7 Sätze, die ich nicht mehr sagen will

SätzeSchlechte Gewohnheiten müssen nicht immer etwas mit Handlungen oder Süchten zu tun haben. Mir fällt immer öfter auf, dass ich Sätze sage, die mich unbewusst unglücklich machen oder mich demotivieren. Heute mache ich Schluss! Und zwar gleich 7 Mal!

#1 Das Wetter ist so schlecht!

Als das Wetter in den letzten Tagen so, sagen wir mal, unsommerlich war, habe ich von allen Seiten das gleiche gehört: Das Wetter ist so schlecht! Ja, das Wetter ist in der Tat nicht gerade toll. Aber wir können nichts daran ändern, dass Petrus offensichtlich mitten in der Midlife Crisis steckt. Und keiner weiß, wie lange das dauern wird.

Da ich ein sehr ungeduldiger Mensch bin, habe ich also keine Lust auf besseres Wetter zu warten. In Deutschland hat ein Aktionär an der Börse nunmal bessere Quoten, als eine Wetterfee.

Wer das nicht akzeptiert, der muss in ein Land mit Wettergarantie ziehen. Aber ich warne euch, wenn der Strand vor der Tür ist und du den ganzen Tag im klimatisierten Büro hockst, wirst du die Sonne verfluchen.

Über das Wetter zu meckern nervt. Wir können jetzt also entweder Urlaub buchen oder schon mal die neue Herbstkollektion bei Zara shoppen.

Ich will mich ab sofort nicht mehr über das Wetter beschweren.

#2 Das schaffe ich nicht!

Der Klassiker. Das schaffe ich nicht – niemals! Wenn wir uns das lang genug einreden, dann verspreche ich, dass dieser Traum wahr wird.

Auf den höchsten Baum im Garten klettern, Fahrrad fahren lernen, Abi, Führerschein, Bachelor, Master, Auslandssemester, um 5 Uhr morgens anfangen zu arbeiten, eine Wohnung in Köln finden, 5 km joggen, eine R2D2-Torte backen oder 30 Tage ungeschminkt rumlaufen – alles Dinge, bei denen ich überzeugt davon war, dass ich sie nicht schaffen werde.

Jedes Mal habe ich die Kurve gekriegt und irgendwann doch daran geglaubt, dass das vielleicht klappen könnte. Und jedes verdammte Mal hat es geklappt. Deshalb gehe ich immer öfter dazu über, mir von vorne rein gut zuzureden.

Klingt einfach – und das ist es auch. Und ich habe nicht mehr das Gefühl für alles zu doof, schwer, untalentiert oder häßlich zu sein.

Positive Gedanken motivieren unbewusst – mehr davon bitte!

#3 Ich hasse das!

Das Wort Hass hat sich irgendwann in meinen Wortschatz eingeschlichen und ich benutze es mittlerweile viel zu inflationär.

Ich hasse Crocs, ich hasse Matt Damon, ich hasse Leoprint, ich hasse die Bahn, ich hasse Eintopf.

Wann hat mich dieser ganze Hass ereilt? Wann bin ich so aggressiv geworden? Und was würde passieren, wenn Matt Damon mit Leoprint-Crocs im RE1 sitzt und Eintopf mampft?

Hass ist ein mächtiges Wort, das wir häufig zu leichtfertig gebrauchen. Immer wenn ich Hass ausspreche, zieht sich irgendwas in mir zusammen. Ich merke förmlich wie ich wütend werde. Und wofür? Für Plastikschuhe?

Schluss damit! Schluss mit zu viel Hass! Wir brauchen wieder mehr Liebe <3

#4 Mach ich morgen!

Ich bin ein Meister in To-Do-Listen schreiben. Und Erinnerungen stelle ich auf meinem iPhone so ein, dass sie aufploppen, sobald ich meine Wohnung betrete. Am dritten Tag nervt mich das so sehr – also das Unerledigte und das Aufploppen- dass ich es wieder ausstelle und so irgendwelche Fristen verstreichen oder ich eben wieder nicht waschen kann, weil das Waschmittel noch immer in der Drogerie steht und nicht bei mir.

Dann wird nicht nur das Einkaufen erst morgen erledigt, sondern auch die Wäsche und ich muss Shirts tragen, die ich eigentlich nur noch zum Schlafen anziehen wollte.

Laundry today or naked tomorrow?

Mich ärgert meine ständige Prokrastination. Aber ich tue es immer wieder. Deswegen muss dieser Satz unbedingt gestrichen werden! Und zwar heute noch.

#5 Musst du wissen!

Das ist der wahrscheinlich unnützeste Ratschlag, den man Freunden geben kann. Er impliziert nämlich, dass es eine Schwachsinnsidee ist. Aber mit einem Musst du wissen! ziehen wir uns eben ganz einfach aus der Affäre.

Also ich würde Schluss machen, aber das musst du wissen! Also ich würde das Stück Schokotorte mit 6732 Kcal nicht essen, aber musst du wissen! Also ich würde nicht mit AirAsia fliegen, aber musst du wissen!

Klar, sich von so einer Aussage beeinflussen zu lassen zeugt nicht gerade von großem Selbstbewusstsein. Aber es verunsichert eben. Und ich möchte meine Freunde nicht verunsichern. Ich will sie in ihren Vorhaben bestärken oder ihnen ehrlich sagen, dass sie die ein oder andere Entscheidung vielleicht nochmal überdenken sollte.

Schluss mit unnützen Ratschlägen, die einfach nur verunsichern und niemanden  weiterbringen.

#6 Ich hab keinen Bock!

Ein Arbeitskollege fragt jedes Mal, wenn er die Redaktion betritt, ob wir alle Bock haben auf die Arbeit. Anfangs fand ich das wirklich strange – aber mittlerweile freue ich mich immer, wenn er fragt. Weil es verrückterweise ein klitzekleines bisschen motiviert.

Ich hab keinen Bock! Seit der Pubertät einer meiner Lieblingssätze, den ich heute immer noch so ätzend hinrotzen kann, wie damals.

Ich kann ganz schön träge sein. Und das gebe ich auch gerne kund. Sehr gerne! So gerne, dass es mich mittlerweile selbst schon tierisch nervt.

Keinen Bock auf Sport. Keinen Bock aufzuräumen. Keinen Bock auf Steuererklärung. Keinen Bock auf Arbeit. Keinen Bock auf kochen. Keinen Bock auf Zugfahren.

Ja, wir haben’s kapiert! Ich muss die pubertäre Serin jetzt endlich mal zurück in ihr rosa-orangenes Jugendzimmer schicken. Gib mir endlich meinen Bock zurück!

Diesen Satz nicht mehr zu sagen, könnte vielleicht noch klappen. Aber diesen Satz aus meinem Kopf zu bekommen, wird sehr sehr schwer. Aber ich hab Bock!

#7 Das kotzt mich an!

Mich kotzt vor allem an, dass mich so viel ankotzt. Unfassbar was mich offensichtlich alles nervt. Ich laufe gefühlt den halben Tag mit ziemlich viel Bordsteinpizza rum.

Aber eigentlich weiß ich gar nicht so recht warum. Wieso nervt mich so viel? Bzw. wieso lasse ich mich eigentlich so schnell nerven?

Ich bin genervt, wenn die Leute hier im Haus so oft den Müll runterbringen, weil die Tür zu den Mülltonnen klingt wie Chewbacca. Es kotzt mich an, dass die Bahn morgens nur so fährt, dass ich entweder 15 Minuten zu früh oder 10 Minuten zu spät auf der Arbeit bin. Und es kotzt mich an, dass so viele Besoffskis dauernd auf unsere Straße kotzen, weil ich dann auch kotzen muss, was mich wiederum wieder ankotzt.

Alles Dinge, die ich nicht ändern kann. Ich kann nur mein Kotzbedürfniss ändern. Und das wird hiermit getan. Schluss mit der Oralentschlackung!

Ich streiche ab sofort diese 7 Sätze aus meinem Leben. Ich mache Schluss!

Und jetzt bist du dran. Welchen Satz streichst du ab sofort aus deinem Leben?

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