Warum deine innere Stimme dich vom Erfolg abhält

Glaubenssätze

Ich kann das nicht!

Ein Satz, den ich in meinem Leben schon sehr oft gesagt habe – zu oft! Und viel zu oft habe ich Dinge deswegen erst gar nicht versucht. Ich kann das nicht! Je öfter ich diesen Satz sage, desto mehr wird er für mich zur Wahrheit. Ich kann das nicht ist nur einer von vielen limitierenden Glaubenssätzen, die in meinem Kopf rumspuken. Ich habe das nicht verdient, ich bin nicht genug, ich bin nicht liebenswert, ich habe keine Zeit, andere können das besser als ich, ich werde nie schlank sein, usw.

Und vor gar nicht allzu langer Zeit hatte ich dann plötzlich ein Warum? im Kopf. Warum sollte ich das eigentlich nicht können? Und warum rede ich mir das eigentlich die ganze Zeit ein?

Je öfter ich mir sage, dass ich etwas nicht kann, desto seltener werde ich es versuchen. Und das wiederum führt dazu, dass ich immer weniger versuchen werde, mir also auch weniger zutraue. Und am Ende werde ich denken: Siehste, ich habe doch gesagt, ich kann das alles nicht. Die perfekte selbsterfüllende Prophezeiung.

Love Hope Peace

Aber wo kommen diese limitierenden Glaubenssätze eigentlich her? Die rede ich mir ja wohl kaum absichtlich den ganzen Tag ein. Klar, mein Unterbewusstsein ist der Übeltäter. Ca. 90% von dem, was wir tun, geschieht unterbewusst.  Und ans Unterbewusstsein rankommen und mal eben alles umzukehren scheint jetzt der einzig logische Schritt zu sein – ist aber natürlich nicht ganz so leicht.

Negative Glaubenssätze werden meist schon in der Kindheit programmiert, zum Beispiel durch negative Erlebnisse, emotionale Ereignisse, verletzende Kommentare oder Misskommunikation. Egal was es war, es brennt sich so richtig in unser Gehirn ein. Ich kann mich an keine dieser Situationen bewusst erinnern und doch wird es einige gegeben habe. Und daraufhin habe ich Mauern aufgebaut, um mich davor zu schützen, dass mich sowas nochmal treffen könnte. Und unser kluges Köpfchen sorgt dafür, dass wir irgendwann gar nicht mehr wissen, dass wir diese Mauer gebaut haben. Und weil wir uns in der Situation nicht mit dem traumatischen Erlebnis auseinandergesetzt haben, werden wir quasi Opfer unseres eigenen Schutzprogramms. Irgendwann wird die Mauer Alltag, wir wundern uns nicht mehr über den beengten Platz. Und dann sagt mein Gehirn irgendwann ganz automatisch: Das kannst du nicht! Und ich sage: Achja, stimmt ja!

Wie komme ich jetzt also über diese Mauer?

Zuerst muss ich erstmal verstehen, dass da überhaupt eine Mauer steht und dass dahinter die große weite Welt der Möglichkeiten steckt. Wenn ich einen Stein aus der Mauer breche und durchgucke, dann habe ich den Prozess schon ins Rollen gebracht. Und genau mit diesem Stein in der Hand stand ich dann vor dieser riesigen Mauer. Ich habe jetzt ein paar Mal durchgeschaut und mir gedacht: Woooow, vielleicht kann ich es ja doch? Aber so ganz will es mein Kopf noch nicht mitspielen. Denn die limitierenden Glaubenssätze stecken seit Jahren fest verankert in meinem Kopf.

Mir das einzugestehen hat wirklich lange gedauert. Als ob so ein paar Wörter in meinem Kopf so viel bewirken könnten? Aber je länger ich darüber nachgedacht habe, desto öfter habe ich beobachtet, dass es tatsächlich so ist. Dass mich diese kleinen Sätze an so viel hindern. Dass meine Selbstzweifel immer größer werden. Dass ich kein Risiko eingehe. Und vor allem, dass ich nicht an mich glaube. Ich habe meine Leben schleifen lassen und gleichzeitig dabei zugesehen, wie alle anderen um mich herum wachsen. Ich war bereit diese Mauer endgültig zu durchbrechen.

Eins vorweg: Das ist nichts, was man mal eben nebenbei macht. Negative Glaubenssätze aufzulösen und sie durch positive zu ersetzen ist ein Prozess. Aber ich muss sagen, dass von Anfang an eine Veränderung zu spüren ist. Es gibt verschiedene Ansätze, wie zum Beispiel NLP, Reframing oder man probiert es einfach auf eigene Faust – so hab ich es gemacht.

Wie habe ich also angefangen? Zunächst habe ich mich tatsächlich einfach mal ruhig auf mein Bett gesetzt und überlegt, was ich gerne können oder erreichen wollen würde. Alle diese Ziele, die mir teilweise sehr utopisch vorkamen, habe ich aufgeschrieben.

NLP – die neurolinguistsiche Programmierung

NLP ist eine Technik, die die negativen Glaubenssätze lösen und positive stärken soll. Das Prinzip wurde von Richard Bandler und John Grinder in den siebziger Jahren erfunden. Durch diese Technik werden Muster untersucht, die während der Interaktion von Gehirn, Sprache und Körper produziert werden. NLP guckt sich das Ziel und das Problem an. Bei dieser Methode geht man davon aus, dass Vorgänge im Gehirn durch Sprache auf Basis systematischer Handlungsanweisungen verändert werden können. NLP wird von Kritikern als unwissenschaftlich bezeichnet. Andere warnen wiederum vor NLP, weil man eben auch gefährliche Dinge programmieren kann – Stichwort: Mind Control.

Abnehmen, erfolgreich Bloggen, eine Weltreise machen, regelmäßig meditieren und Yoga machen, unabhängig sein, am Meer leben, selbstbewusster sein…

Und schon währenddessen konnte ich spüren, wie es in meinem Kopf nur so von starren Denkmustern wimmelte. Immer wieder kam dieses Das schaffst du eh nicht in mir hoch.

Im zweiten Schritt habe ich mir überlegt, welche Glaubenssätze da tatsächlich gerade in meinem Kopf wohnen und welche ich lieber befolgen würde. Das war gar nicht mal so einfach. Denn jetzt musste ich mich bewusst dazu entscheiden, was ich will und was nicht. Ich musste Verantwortung für meine Denkmuster übernehmen. Ich konnte nicht mehr alles einfach auf mein Unterbewusstsein schieben und sagen, dass ich nichts dagegen unternehmen könne. Und deshalb wollte ich die neuen Glaubenssätze wohl überlegt auswählen. Einer der prägnantesten und für mich wichtigsten Sätze lautet definitiv: Ich bin genug! So banal das auch klingen mag. Doch meistens hatte ich bisher das Gefühl, dass das was ich bin und tue eben nicht reicht. Dass immer was fehlt. Dass ich eben nicht genüge.

Meine neuen Glaubenssätze habe ich in das gleiche Büchlein geschrieben, in denen meine Ziele stehen. Ich habe mir sie außerdem abfotografiert, um sie immer bei mir zu haben. Und damit kommen wir schon zum dritten Schritt – Manifestieren.

Wie bekomme ich diese tollen neuen Sätze jetzt in meinen Kopf? Das funktioniert nur, indem ich sie wirklich verinnerliche. Ich muss sie mir immer wieder bewusst machen. Vor allem in Situationen, in denen die alten Denkmuster wieder präsent werden – und das wird noch sehr oft passieren. Um meine neuen Glaubenssätze zu manifestieren, muss ich sie visualisieren. Dazu stelle ich mich zum Beispiel vor den Spiegel und spreche die Sätze bewusst und laut aus. Je öfter ich das tue, desto öfter schwirren die neuen Gedanken durch meinen Kopf.

Glaubenssätze

Wieso funktioniert das? Weil unser Gehirn nicht zwischen realen und Vorstellungen im Kopf unterscheiden kann. Wenn ich mir jeden Tag laut sage, dass ich alles erreichen kann, was ich will, dann programmiere ich mein Gehirn damit nach und nach um. Ich baue meine Schutzmauer im Kopf Stein für Stein ab. Und mittlerweile merke ich schon in vielen Situationen, in denen ich wieder Selbstzweifel hege, dass ich kurz innehalte und mich daran erinnere, dass ich es kann! Dass ich keine Angst haben muss.

Ich kann das!

4 Kommentare

  1. Super Artikel, schon geteilt, Freebie bestellt. Danke! #Ich bin genug. #Ich bin liebenswert. #Ich bin ein Geschenk für die Welt :).

  2. Liebe Serin,
    mir gefällt Dein Artikel auch ganz wunderbar. Ich mag Deinen so leicht fließenden Schreibstil und finde, dass Du das mit den Glaubenssätzen super erklärst. Ich bin neugierig auf Deinen Artikel geworden wegen der Überschrift, die mich irritiert hatte. Jetzt weiß ich, wie Du das mit der inneren Stimme meinst.
    Für mich ist die ‚innere Stimme‘ die Stimme meines Herzens, die mir immer den wahren, sinnvollen Weg flüstert. Glaubenssätze sind Konditionierungen und Konzepte, die von außen übernommen wurden oder – wie Du ja auch schon beschreibst – MENTALE Überzeugungen, die aufgrund von Erfahrungen geschlussfolgert wurden. Für mich kommt die innere Stimme nicht aus dem Verstand, sondern aus dem Innern, dem Selbst, dem Wesen und gibt die beste Orientierung.
    Als Psychologin arbeite ich nicht mit NLP, weil es meiner Meinung nach zu wenig auf die Gefühle eingeht. Wenn es gelingt, die den Glaubenssätzen zugrundeliegenden Gefühle aufzulösen, kann die natürliche Selbstliebe frei fließen und eine Umprogrammierung ist nicht mehr nötig.
    Ups, das war jetzt lang. Lieben Gruß, Regine
    Der Glücks-Psychologie-Blog https://reginegoettert.wordpress.com/

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