Aha.

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Und dann bin ich aus einem brennenden Hubschrauber gesprungen, direkt ins Meer. Das war sooo krass! Richtig heftig!

Du erzählst gerade die Geschichte deines Lebens und dann kommt nur: Aha. Und ich meine nicht das Aha, das achsooo bedeutet. Sondern das andere Aha. So ein hässliches Wort. Die unhöflichste Hörerrückmeldung, die es gibt. Aha. Aha. Aha. Heißt doch eigentlich nur, dass ich mir gerade was viel interessanteres vorstellen könnte. Egal was. Hauptsache ich muss deine langweilige Geschichte nicht mehr hören. Aha. Aha. Aha. 

Dabei kommt es natürlich immer auf die Betonung an. Aber ein Aha nett und interessiert zu betonen grenzt schon an hoher schauspielerischer Kunst. Ahaaaa. Nein, es geht nicht. Ein Aha kann man nicht charmant rüberbringen. Nicht mal von einer Französin ins Ohr gehaucht funktioniert das. Aber dafür gibt es ja auch andere Hörerrückmeldungen. So richtig nette. Aufrichtige. Sowas wie mhmm. Ooohh. Wow. Hmmm. Ja. Soso. Alles, aber auch wirklich alles ist netter als Aha.

Das Einzige, was diese kleine fiese Interjektion noch schlimmer macht, ist das geschriebene Aha. So ein undankbares Whatsapp-Aha. Du schreibst eine nette, lang durchdachte, Nachricht und zurück kommt Aha (Wahlweise auch ok oder jo, das macht die Sache aber auch nicht besser als Aha.). Es macht alles zunichte. Lässt deine ganze Erzählung zusammenfallen wie ein Kartenhaus. Ein Aha pustet es einfach weg. Ganz emotionslos.

Ist der Aha-Sager wirklich desinteressiert oder merkt er gar nicht was er sagt? Denn Hörerrückmeldungen passieren ja meistens automatisch. Jemand erzählt was und du reagierst. Und das geht so blitzschnell, dass man so ein Rückmeldesignal gar nicht kontrollieren kann. Aber warum klingt aha bloß so fies? Es sind doch nur drei unschuldige Buchstaben. Aber es ist wohl das, was dahinter steckt.

Die Aha-Botschaft sagt: not impressed. Warum können wir manchmal einfach nicht verbergen, dass uns nicht interessiert was unser Gegenüber ganz euphorisch erzählt? Neid? Warum können wir manchmal nicht netter sein, auch, wenn wir die Story schon tausend Mal gehört haben. Auch, wenn unser Gegenüber einfach nicht auf den Punkt kommt. Auch, wenn wir mit den Gedanken gerade ganz woanders sind. Und dann vergessen wir kurz höflich zu sein. Dann rutscht es uns einfach raus. Das gelangweilte Aha. Und damit nimmst du dem Erzähler den ganzen Wind aus den Segeln. Signalisierst quasi, dass er nicht weiter erzählen braucht.

Für das Whatsapp-Aha gibt es nicht so viele Möglichkeiten. Das ist eindeutig. Ich habe alles überflogen und es interessiert mich nicht weiter. Oder?

Es gibt nur eine Sache die noch schlimmer ist als Aha. a-ha!

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