Unter einen Hut 

Processed with VSCO with t1 presetZahnarzttermin machen. Kaffee kaufen. Urlaubsfotos sortieren. Schrank ausmisten. Photoshopkurs raussuchen. Geschenke besorgen. Oma besuchen. Geld für die Steuern zurücklegen. UNBEDINGT Geld für die Steuern zurücklegen!!!

Das ist der Liveticker meiner To-Do-Listen. Ja genau. Mehrzahl. Die sammel ich in einem Notizbüchlein. Dazwischen findet man Packlisten für Reisen, Einkaufslisten und wichtige Dinge für die Arbeit. Dann habe ich immer noch ein zweites Notizbuch dabei. Da schreibe ich spontan Dinge rein, die mich inspirieren. Themen für den Blog. Musik, die ich shazamed habe. Künstler, über die ich gelesen habe. Filme, die mir empfohlen wurden. Und für den ganzen Rest ist das iPhone da. Erinnerungen und Kalender.

Mit diesen Utensilien fühle ich mich eigentlich gut aufgestellt. Ja ich gebe zu, ich bin ein Organisationsfreak. Wenn etwas vom Plan abweicht, dann komme ich damit nicht gerade gut zurecht. Auch, wenn ich meistens einen Plan B habe. Aber manchmal braucht man im Leben einen Plan C und das gefällt mir nicht.

Die Notizbücher und das Handy sind mein Gerüst. Und dann gilt es Dinge umzusetzen und die freie Zeit sinnvoll zu nutzen. Sinnvoll klingt echt blöd. Man will eben niemanden vernachlässigen. Aber wie?

Nachdem ich drei Mal gesagt habe, dass ich keine Zeit habe, schein ich aus manchen Freunde-Verteilern gelöscht worden zu sein. Und das kann ich nicht mal jemandem vorwerfen. Denn ich merke ja selber, dass ich dauernd absagen muss. Hab ich vielleicht einfach ein schlechtes Zeitmanagement? Setze ich falsche Prioritäten?

Mama hat mir schon immer gesagt: Kind, du kannst nicht auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen. Diese Tatsache ist für mich bis heute noch schwer zu verkraften. Aber spätestens, wenn du morgens zum falschen Job fährst, deinen Mädels beichten musst, dass du am Wochenende doch nicht dabei sein kannst, Oma dich bei jedem Treffen das verschollene Mädchen nennt und dein Freund nur noch das Gefühl hat, ewig auf dich warten zu müssen, weißt du, dass das so nicht mehr lange gut gehen kann.

Also wie schafft man das? Alles unter einen Hut zu kriegen, ohne eine Haarsträhne rausgucken zu lassen. Trotzdem nicht alles halbherzig zu machen. Jedem deiner Freunde gerecht zu werden – und Oma auch! Ich will nicht immer vertrösten. Ich will endlich wieder Zeit haben. Für Dinge, auf die ich Lust habe. Verabredungen sollen keine Pflichttermine sein. Und, wenn ich mal einen Zuhause-nur-für-mich-Tag mit Badewanne und Netflix mache, will ich kein schlechtes Gewissen haben.

Klar. An meinen Arbeitszeiten werde ich nichts ändern können. Aber vielleicht kann man Termine besser verknüpfen. Freunde bekanntmachen und sich mit mehreren zusammen treffen. Zuhause-Tage einlegen, wenn die Freunde eh keine Zeit haben und der Freund arbeiten muss. Jeden Tag eine Sache der To-Do-Liste erledigen und durchstreichen. Vielleicht doch nicht alles durchplanen und öfter spontan sein.

Tja und deshalb schreibe ich diesen Text sonnend im Park zu Ende, schlürfe meinen Mittagessensersatz-Smoothie und plane in Gedanken eigentlich schon das Abendessen. Und das alles ohne Hut. Würde nämlich sowieso nicht drunter passen.

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