Tag 28 – Lektüre

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Bevor ich mit der #30TageohneZucker Challenge angefangen habe, stand auf der To-Do-Liste erstmal: viele Informationen sammeln. Es gibt etliche Bücher über Zucker. Ich konnte mich die ganze Zeit nicht entscheiden, welches ich bestellen sollte, also habe ich mir erstmal mit Dokus und dem Internet weitergeholfen. Aber wie es der Zufall so will, hat mich kurz nach Start der Challenge Marion Selzer angeschrieben. Sie hat das Buch Raus aus der Zuckerfalle geschrieben und mich gefragt, ob sie es mir schicken darf. Klar. Und heute möchte ich euch berichten, was es mit dem Buch auf sich hat.

Zunächst ist es ein ziemlich dicker Brocken – das finde ich gut, denn ich habe selbst in den letzten vier Wochen gemerkt, wie viel es zum Thema Zucker zu sagen gibt. Und eins macht sie im ersten Kapitel klar: Dieses Buch ist nicht für jeden! 

Beim Durchblättern und studieren des Inhaltsverzeichnis ist mir sofort aufgefallen, dass Marion Selzer vor allem erstmal darauf setzt, klar zu machen, was der Zucker eigentlich mit uns macht. Warum er so gefährlich ist. Auch sie ist, wie ich, davon überzeugt, dass wir Junkies sind. Deshalb gibt es im Buch einen Test, der einem schließlich sagt, welcher Zuckertyp man ist. Sowohl mit den Zuckereigenschaften, als auch mit dem Thema Sucht beschäftigt sie sich sehr ausführlich. Das gefällt mir persönlich echt gut, weil auch ich für mich festgestellt habe, dass man sich mit den Auswirkungen von Zucker nicht intensiv genug beschäftigen kann. Zum einen sind das komplexe medizinische Prozesse, die man erstmal aufdröseln muss – und die man nicht unterschlagen darf. Und auf der anderen Seite sind es Themen, die mindestens genauso wichtig sind, wie der Entzug an sich. Denn nur wenn wir verstehen, warum Zucker so schädlich ist, können wir auch verstehen, dass wir ihn nicht mehr brauchen.

In dem Buch wird nicht nur aufgezählt, auf was man alles verzichten muss, sondern die Autorin beschreibt auch, was man stattdessen essen könnte. Im hinteren Teil des Buches findet man sogar noch Rezepte – die sind zu meinem Glück fast alle ohne Süßungsmittel, denn auch diese nimmt Marion Selzer unter die Lupe. Und an diesem Punkt scheinen wir uns auch einig zu sein – eine perfekte Alternative gibt es nicht und das Ziel sollte viel mehr sein, seine Geschmacksknospen wieder an eine natürliche Süße zu gewöhnen.

Nach viel Aufklärungsarbeit geht es in dem Buch schließlich ans Eingemachte – der Entzug. Ich habe viele gute Tipps gelesen. Und ich finde es außerdem hilfreich, dass es ein ganzes Kapitel zum Thema Rückfall gibt – das nimmt einem die Angst vor dem Versagen.

Aber was mir am allerbesten an Marion Selzers Buch gefällt, ist der spirituelle Ansatz. Es geht in dem Buch nicht ausschließlich um den körperlichen Entzug – sondern hier wird auch ganz klar auf Glaubensmuster und emotionale Verstrickungen eingegangen. Auch der emotionale Hunger spielt in dem Buch eine Rolle. Für mich macht dieses Kapitel das Buch sehr besonders, weil ich beim Lesen merke, dass Marion Selzer den Zuckerentzug selber durchgemacht hat und sehr ehrlich und offen damit umgeht. Weil sie noch viel tiefer geht. Sie hat hinterfragt, welchen Knoten wir da im Gehirn haben. Warum wir mit Zucker nicht abschließen können. Im Buch werden Strategien beschrieben, um diese festverankerten Glaubenssätze zu lösen und neue zu formulieren. Ich denke, dass das ein ganz wichtiger Prozess in so einer Umbruchphase ist.

Am Ende des Buches gibt es alles nochmal für Lesefaule zusammengefasst – hilfreich, wenn man sich z.B. nochmal eben nachschlagen wollte, welche Namen Zucker sonst noch hat.

Insgesamt ist Raus aus der Zuckerfalle ein sehr umfangreiches, gut recherchiertes Buch, das für mich fast alle wichtigen Themen rund um Zucker abdeckt. Ich sage fast, weil mir ein Thema fehlt. Der Aspekt der Zuckerlobby. Wer ist das das eigentlich, der dafür sorgt, dass ich süchtig bleibe? Wer versteckt den Zucker in allen Lebensmitteln? Wer macht da eigentlich mit meiner Gesundheit so viel Profit?

Das Buch zielt natürlich auf einen langfristigen Verzicht ab und nicht nur auf 30 Tage. Und da ich mit dieser Langfristigkeit auch noch zu kämpfen habe, werde ich mir meine Glaubenssätze jetzt auch mal genauer vorknöpfen. Und mit diesem fange ich an:

ich-habe-die-wahl-und-treffe-gute-entscheidungen

Von mir gibt es 4 von 5 Sterne. Ein tolles Buch!

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