To do or not to do

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Okay. Puh. Ich oute mich jetzt. Ich bin süchtig. Süchtig nach diesen kleinen Listen. Listen, die ich den ganzen Tag lang schreibe. Listen, die mein ganzes Leben bestimmen. Listen, die überall in meiner Wohnung und in meinen Taschen und in meinem Handy rumfliegen. Gottverdammte To-Do-Listen. Ja, ich kann nicht anders. Ich muss einfach alles aufschreiben. Und, wenn ich das nicht tue, dann kann ich an nichts anderes mehr denken. Also habe ich auf meinem Nachtisch immer Papier und einen Stift liegen. Und auf dem Wohnzimmertisch auch. Und auf dem Küchentresen auch. Und in der Tasche auch. 

Wenn ich abends nicht alles aufschreibe, was mir durch den Kopf geht, wird es eine lange schlaflose Nacht. Das können auch die minikleinsten Kleinigkeiten sein. Dinge, die ich sowieso weiß. Banale Sachen. Selbstverständliche Sachen. Sowas wie: Einkaufen, Putzen, Brief zur Post bringen.

Ist das verrückt? Trau ich mir selber nicht zu, mich daran zu erinnern die Wohnung zu putzen, wenn ich sehe, dass sie dreckig ist? Dass ich Wasser kaufen muss, wenn ich sehe, dass keins mehr zuhause ist? Dass ich den Brief, den ich extra schon in meine Tasche gelegt hab, nicht zur Post bringe? Wie komm ich darauf, dass ich nach dem Schlafen alles vergessen haben könnte, was ich am nächsten Tag erledigen muss? Wie konnten diese kleinen fiesen Zettelchen nur die Macht über mein Gedächtnis gewinnen?

Aber das Schlimmste an der Sache ist, dass ich alles was auf der Liste steht trotzdem in meinem Kopf hab. Es ist so, als würde ich den ganzen Tag Ich packe meinen Koffer mit mir selber spielen. Auch geschriebene Spickzettel habe ich niemals aus der Tasche geholt (vor allem weil ich ein Schisser bin, aber auch) weil ich sowieso wusste, was drauf steht. Also ist es eher sowas wie ein Beweis? Ein Beweis dafür, dass mein Gedächtnis gut funktioniert?

Also habe ich versucht die Sache etwas lockerer anzugehen. Nicht mehr jede Kleinigkeit aufzuschreiben. Angefangen mir mehr zuzutrauen. Den Koffer nicht jeden Tag voll zu machen.

Aber dann. Dann kommt der Tag. Der Tag an dem du eine wichtige Sache vergisst. Sie völlig ausgeblendet hast. Sie weder aufgeschrieben hast, noch in deinem Kopf abgespeichert hast. Und dann fängst du bei Null an. Traust dir selber nicht mehr über den Weg. Denn wenn du ein Mal etwas vergessen hast, dann kann dir das dauernd passieren. Muss ich mir jetzt also auch noch aufschreiben auf die To-Do-Liste zu gucken?

Aber vielleicht wollte mir dieses eine Mal auch zeigen, dass es okay ist lockerer zu werden. Dass ich nicht alles penibel aufschreiben muss. Dass es nicht schlimm ist auch mal was zu vergessen. Dass das jedem mal passieren kann. Und dass es immer einen Plan B gibt, wenn ich doch mal was vergesse. Aber das schreibe ich mir am besten erstmal auf, damit ich morgen auch noch daran denke.

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