Tag 29 – Kein Countdown

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Ja es ist Tag 29. Ja, morgen ist die Challenge vorbei. Aber nein. Nein? Nein, für mich endet die Challenge morgen nicht. Ich zähle nicht runter, um endlich wieder Weingummi zu essen. Für mich beginnt morgen die eigentliche Challenge eher richtig: Und zwar dauerhaft auf meinen Zuckerkonsum zu achten. Bewusst zu essen. Bewusst nein zu schlechten Lebensmitteln zu sagen. Bewusst zu leben.

Denn heute ist mir eine Art Erleuchtung gekommen. Seit Tagen habe ich Frühschicht und normalerweise bin ich danach immer matschig, unkonzentriert, müde und unmotiviert. Aber heute habe ich gemerkt, dass dieses Mal etwas anders ist. Ich bin absolut klar im Kopf. Überhaupt nicht matschig. Und das, obwohl ich in den letzten Tagen nicht gerade viel geschlafen habe. Ich habe oft gelesen, das Menschen, die auf Zucker verzichten, sich fitter und klarer fühlen. Aber ich glaube selten an etwas, bevor ich es nicht selber erlebt habe. Und was soll ich sagen? Wow!

Dieser neue Zustand bestärkt mich noch einmal darin, meine Ernährung dauerhaft zu überdenken und umzustellen. Schon in den letzten Tagen war das Thema bei mir. Denn wenn man von einer Sache wirklich überzeugt ist und sich auch noch so gut dabei fühlt, dann sollte es doch umso leichter sein. Mit Fleisch geht das bei mir ganz easy, warum dann nicht auch mit Zucker?

appetitSchließlich hat beides etwas mit Gefühl zu tun. Wobei mich bei Fleisch mittlerweile tatsächlich der Ekel packt – das wird bei Zucker wohl noch dauern. Denn zu Zucker habe ich eine ganz besondere emotionale Bindung. Ich habe euch letzte Woche erzählt, was emotionaler Hunger ist und genau von dem komme ich nur sehr schwer los. Appetit von wirklichem Hunger zu unterscheiden ist der Schlüssel. Und in den letzten vier Wochen habe ich endlich angefangen mal auf meinen Körper zu hören. Zu fühlen, was er wirklich will und braucht. Und er hat zwar Zucker gesagt, meinte aber oft einfach Durst. Ich bin guter Dinge, dass wir uns annähern und langsam die gleiche Sprache sprechen.

Ein anderes Thema hat mich letzte Woche auch sehr intensiv beschäftigt. Warum tut eigentlich keiner was gegen die Zuckerindustrie? Warum können die uns einfach vergiften? Bei meinen Recherchen habe ich dann herausgefunden, dass es tatsächlich Menschen gibt, die sich gegen die Lobby auflehnen oder aufgelehnt haben, aber dass diese dann in der Versenkung verschwinden. Ich habe euch den wahren Sugardaddy John Yudkinden vorgestellt, ein Vorreiter in Sachen Aufklärung über Zucker. Ein Pionier, der mundtot gemacht wurde. Was früher einfach war, ist heute dank Internet, Netzwerken und sozialen Medien schon schwerer für die großen Konzerne geworden. Unser Glück! Heute ist es vor allem Robert Lustig, der Yudkins Arbeit wieder aufgenommen hat und weiter dafür sorgt, dass wir die Wahrheit über die weißen Kristalle erfahren.

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Aber ob die Zuckerindustrie wirklich jemals moralisch umdenkt, wage ich zu bezweifeln, denn dann würde sie ja pleite gehen. Ich will also nicht warten, bis mir einer da oben sagt, was gesund und ungesund ist, ich probiere es lieber direkt selber aus. Und informiere mich selbst. Zum Beispiel in dem Buch Raus aus der Zuckerfalle von Marion Selzer, das ich euch gestern vorgestellt habe. Der perfekte Begleiter durch den schweren Entzug. Und auch hilfreich, wenn man schon länger dabei ist. Weil sie eben verrät, was da dauernd in unserem Kopf passiert und, dass Rückschläge kein Grund sind einfach aufzugeben.

Und, dass ich nicht aufgeben will, weiß ich spätestens seit letzter Woche. Ich passe jetzt nämlich endlich in meine Schlanken Jeans – und ich bin ehrlich, daran habe ich in diesem Leben nicht mehr geglaubt! Challengerin Julia hat mir übrigens verraten, dass sie sich daraufhin auch eine schlanke Jeans gekauft hat, in die sie bald reinpassen will. Yeah!

Ja, ab Mittwoch will ich nicht mehr ganz so streng sein, wie in diesen 30 Tagen. Aber auf Süßungsmittel will ich dennoch verzichten. Dafür gibt es da eine Süße, die ich doch in meine Küche lasse – die Dattel. Sie ist die einzige, die mich von ihrer natürlichen Süße überzeugen konnte. Während der Challenge habe ich zwar auch auf Datteln verzichtet, aber wenn es demnächst mal etwas süßer sein darf, dann auf jeden Fall dattelsüß.

Nein. Es gibt für mich keinen Countdown – auch wenn es Tag 29 ist. Das habe ich jetzt -bei sehr klarem Verstand- für mich entschieden. Denn dieser Countdown würde sich so anfühlen, als würde ich meine letzten Tage zählen. Dabei habe ich das Gefühl: Das Leben geht jetzt erst so richtig los!

 

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