15 Wochen zuckerfrei – kein Ende in Sicht!

15WochenZuckerfrei

Machst du das immer noch mit dem Zuckerfrei? – keine Frage wurde mir in den letzten 15 Wochen öfter gestellt. Aber ich werde nicht müde diese Frage mit einem wohlwollenden Ja zu beantworten. Zwischendurch auch kein Stück Kuchen? Keine Schokolade? Keine Ausnahmen? Nein. Nur meine Spielregeln haben sich ein bisschen verändert. Aber fangen wir von vorne an.

Nach meiner 30TageohneZucker Challenge hatte ich vor allem eine Angst: Kann ich das auch, wenn ich nicht jeden Tag darüber berichte? Schaffe ich es mich nicht selbst zu belügen? Der Wille und das bereits geschaffte Ziel waren offensichtlich größer. Und so habe ich einfach weiter gemacht. Dabei ist Machen eigentlich das falsche Wort. Denn ich mache so gesehen eigentlich nichts. Wenn man verzichtet, dann tut man ja eben eigentlich nichts. Die Kunst des Nichtstun. Doch etwas bewusst nicht zu tun, kann eben so schwierig sein, wie etwas bewusst zu tun. Denn auch das Nichtstun, also das Nicht-Konsumieren von Zucker, geschieht jeden Tag ganz bewusst. Und doch hat sich eine Routine eingeschlichen. Ich schaue im Supermarkt beispielsweise automatisch auf jede Rückseite einer Packung, solange ich das Produkt nicht schon in- und auswendig kenne. Und damit kommen wir schon zu der zweiten Routine, ich habe mittlerweile zuckerfreie Lieblingsprodukte, die immer wieder Einzug in meine Küche erhalten. Durch die Challenge habe ich eine große Leidenschaft fürs Kochen für mich entdeckt. Meine zuckerfreien Gerichte gibt es mittlerweile fast täglich auf meinem Instagramkanal.

Zuhause ist das zuckerfreie Leben also kein Problem mehr. Im Gegenteil – Freunde, die mich besuchen, wünschen sich vegane zuckerfreie Bowls – und dann koche ich doppelt so gerne. Die ausgeweiteten Spielregeln beziehen sich eher auf mein Leben außerhalb meiner vier Wände. Denn ja, im Restaurant weißt du einfach nicht, ob nicht doch Zucker oder Süßungsmittel enthalten ist. Diese Tatsache habe ich für mich einfach angenommen und kann damit sehr gut leben und – noch wichtiger – gewissenhaft essen. Und genau das ist der Punkt, der für mich am essentiellsten ist. Essen ohne schlechtes Gewissen.

Vor zwei Wochen habe ich einen Text darüber geschrieben, dass ich es einfach nicht schaffe, mich vegan zu ernähren, obwohl ich es so sehr will. Kurz danach habe ich es geschafft, weil ich einfach verstanden habe, dass ich die Spielregeln mache – ich ganz allein. Meine Regel lautet 90/10. 90% vegan und 10% vegetarisch. Sei es nun, weil es nichts anderes gibt oder weil ich Lust darauf habe. Auch hier gilt: ohne schlechtes Gewissen. Und genauso läuft es mit dem Zucker. Wenn in der Sauce im Restaurant Zucker enthalten ist, dann ist das für mich okay, weil ich in dem Moment bewusst esse. Ohne Zwang. Ich cheate nicht. Ich esse es, weil ich es möchte.

Ich habe oft dieses Schwarz-Weiß-Denken. Ganz oder gar nicht. Null oder Eins. Für mich gibt es oft nichts dazwischen. Dabei ist genau dieses Denken das Gegenteil von differenziertem Denken. Das Schwarz-Weiß-Denken ist Schuld daran, dass ich so schnell und so oft Dinge aufgebe, die ich doch so sehr wollte. Ich habe jetzt endlich entdeckt, dass es auch grau gibt. Sogar viele Facetten. Wenn nicht sogar 50 verschiedene 😉 Den richtigen Grauton muss jeder selbst für sich finden.

Meine neuen Spielregen beinhalten trotzdem keine Süßigkeiten. Null! Viele haben mir geschrieben, dass sie sich öfter mal ein Stück Kuchen gönnen oder ein Eis. Das gibt es bei mir bisher nicht. Aus dem einfachen Grund, dass ich noch nicht so weit bin. Mache ich eine Ausnahme, dann entwickelt sich daraus ganz schnell ein Konstrukt aus vielen Ausreden. Und dann wird aus einer Ausnahme eine weitere Ausnahme der Ausnahme. Und plötzlich stehe ich wieder jeden zweiten Tag in der Schlange meiner Lieblingseisdiele. Ich sage nicht, dass das schlecht ist. Aber ich will das für mich nicht. Ich will erst an den Punkt kommen, an dem ich weiß, dass ich ein Stück Käsekuchen essen will oder eben auch nicht essen will. Ich will nicht den halben Tag über dieses Kuchenstück nachdenken. Ich will es essen wollen, weil ich Lust habe und dabei ein gutes Gefühl haben. Ich will mich danach nicht ärgern. Ich will nicht davor sitzen und stundenlang denken soll ich oder soll ich nicht? Und solange ich das nicht kann, verzichte ich komplett darauf.

Ein Thema, das immer wieder aufkommt ist Alkohol. Nach der Challenge habe ich wieder angefangen Alkohol zu trinken. Ich muss aber zugeben, dass es mich nicht mehr annähernd so sehr reizt wie vorher. Ich weiß nicht, ob das am Geschmack liegt. Aber ich trinke definitiv weniger und seltener Alkohol. Das wirkt sich sowohl gut auf meinen Zuckerkonsum aus, als auch auf Körper und Geist.

Und bleiben wir doch gleich beim Körper. Mittlerweile trage ich zwei Kleidergrößen kleiner. Einer der besten Nebeneffekte. Denn Abnehmen war bei mir schon seit ich denken kann ein Thema und so richtig wollte es nie klappen. Zucker bzw. kein Zucker scheint einer der Schlüssel zum Erfolg zu sein. Ich fühle mich viel wohler, bin fitter und esse mich trotzdem satt.

Hey #igers ☀️ mir ist heute aufgefallen, dass ich jetzt schon drei Monate #zuckerfrei bin – whaaaat?! Fühlt sich echt toll an und wird auch zu Gewohnheit. Trotzdem merke ich immer wieder, dass ich zwischendurch noch an Zimtschnecken oder Schokosorbet denke. Solange ich damit nicht in absolutem Einklang bin, mache ich auch keine Ausnahme. Nur Alkohol trinke ich seit zwei Monaten wieder – immerhin seltener als vorher. Mein Gewicht hat sich momentan eingependelt. Bis zum Sommerurlaub darf aber noch was runter denn #abgerechnetwirdamstrand 😉 ich wünsche euch einen wundervollen #dienstag 💕 . . . . . #nosugar #projektzuckerfrei #ohnezucker #abnehmen #weightloss #fitfam #fitspo #fitstagram #nopainnogain #weightlosstransformation #transformationtuesday #abnehmen2017 #healthylife #healtylifestyle #icaniwill #loveyourself #nomakeup #benatural #backtotheroots #köln #kölnbloggt #happytuesday #serintogo #bewusstsein #persönlichkeitsentwicklung #achtsamkeit

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Die Zuckerfreiheit ist nach 15 Wochen ein Teil von mir. Ich kann mir nicht mehr vorstellen noch so viele Süßigkeiten zu essen, wie ich es bis Ende Dezember getan habe. Nach jedem Gummibär, nach jedem Stück Schokolade und nach jedem Teilchen habe ich mich unglücklich gefühlt. Dieses Gefühl habe ich jetzt seit über 3 Monaten nicht mehr. Essen fühlt sich jetzt einfach nur noch schön und befriedigend an. Es bestimmt nicht mehr meinen ganzen Tag. Sondern es gehört einfach dazu.

Viele verstehen immer noch nicht, dass ich keine Challenge mehr betreibe. Zuckerfrei ist für mich keine Phase, sondern eine Erkenntnis. Und ich freue mich umso mehr über die vielen Fragen und Anregungen, die ich von euch bekomme. Einige wollen den zuckerfreien Weg auch einschlagen und können dabei auf meine volle Unterstützung setzen.

15 Wochen zuckerfrei. Das ist erst der Anfang.Goethe

2 Kommentare

  1. Ich finds cool, dass du das so durchziehst 🙂
    Ich hab auch mal zwei Monate ohne Zucker gelebt, da auch komplett. Weder industrieller noch Fruchtzucker. Das habe ich auch überraschend gut durchgehalten. Für mich war aber von Anfang an klar, dass das nichts für immer ist und eher eine Art Kur für mich. Trotzdem esse ich seitdem immer noch weniger Zucker und fühle mich auch besser in meinem Körper. Ich wollte damit nicht abnehmen und habe es auch nicht gemacht, aber das Körpergefühl hat sich trotzdem verändert und meine Haut mag mich seitdem auch viel lieber 😀
    Viel Glück dir weiterhin 🙂
    Liebe Grüße,
    Leni 🙂
    http://www.sinnessuche.de

    • Liebe Leni,

      cool, dass die die Veränderung immer noch merkst und deinen Zuckerkonsum im Griff hast ☺️

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