Geben und Nehmen

Processed with VSCOcam with b5 presetDu schuldest mir noch 53 Cent. Ich habe dich auch schon mal zum Arzt gefahren. Du bist dran mit Badputzen. Heute musst du aber das Essen zahlen. Es gibt so Menschen die wiegen immer alles auf. Als würden sie alles was du tust oder eben auch nicht tust in ein kleines fieses Notizheftchen schreiben. Und dann bei der richtigen Gelegenheit baaaaam. Dann zählen sie dir alles auf, was sie je für dich getan haben und dann gibt es keine Entschuldigung mehr dafür, dass du nicht genau so viel zurückgegeben hast.

Geben und Nehmen ist die Basis für eine gesunde Freundschaft oder Beziehung. Das fängt bei Liebe an und hört bei Müllrunterbringen auf.

Der Geizige zum Beispiel ist ein anstrengender Charakter. Er weiß genau wieviel er gegeben hat, wie oft er dir geholfen hat und wie wenig du im Gegensatz zu ihm für die ganze Freundschaft geleistet hast. Du Schlingel hast dir nämlich das letzte Mal ein paar Cent geliehen, damit du deinen Kaffee mit Caramelflavour trinken kannst. Und dann hast du es nicht sofort von dir aus das nächste Mal zurückgegeben. Der Geizige erwartet das. Aber er macht dich auch gerne darauf aufmerksam. Und nein. Für ihn ist das nicht ein lächerlicher Betrag. Denn das summiert sich ja und so weiter.

Dann gibt es aber auch den Großzügigen. Er weiß, dass er vielleicht mehr für die Freundschaft tut. Aber es ist ihm egal. Weil er gerne gibt. Er lädt dich gerne zum Essen ein. Auch drei mal hintereinander. Und er würde von dir nicht verlangen, dass du ihn genauso oft zurückeinlädst. Weil er das gerne tut. Leider wird der Großzügige deshalb oft von Bösewichten ausgenutzt. Denn sowas spricht sich rum. Also hilft er dauernd bei Umzügen, fährt dich zum Flughafen, backt dir Muffins für die Arbeit und leiht dir Geld, damit du dir die süße Bluse kaufen kannst, die du dir eigentlich nicht leisten kannst. Und dafür verlangt er nichts. Nicht mal Zinsen. Der Großzügige ist allerdings schlecht darin, selber Hilfe anzunehmen, so dass du öfter mal ein schlechtes Gewissen hast.

Es ist wundervoll, wenn man Freunde hat, bei denen man weiß, dass sie nicht immer aufwiegen, wenn sie mal Hilfe brauchen. Die auch mal ätzende Sachen mit dir durchstehen. Die dir gerne ein paar Cent für deinen Kaffee geben. Weil sie wissen, dass du das auch tun würdest. Und weil sie es einfach gerne machen. Weil ihr euch vertraut.

Weil ihr Freunde seid.

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