TAG 23 / ▵Drei&Zwanzig▵

Tag23Es ist Tag 23. Moment mal. 23? War da nicht was? 23 ist doch die Zahl. Zumindest für die mysteriösen Illuminaten. Das Einzige was wir wohl mit der Geheimloge gemein haben, ist die Tatsache, dass wir beide erleuchtet sind. Bei uns bezieht sich das allerdings nur auf die ungeschminkte Haut, die sich mittlerweile so erholt hat, dass sie richtig strahlt.

Nicht viel weniger mysteriös als die Illuminaten ist doch die Frage, wieso wir einige Dinge die wir tun nicht hinterfragen. Wie zum Beispiel die Schminksache. Schon in einem vorherigen Text habe ich mich gefragt, warum wir uns schminken. Aber weder ich, noch andere konnten die Frage wirklich beantworten. Das machen doch schließlich so viele Frauen, dann wird das schon richtig sein.

Dieses Phänomen begleitet uns in sehr vielen Lebenslagen. Wenn alle das machen, dann kann das nicht schlecht sein. Social Proof, zu deutsch Herdentrieb, wird dieses Verhalten in der Psychologie genannt. Er steckt in uns allen. Und besagt: ich verhalte mich richtig, wenn ich mich so wie die anderen verhalte. Und um diesem Trieb zu entkommen, bedarf es viel Übung und Willenskraft. Schließlich ist es auch zu einfach, der Masse hinterherzulaufen, anstatt einmal zu überlegen, wo die eigentlich alle hinlaufen. Warum sollten so viele Menschen etwas tun, wenn es schlecht oder falsch ist?

Wieso sollten sich Millionen Frauen in Deutschland teure Cremes kaufen, wenn es Kokosöl aus der Drogerie auch tut? Da muss doch was faul sein. Wenn das so gut wär, dann würden das doch alle kaufen. Tun sie aber nicht. Und warum? Aus Mangel an Information? Oder weil kein Supermodel auf ihrem Instagramaccount für das native Öl wirbt? Oder weil es zu schön wär, um wahr zu sein, dass ein Öl besser wirkt, als eine unbezahlbare chemische Creme? Tag232

Das gleiche gilt für Make-up. Kein Moderator, Schauspieler oder Model würde ohne Make-up vor die Kamera treten. Das suggeriert der Normalo-Frau: Wenn die das so machen, sehe ich mit Make-up sicherlich auch gut aus. Wir wollen eine von denen sein. Uns ein bisschen fühlen, wie ein Star. Und wenn wir dann einen Lippenstift kaufen, der von Kylie Jenner entwickelt wurde und den sie uns in jedem zweiten Snap vorführt. Dann wollen wir eben ein Stück Kylie sein. Ihre Masche ist allerdings noch ein wenig perfider. Weil man die limitierten Lippenstifte nur zu bestimmten Uhrzeiten kaufen kann. Rares Angebot? Muss ich haben!

Social Proof kann aber noch mehr. Wenn wir uns nicht sicher sind, welche Creme oder Foundation wir kaufen sollen, dann sind wir immer beruhigt, wenn ein Von Dermatologen empfohlen draufsteht. Welche Dermatologen das sind und ob sie Geld für ihre Empfehlung bekommen haben, das ist uns egal. Experten vertrauen wir. Und noch mehr vertrauen wir anderen Frauen. Gute Bewertungen im Internet oder Testerinnen von Kosmetikprodukten würden doch niemals lügen! Und wenn es das Meistverkaufte ist, dann haben wir keine Zweifel mehr. Denn je mehr Menschen ein Produkt gut finden, desto besser ist es. Wie bitte? Das ist absurd! Aber genau so denken wir.

Nur weil viele etwas tun, heißt das noch lange nicht, dass es richtig ist. Aber es ist die leichte Rechtfertigung, die uns hinterherlaufen lässt. Die uns immer zuflüstert: Warum sollten so viele Leute unrecht haben?

In Zukunft möchte ich versuchen Dinge die selbstverständlich für uns sind, näher zu hinterfragen. Nur um zu wissen, ob wirklich ich das möchte. Oder ob alle anderen wollen, dass ich das möchte.

Und jetzt noch ein paar Funfacts zur 23:

Der menschliche Biorhythmus hat einen Zyklus von 23 Tagen. Das Blut zirkuliert in 23 Sekunden durch den menschlichen Körper. Und Mann und Frau geben jeweils 23 Chromosomen weiter.

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