen wir beim ganzen Malen und Streichen viel mehr Zeit, als bei der eigentlichen Aufgabe selbst. Also erstmal runterkommen, deine Balance wiederfinden und merken, dass alles viel schneller erledigt ist, als gedacht.

Wie du deine Balance wiederfindest? Erfährst du hier: 5 Wege deine Balance nicht zu verlieren

Tipp 5: Positive Gedanken!

Klingt ausgelutscht. Ist es vielleicht auch. Aber trotzdem tun wir es so selten – einfach positiv denken.

Ich habe den Master of Moaning – ja, nörgeln ist schon mein Spezialgebiet. Mittlerweile stört mich das. Immer wieder ertappe ich mich dabei, wie ich über die kleinsten Kleinigkeiten mecker. Das möchte ich nicht mehr. Wenn ich mir vor Augen halte, wie ich gerade lebe und wo ich stehe, dann merke ich, dass das genau das Leben ist, was ich mir für mein 30-jähriges Ich gewünscht habe. Natürlich habe ich nicht an Erwachsenenkram gedacht – aber der gehört eben dazu.

Mehr positive Gedanken! Mehr Freude über das was wir haben!

Ich habe den Teufel an der Wand wieder mit weißer Farbe überstrichen. Schluss mit Schwarzmalerei.

Denn eins habe ich als Neu-Kölnerin auch gelernt: Et hätt noch immer jot jejange!

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