Jeden Morgen! – Meine Morgenroutine

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Wie oft wünschst du anderen einen Guten Morgen und wie gut ist dein Morgen dann wirklich?

Ich habe in letzter Zeit festgestellt, dass ich weder gut aus dem Bett komme und noch viel schlimmer, ich stolpere irgendwie in meinen Tag. Ohne Struktur. Ohne Plan. Und meistens ohne ein gutes Gefühl. Als ich das erste Mal davon gehört habe, dass manche Menschen ganze Morgenroutinen haben, hat mich das abgeschreckt. So einen durchgeplanten Stress schon am Morgen? Wozu? Dann habe ich ja noch weniger Zeit. Doch seitdem ich so viele Podcasts höre und Blogs lese, verfolgt mich dieses Thema – Morgenroutine. Na gut. Ich kann es mir wenigstens mal durchlesen. Und plötzlich kam es mir gar nicht mehr so absurd vor. Denn alle Morgenmenschen hatten eine Sache gemeinsam – auch wenn ihre Routinen noch so unterschiedlich waren. Sie starteten fit in den Tag. Und genau das war es doch, was ich auch wollte.

Also fing ich an verschiedene Dinge auszuprobieren. Und nach einigen Wochen haben sich meine Favoriten herauskristallisiert, die ich euch heute vorstellen möchte. Aber erstmal die wichtigste Frage: wieso soll ich mich durch die immer gleichen Abläufe am Morgen fitter fühlen?

In den ersten drei Stunden nach dem Aufstehen ist unser Energielevel am höchsten. Alles, was wir nach dem Aufstehen anpacken klappt besser, als das, was danach kommt. Meistens bremsen wir uns aber selbst in genau dem Zeitfenster aus. Zehn Mal die Snoozestaste drücken. Lange Kaffeetrinken. Instagram und Facebook checken. Eine Serie weitergucken. All das sorgt dafür, dass wir ziemlich träge in den Tag starten. Stattdessen kann man seine Energie lieber nutzen und Dinge tun, die einen pushen.

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Da ich nicht jeden Tag zur gleichen Zeit aufstehe, weil ich nicht immer denselben Arbeitsbeginn habe, stehe ich zwei Stunden bevor ich los muss auf (Frühschicht ausgeschlossen, denn 03:45 Uhr ist dann doch früh genug!). Das Kredo lautet: Je früher, desto besser. Viele Morgenroutinler stehen sogar mit dem Sonnenaufgang auf – und gehen dementsprechend früh ins Bett. Für mich momentan noch keine Option – weil Schichtdienst, aber auf jeden Fall ein Ziel für die Zukunft.

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Das Wichtigste: Nach dem Aufwachen sofort aufstehen! Bei mir wird nicht mehr gesnoozt – egal, wann der Wecker klingelt: ich stehe auf. Dieser Schritt ist für mich wirklich essentiell, um gut in den Tag zu starten.

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Meine zweite Amtshandlung am Morgen ist Licht und Luft. Ich ziehe sofort das Rollo hoch und öffne das Fenster einmal komplett. Die frische Luft und das Licht geben mir nochmal einen extra Schub Wach. Wenn es draußen noch dunkel ist, dann mache ich direkt das Licht an. Der Körper soll jetzt das Wachhormon Serotonin ausschütten. Es sorgt für Wohlbefinden, reguliert unser Hungergefühl und beeinflusst unser Herz-Kreislauf-System. Bei Serotoninmangel fühlen wir uns down, müde und kaputt.

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Wenn meine Mutter das liest, dann wird sie ihren Augen nicht trauen. Ich habe wirklich nie nie nie mein Bett gemacht, weil ich den Sinn einfach nicht verstanden habe. Schließlich legt man sich am Abend eh wieder rein. Wozu der Stress? Als ich für meine Morgenroutine recherchiert habe, hab ich diesen Punkt aber immer wieder und wieder gelesen: Mach dein Bett! Und seitdem ich das tue, verstehe ich auch warum diese zwei Handgriffe wo wichtig sind. Es ist die erste erledigte Aufgabe des Tages und es suggeriert meinem Gehirn: So, jetzt haben wir das schon mal erledigt und jetzt kann der Tag beginnen. Außerdem gibt es jetzt kein zurück mehr ins Bett.

Ölziehen

Nach dem Aufstehen habe ich meistens einen trockenen Mund oder einen komischen Geschmack auf der Zunge. Normalerweise würde ich direkt einen großen Schluck Wasser trinken, aber ich bin diesem Geschmack auf den Grund gegangen und habe festgestellt, dass Trinken nach dem Aufstehen genau falsch ist. Unsere Zunge ist eine Verlängerung des Darms. Das heißt, dass dieser komische Geschmack Gifte sind, die sich in der Nacht in unserem Mundraum sammeln. Mit einem Schluck Wasser transportieren wir diese Gifte wieder zurück in den Körper. In der ayurvedischen Lehre wird deshalb das sogenannte Ölziehen praktiziert – die Gifte werden mit dem Öl gebunden und aus dem Körper geleitet.

Ich bevorzuge Bio-Kokosöl für das Ölziehen. Man kann aber auch Bio-Sesamöl oder Bio-Sonnenblumenöl nehmen. Bevor man startet empfiehlt sich außerdem eine Zungenreinigung. Dann nehme ich einen TL Kokosöl in den Mund und shake es für 15-20 Minuten hin und her. Zwischendurch lege ich immer wieder Pausen ein und lasse das Öl einfach still im Mund – gerade am Anfang fiel es mir echt schwer überhaupt 15 Minuten durchzuhalten. Das allerwichtigste ist aber: Nichts runterschlucken! Das Öl wird eine hochtoxische Lösung. Und die hat nach Ablauf der Zeit auch nichts in der Toilette oder im Waschbecken zu suchen, sondern wird im Hausmüll entsorgt. Jetzt geht’s ans Zähneputzen und danach benutze ich meine selbstgemachte Mundspülung.  Das Beste am Ölziehen ist übrigens: Es leitet nicht nur die Giftstoffe aus, sondern macht auch die Zähne weißer!

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Wenn in meinem Mund alles wieder im Lot ist, dann gibt es erstmal ein großes Glas Wasser. Mittlerweile filtere ich mein Wasser selber mit einer Wasserfilteranlage und deshalb freue ich mich jetzt jedes Mal, wenn ich mir ein Glas Wasser zapfe. Ich war immer sehr trinkfaul. Seit dieser Errungenschaft habe ich es aber geschafft, endlich mal mehr zu trinken.

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15-20 Minuten Ölziehen sind viel Zeit, die ich nutze, um schon mal andere Dinge zu erledigen. Entweder räume ich ein bisschen auf oder ich bereite mein Frühstück für die Arbeit vor. IMG_4925Frühstück fällt aus meiner Morgenroutine nämlich raus, da ich mich nach dem Prinzip des intermittierenden Fastens ernähre und so erst ab 13 Uhr das erste Mal esse – das letzte Mal übrigens vor 21 Uhr.

Ich bin ein echter Smartphone-Junkie. Die größte Herausforderung am Morgen ist es noch nicht auf mein Handy zu schauen. Gerade, wenn ich den Wecker ausstelle ist die Versuchung groß. Da ich mein Smartphone in der Nacht aber sowieso auf den Flugzeugmodus stelle, sind am Morgen noch gar keine neuen Nachrichten eingetroffen und ich kann das Handy nach dem Wecker-Ausstellen schnell wieder auf den Nachtisch legen. Zugegeben – das gelingt mir nicht immer, aber immer öfter. Warum ist es schlecht, morgens schon Mails und Social-Media zu checken? Weil das meistens nicht mal eben ist, sondern weil man vom Hölzchen aufs Stöckchen kommt. Mails von der Arbeit stressen. Kommentare unter Facebook-Artikeln nerven. Bei der Morgenroutine geht es erstmal nur um mich – die Welt muss warten!

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Statt also auf mein Handy zu gucken, schnappe ich mir ein kleines Heftchen und schreibe schnell drei Dinge auf:

Was habe ich geträumt? Wofür bin ich heute dankbar? Was sind meine nächsten Ziele?

Da ich wirklich jede Nacht sehr intensiv träume, hab ich jetzt angefangen meine Träume aufzuschreiben, um herauszulesen, was mir nachts regelmäßig durch den Kopf geht. Durch das Aufschreiben von den eigenen Zielen, schaffe ich es diese besser zu manifestieren. Und mir täglich bewusst zu machen, wofür ich dankbar bin, schärft auf der einen Seite meine Achtsamkeit und auf der anderen Seite starte ich mit positiven Gedanken in den Tag.

An einigen Tagen habe ich es auch schon geschafft zu meditieren, um meine Gedanken zu ordnen. Die Meditation würde ich gerne als festen Bestandteil in meine morgendliche Routine integrieren – das ist mir noch nicht gelungen. Trotzdem habe ich zwei super Apps für den Einstieg gefunden. Das ist einmal Headspace und 7Mind. Wobei mir 7Mind mittlerweile besser gefällt. Mit jeder Meditation habe ich gemerkt, dass es was mit mir macht. Dass ich lockerer werde und gleichzeitig konzentrierter. Zwei gute Gründe, um öfter zu meditieren.

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Und auch wenn es erstmal nur Stretching ist. Bewegung am Morgen belebt den ganzen Körper. Je nachdem wie viel Zeit ich habe, gibt es bei mir morgens ein ganzes Workout, ein bisschen IMG_4874Yoga oder zumindest ein bisschen recken und strecken. Egal was, Hauptsache man bringt den Kreislauf in Schwung. Außerdem laufe ich fast jeden Tag zur Arbeit, da gibt es dann nochmal eine Portion frische Luft und ich muss mich nicht in die überfüllte Bahn quetschen. Das Workout mache ich mit der Niketraining-App, wenn es schneller gehen soll dann mit der Seven-App. Meine persönliche Yogalehrerin ist Adriene. Ich bin noch lange kein Sportprofi, aber ich bin wirklich erstaunt, wie schnell sich Muskeln aufbauen können und wie happy ich mich nach einer Sporteinheit fühle.

Danach geht es dann ab unter die Dusche. Währenddessen höre ich fast täglich mindestens eine Podcastfolge. Meine Favoriten sind die Podcasts von Marcus Meurer, Laura Malina Seiler, Curse und neuerdings der von Sophia Hoffmann.

 

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen – das haben wir so gelernt. Mittlerweile habe ich aber für mich erkannt, dass ich zu Beginn des Tages erstmal etwas für mich tun will und dann die Arbeit starte. Diese Morgenroutine gibt mir gleich nach dem Aufstehen Power für den Tag. Schon bevor ich das Haus verlasse, habe ich richtig viel für meinen Körper und meinen Geist getan. Am Anfang mag das alles viel klingen. Und auch ich war immer ein Freund davon, jede Minute zu nutzen, um noch ein bisschen länger zu schlafen und dann alles zack zack zu machen und zur Arbeit zu eilen. Aber wenn der Tag schon stressig anfängt, dann kann er auch nur hektisch weitergehen. Die Morgenroutine bringt Struktur in meinen unstetigen Alltag.

Wie sieht dein Morgen aus?

Lichtenberg

2 Kommentare

  1. Wundervoller Beitrag liebe Serin! Mir hat das Einführen einer Morgenroutine eine völlig neue Welt eröffnet. Endlich habe ich Zeit nur für MICH! Vorher habe ich mir diese Zeit nie bewusst genommen. Meine Me-time war meistens die Zeit am Smartphone oder am Computer.

    Meine Morgenroutine beinhaltet Yoga, Meditation, Journalling, Affimartionen und das Lesen. Ölziehen mache ich bisher nicht, sondern trinke warmes Wasser mit Apfelessig. Aber nach deinem Beitrag werde ich mich da mal schlau machen 🙂

    • Serintogo

      Liebe Marilena,

      mir geht es genauso. Wasser mit Apfelessig hab ich dafür noch nicht probiert. Regt das die Verdauung an? Und wie betreibst du das Journaling genau?

      Liebe Grüße
      Serin

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