Dann mach doch Schluss!

Es ist 5 Uhr morgens. Wir sitzen seit Stunden am Tresen meiner Küche. Wir haben gelacht, wir haben geweint, wir haben uns umarmt und viele Flaschen Wein getrunken. Manchmal ist eine Freundin die bessere Therapeutin.

Sie hört sich zehntausend Mal an, warum dein Freund lieber mit seinen Kumpels das Wochenende verbringt, als mit dir Wie ein einziger Tag auf DVD zu gucken. Sie hört sich zehntausend Mal an, warum dein Freund so unaufmerksam ist, weil er nicht gemerkt hat, dass du neue Schuhe hast. Sie hört sich zehntausend Mal an, warum sie sich schon wieder gestritten haben, nachdem er mit dieser ätzenden Blondine gesprochen hat (JA! Sie haben sich bestimmt ganze zwei Minuten unterhalten, ach was sag ich…geflirtet!…dieses Arschloch!).

Und dann kommt der Tag, an dem deine Freundin sich wundert, warum all ihre Mädels ihren Freund ziemlich ätzend finden und nur noch zum Schlussmachen raten.

Aber darf man das? Jemandem sagen: Dann mach doch Schluss!? Mischt man sich da nicht doch schon zu viel ein?

Und wenn sie dann Schluss machen, dann bist du am Ende vielleicht auch noch Schuld.

Wieso erzählen Menschen über ihren Partner immer so viele negative Dinge? Wieso merken sie nicht, dass sie selber Schuld sind, wenn dann alle den Partner echt ätzend finden? Aber noch wichtiger ist, warum die beiden dann eigentlich zusammen sind, wenn er doch schon wieder soooo ein Arschloch war?

Ist es die Angst vorm Alleinsein? Ist es die Angst keinen Besseren mehr zu finden? Warten die Meisten deshalb mit dem Schlussmachen, bis sie jemand Neues gefunden haben, um dann sofort in die nächste Beziehung zu hüpfen, die dann genau so beschissen läuft?

Wenn Mädels sich mit ihren Freundinnen zusammensetzen, dann geht es nicht um Ratschläge (denn die werden aus eigener Erfahrung NIEMALS angenommen), es geht eher darum, ihr gut zu zusprechen (Er ändert sich bestimmt!!!…ja ganz bestimmt!), es geht darum sie zu bestätigen (boah, wie scheiße ist der denn? Hat er sie noch alle???) und es geht eben nicht darum ihr zu sagen, dass sie sich trennen soll. Denn sie hat sich doch schließlich in das Arschloch verliebt, sie hat ihn auserkoren mit ihr ihr fabelhaftes Leben zu teilen, allein sie kann etwas an dieser Situation ändern. Und genau das ist das Problem, denn insgeheim weiß sie das auch.

Und wenn wir wieder bis spät in der Nacht in der Küche sitzen, dann rate ich ihr nicht endlich Schluss zu machen, sondern höre mir gerne noch einmal an, wieso er nicht mit ihr zusammenziehen will, dass er sie nicht verdient hat und dass er schon wieder eine ganze Nacht Fifa gezockt hat. Denn dafür sind Freunde nun einmal da.

Und dann koche ich uns mitten in der Nacht Nudeln mit Tomatensoße, umarme sie und sage ihr, dass meine Küchenpraxis immer für sie geöffnet hat.

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