Sag schon!

Processed with VSCO with b5 presetAls ich vor einigen Tage mit meiner Familie über die Autobahn gebrettert bin, um nach der Osterfeierei endlich auf die Couch zu kommen, machte uns Papa plötzlich auf eine Kuriosität aufmerksam. Da er diese Strecke fast täglich fährt, ist ihm aufgefallen, dass zwischen zwei Baustellen gerade mal ein paar Meter liegen. Trotzdem gibt es nach der ersten ein Baustellenende-Schild und kurze Zeit später wieder ein Achtung-Baustelle-Schild. Auf den hundert Metern dazwischen darf man für zwei Sekunden wieder 100 fahren und dann zacki wieder langsam. Jeden Abend, wenn Papa von der Arbeit kommt, regt er sich darüber auf. Wir fragen uns also: Äy, watt is da los? Und dann dämmert es uns langsam. Klar, ein Kommunikationsproblem. Wahrscheinlich zwei unterschiedliche Baustellenbetreiber. Und statt zu kooperieren, macht man lieber sein eigenes Ding. Das ist nicht nur ärgerlich für die Autofahrer, sondern by the way auch echt unwirtschaftlich.

Entäuschenderweise kann man dieses Phänomen auf das ganze Leben übertragen. Wie oft höre ich auf der Arbeit die Sätze: Hat mir keiner gesagt! Davon wusste ich nichts! Woher soll ich das wissen? Die Schuld von sich weisen und nach Ausreden suchen. Das können wir alle ziemlich gut. Aber präventiv mal dafür sorgen, dass jeder Bescheid weiß, also einfach mal miteinander reden – wieso ist das so schwer? Reden können wir doch schließlich am besten. Sprache und Kommunikation sind unser höchstes Gut.

Aber auch im Privatleben führen Kommunikationsprobleme oft zu Missverständnissen, die wiederum in Streit enden. Hab ich dir doch erzählt. Nein, hast du nicht. Doch. Nein. Doch. Nein. Dooohoooch! Und schon ist das Geheule wieder groß. Obwohl es im Endeffekt oft nur um Banalitäten geht.

Reden. Reden. Reden. Wieso kriegen wir das manchmal nicht hin? Denken wir oft einfach nicht so weit? Ist es uns egal? Geht es um Recht haben? Sind wir uns oft zu schade Sachen anzusprechen? Zu egoistisch? Ganz á la soll er doch nachfragen, wenn er es wissen will?

Wenn wir ehrlich sind, dann ist es meistens klüger einmal mehr zu kommunizieren, als einmal zu wenig. Eigentlich kann das Leben so nur einfacher werden. Auch, wenn es manchmal mühsam ist, alles detailliert weiterzugeben. Sich immer um alles zu kümmern. Aber es erspart viel Ärger. Versprochen! Wie schön wäre die Welt, wenn die Menschen einfach mal miteinander reden würden, bevor sie vorzeitig urteilen. Bevor sie sich vorzeitig ihren Teil dazu denken. Bevor sie schon wieder eingeschnappt sind.

Manchmal hilft es auch schon bei sich selbst anzufangen. Ein paar Selbstgespräche führen. Fluchen im Auto zum Beispiel. Sehr befreiend. Und auf den beiden Baustellen noch bis Ende November möglich!

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