Tag 24 – Süße aus der Wüste

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Und der Jan mag das Essen nicht, denn das ist vergiftet, vergiftet. Alle sind vergiftet! Und weil Jan Delay da gar nicht mal so unrecht hat, stellt sich die Frage: Was kann man überhaupt noch essen, jetzt wo wir auf Zucker und manche zusätzlich noch auf Süßungsmittel verzichten? Was ist denn, wenn wir mal was Süßes wollen?

Wenn ich auf diese Frage mit Obst antworte, dann werde ich genervt angeguckt. Die Süße aus Obst scheint den meisten nicht zu reichen. Aber es gibt da eine Frucht, die kann man an Süße kaum toppen: Die Dattel. Natürlich kommt die Süße durch den hohen Zuckergehalt der Frucht zustande. Aber hier möchte ich noch einmal daran erinnern, dass der Zucker nicht pur konsumiert wird, sondern Hand in Hand mit Ballaststoffen in euren Körper gelangt, was dazu führt, dass der Zucker besser verarbeitet werden kann. Und Datteln können noch mehr. Sie enthalten Vitamine, Spurenelemente, Mineralien und sekundäre Pflanzenstoffe.

Forscher der King Saud University in Saudi Arabien haben etliche Studien über die Datteln ausgewertet und hier zusammengefasst. Die Dattel ist seit Jahrhunderten eins der wichtigsten Lebensmittel im arabischen Raum. Und das nicht ohne Grund. Die Wissenschaftler schreiben der süßen Wüstenfrucht ziemlich viele tolle Eigenschaften zu. Sie soll den Fettstoffwechsel positiv beeinflussen, Leberschäden vorbeugen und antioxidant wirken – also freie Radikale abwehren. Datteln sollen gut für das Immunsystem sein und Infektionskrankheiten vorbeugen. Die Forscher weisen außerdem noch einmal auf die Vitamine und Mineralstoffe und die positive Auswirkung auf Blut, Zähne, Knochen, Zellen und Nerven hin. Datteln enthalten, laut der Forscher, nämlich mehr Mineralien, als die meisten anderen Früchte. Und durch den hohen Kaliumgehalt sind sie besonders gut für das Herz-Kreislauf-System. Und sie sollen außerdem durch die vielen Ballaststoffe sehr gut für die Verdauung sein – bei übermäßigem Verzehr vielleicht auch ein bisschen zu gut.

Insgesamt zeigen die Studien also, dass Datteln echte Alleskönner sind, auch mit dem hohen Zuckeranteil. Da die Studien aus Saudi Arabien stammen und Saudi Arabien der drittgrößte Dattel-Produzent weltweit ist, muss man natürlich wieder mal vorsichtig sein, da man nicht weiß, wer die Studien finanziert hat. Die meisten Datteln kommen übrigens aus Ägypten und dem Iran.

Dattel Creme.pngAndererseits habe ich bei all meinen Recherchen keine Studien gefunden, die Datteln etwas Negatives unterstellen könnten. In Foren und Facebook-Gruppen werden Datteln öfter kritisiert, weil der Fructose-Anteil so hoch ist (ca. 80%) und so die Gefahr für einen Zuckerrückfall erhöht werden könnte. Studien die diese Meinungen decken, habe ich allerdings nicht gefunden. Menschen mit Fructoseintoleranz sollten die süße Wüstenfrucht dementsprechend natürlich nicht in großen Mengen genießen.

Die beliebteste Dattel ist übrigens die Medjool-Dattel. Sie ist schön groß und saftig. Und man erkennt sie an ihrer karamelligen Note. Um mit Datteln einen Kuchen oder ein Dessert zu süßen, kann man sie entweder ganz klein hacken und dann verarbeiten. Oder man macht sich selber eine Dattel-Creme. Die Creme kann man ein paar Tage im Kühlschrank aufbewahren oder einfrieren.

Die Süße aus der Wüste ist also absolut nicht zu unterschätzen. Ein Wunder der Natur, das man ruhig mal ab und zu vernaschen darf. Also Jan, probier doch mal!

 

 

6 Kommentare

  1. In meinen Zuckerentzugs-Kursen gibt es immer wieder die Rückmeldung, dass Datteln erneuten Zuckerhunger auslösen können. Besonders auch die Fett/Zucker-Kombination Datteln mit Nüssen.
    Ich selbst hab das auch erlebt. Es ist einfach echt lecker und die Frucotse erledigt dann das übrige.

    Viele Zuckersüchtige können ihre Sucht dank Datteln auch etwas in Richtung gesünder verschieben, aber eben nicht beenden. Die Anhängigkeit und das Bedürfnis nach einem starken Süßgeschmack bleibt. Deshalb werden dann täglich Datteln konsumiert und in diesen Mengen stört die Fructose dann die Leber.

    Etwas Süßes aus Datteln zu besonderen Momenten zu essen, ist aber meiner Meinung nach voll OK 🙂 … auch hier gilt eben wieder: „Die Dosis macht das Gift.“

    Studien dazu gibt es bestimmt noch nicht, denn das Thema Zuckersucht ist noch gar nicht wirklich anerkannt.

    • Wie du schon sagst, jeden Tag jetzt dutzende Datteln zu essen kann es natürlich auch nicht sein. Ich verzichte in diesen ersten 30 Tagen auf alles süße – aber ich denke, dass es danach eine gute Alternative sein kann, die eben, im Gegensatz zu anderen Süßungsmitteln, Vitamine und Mineralien enthält. Eine Studie dazu wär auf jeden Fall sehr interessant. Vielleicht sollten wir das mal in Angriff nehmen ?

      • Das wäre toll!
        Ich fänd‘ es interessant, wenn du dann über die Folgen, die du nach dem Dattelkonsum spürst, schreiben würdest.

        • Ich habe sowieso vor darüber zu schreiben, was passiert, wenn ich doch mal zu etwas süßem greifen sollte – natürlich erst nach der Challenge.

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