Tag 21 – Hey Süße!

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Drei Wochen! 21 Tage ohne Zucker. Wer hätte sich das wirklich zugetraut? Ich bin ehrlich, ich war am Anfang echt nicht sicher, ob ich das ohne große Schwierigkeiten und schlechter Laune durchstehen würde. Und jetzt kann ich nicht glauben, dass die Challenge nur noch eine Woche weitergeht. Eine Frage, die in diesen drei Woche aber immer wieder aufgekommen ist, ist die nach Zuckeraustauschstoffen und Süßstoffen. Agavendicksaft, Stevia, Reissirup, Kokosblütenzucker, Xylit und viele mehr. Kann man die nicht einfach verwenden?

Ich sage jein. Und heute erkläre ich euch warum.

su%cc%88sstoffeFangen wir mit den Süßstoffen an. Ich habe sehr lange geglaubt, dass ich mir etwas Gutes tue, wenn ich light-Produkte esse und meinen Zuckerkonsum in einen Süßstoffkonsum verwandle. Denn keine bzw. wenig Kalorien haben sich für mich immer verlockend angehört. Zwischendurch habe ich immer wieder mitbekommen, dass Süßstoffe auch nicht gerade den besten Ruf haben. Und jetzt habe ich mich endlich intensiv mit dem Thema beschäftigt.

Süßstoffe werden, bis auf ein paar Ausnahmen,  synthetisch hergestellt. Süßstoffe sind manchmal hundertfach, manchmal tausendfach süßer als Zucker, haben kaum Kalorien und liefern null Energie. Es geht schlicht und ergreifend darum, eine Speise süßer zu machen. Deshalb kann man sich jetzt natürlich fragen, was soll daran jetzt so schlimm sein?

Das Problem ist, dass Süßstoffe unsere Darmflora und damit den gesamten Stoffwechsel negativ beeinflussen können. Denn auch beim Verzehr von Süßstoffen steigt der Insulinspiegel, so wie bei Zucker, an. Wenn man immer light-Produkte isst, macht es also kaum einen Unterschied. Denn Studien zeigen, dass Menschen die nur Süßstoffe verwenden ebenfalls zunehmen und krank werden.

Schuld ist aber nicht nur die Bauchspeicheldrüse, sondern auch unser Gehirn. Sobald die Rezeptoren an unserer Zunge süß schmecken, wartet der Körper auf Glukose. Durch Süßstoff kommt da aber natürlich niemals Glukose im Körper an. Das Gehirn ist verwirrt. Und je öfter immer nur Süßstoff, statt Zucker kommt, desto verwirrter ist es. Und irgendwann empfindet das Gehirn als bedrohliche Nährstoffkrise und vermittelt dem Körper: Wir brauchen mehr Essen! 

Für alle Süßstoffe gilt, dass pro Tag nur eine bestimmte Menge davon aufgenommen werden sollte. Denn bei allen Süßstoffen handelt es sich um künstlich erzeugte Verbindungen. Einen Süßstoff, über den man immer mal wieder was hört, will ich herausgreifen: Aspartam.

Aspartam besteht aus drei Komponenten: Asparaginsäure, Phenylalanin und Methanol. Nimmt man ein Lebensmittel, das mit Aspartam gesüßt wurde, zu sich, dann zerfällt es wieder in die drei Stoffe. Und diesen Stoffen werden gleich mehrere Dinge nachgesagt. Asparaginsäure soll schwere chronische neurologische Störungen verursachen. Methanol wird im Körper zu Formaldehyd, also einem Nervengift, das der Körper nicht abbauen kann. Und Phenylalanin muss sogar auf Lebensmitteln, die Aspartam enthalten, angegeben werden, weil Menschen mit der Stoffwechselerkrankung Phenylketonurie Phenylalanin nicht einnehmen dürfen. Hört sich gar nicht mal so nett an, oder?

Süßstoffe werden immer wieder in Verbindung mit Krebs gebracht. Es gibt mehrere Studien dafür und dagegen. Seit 1990 ist Aspartam in Deutschland als Süßstoff erlaubt.

Zuckeraustauschstoffe.pngDa Süßstoffe mittlerweile nicht mehr den besten Ruf haben, greifen immer mehr Menschen zu Zuckeraustauschstoffen. Sie werden aus natürlichen Rohstoffen gewonnen. Im Gegensatz zu Süßstoffen enthalten diese Kohlenhydrate, die der Körper insulinunabhängig verwertet. Das bedeutet, dass der Blutzuckerspiegel nach Einnahme von Zuckeraustauschstoffen kaum ansteigt. Die Süße ist ähnlich wie bei Zucker. Da die Bakterien der Mundflora nicht verwerten, gelten Zuckeraustauschstoffe als zahnfreundlich. Xylit wird sogar nachgesagt, dass es die Bildung von Karies hemmen kann – ich teste das gerade mit einer selbstgemachten Mundspülung. Xylit wird auch Birkenzucker genannt und wird aus dem Birkenholz gewonnen.

Das klingt alles erstmal gar nicht so schlecht. Allerdings kann man nicht viel von den Zuckeraustauschstoffen essen. Sie wirken in größeren Mengen nämlich abführend und führen zu Blähungen.

Eins der bekanntesten Süßungsmittel ist mittlerweile wohl Stevia. Gewöhnungsbedürftig im Geschmack, dafür aber null Kalorien. Stevia senkt den Bluthochdruck, beeinflusst also das kardio-vaskuläre System (also Herz- und Blutgefäßsystem betreffend). Das kann man jetzt gut oder schlecht finden. Was man aber überhaupt nicht gut finden kann ist, dass Stevia nachgesagt wird, dass es Frauen unfruchtbar machen soll. In Südamerika soll Stevia laut einer Studie früher sogar als Verhütungsmittel benutzt worden sein. Wie so oft macht hier aber die Dosis das Gift. Denn alle Studien zeigen, dass der Verzehr von geringen Mengen harmlos sein soll.

Als ich angefangen habe, mehr auf meinen Zuckerkonsum zu achten, habe ich mir Agavendicksaft und Kokosblütenzucker gekauft. Ich habe tatsächlich geglaubt, dass ich meinem Körper damit etwas Gutes tue – weil beides aus der Natur kommt. Nach der Recherche zu diesem Text, bin ich allerdings ziemlich enttäuscht.

Agavendicksaft wird, wie der Name schon sagt, aus der Agavenpflanze gewonnen. Der Saft wird abgezaft und zu Sirup eingekocht. Es handelt sich um ein Glukose-Fruktose-Gemisch, das durch den unraffinierten Zustand noch Mineralien und Spurenelemente enthält. Allerdings müsste man sehr viel vom Agavendicksaft trinken, um etwas davon zu haben. Das eigentliche Problem besteht aber bei der Fruktose. Agavendicksaft wird damit beworben, einen niedrigen Glukosewert zu haben, das stimmt, aber dafür ist der Fruktosewert umso höher. Und was mit unserem Körper passiert, wenn er isolierte Fruktose verabreicht bekommt, das hatten wir ja schon.

happy-birthday-louiseBei Kokosblütenzucker und Honig verhält es sich übrigens ähnlich. Nur Reissirup enthält keine Fruktose, sonder Glukose. Alle drei sind einen Ticken gesünder als Zucker, aber sie bleiben und wirken im Körper eben genauso.

Für welchen Süßstoff, Zuckeraustauschstoff oder natürliche Süße soll man sich jetzt also entscheiden? Wichtig bei der Entscheidung ist, dass man sich bewusst macht, dass keins dieser ganzen Süßungsmittel gesund ist. Es ist meistens nur das geringere Übel zu Zucker.

Wichtiger ist dann doch die Frage, warum wir alles überhaupt süßen wollen. Ob es nicht eben klüger ist, seine Zunge wieder auf Reset zu stellen und an die natürliche Süße von Früchten zu gewöhnen. So, dass man diese extreme Süße also gar nicht mehr braucht und auf all diese Süßungsmittel verzichten kann. Die einzig unbedenkliche Art zu Süßen, die ich bei meinen Recherchen gefunden habe, ist übrigens die durch Datteln. Deshalb werde ich dieser Süßen diese Woche noch einen ganzen Artikel widmen.

Grundsätzlich gilt: Wer vom Zucker wegkommen will, der muss auch sein Gehirn darauf trimmen. Wenn wir immer wieder stark gesüßte Speisen zu uns nehmen, bleibt der süße Zahn. Und noch wichtiger, wir tun unserem Körper keinen Gefallen damit, den Zucker durch andere schädliche Stoffe auszutauschen.

 

 

14 Kommentare

  1. Hi!

    Schöne Zusammenfassung!

    Ich hab drei kleine Anmerkungen oder eher Ergänzungen:

    – Die Süßstoffstudien sind oft von der Zuckerindustrie in Auftrag gegeben worden, da große Konkurenz befürchtet wurde. Die Ergebnisse kann man sich daher eigentlich schon vor dem Lesen vorstellen. Ich würde gerne in Zukunft ein paar unabhängige und objektive Studien lesen. – Das soll jetzt aber nicht heißen, dass ich Süßstoffe für gesund halte 😉

    – Der Stevia/Unfruchtbarkeit-Zusammenhang wurde meines Wissens bisher nur bei Ratten beobachtet, die mit unfassbar großen Mengen Stevia gefüttert wurden. Meine Beobachtung lässt mich vermuten, dass der Zusammenhang zwischen Haushaltszucker und Unfruchtbartkeit sehr viel deutlicher ist. – Es gibt viele Frauen, die erst nach dem Zuckerverzicht endlich schwanger wurden.

    – Datteln sind leider nicht nicht komplett unbedenklich. Es sind Trockenfrüchte mit viel Fructose, die ebenfalls die Leber belasten können. Für „trockene“ Zuckersüchtige geht von ihnen eine erheblich Gefahr aus, wieder einen „Rückfall“ zu erleben. Für mich ist die einzige, unbedenkliche Art zu Süßen die Blätter der Stevia-Pflanze zu nutzen und vielleicht noch Stevia Instant (sprühgetrockneter Stevia-Extrakt) – und ich gebe zu: geschmacklich nicht perfekt! (irgendwas ist ja immer 😉 )

    Deine Schlussfolgerung find ich total richtig. Es geht gar nicht darum, ein alternatives Süßungsmittel zu finden, sondern eher darum, den Süßgeschmack zu verändern, so dass man im Alltag keine Süßungsmittel benötigt. Wenn man dann nur selten nascht, spielt die Wahl des Süßungsmittels gar nicht mehr so eine große Rolle.

    • Liebe Ilga, vielen lieben Dank für deine Anmerkungen. Dass die Studien oft von der Zuckerindustrie stammen, kann ich mir sehr gut vorstellen. Aber wie du schon sagst, ungefährlich sind Süßstoffe wohl dennoch nicht. Das mit den Datteln war mir bisher so noch nicht bekannt. Ich werde diese Woche einen eigenen Text über Datteln schreiben und sie nochmal unter die Lupe nehmen. Ich stelle hier ja lediglich zusammen, was ich recherchiere – ob man Süßungsmittel trotzdem benutzen will, muss natürlich jeder selber wissen. Für mich ist mir wichtig, dass ich mich so natürlich wie möglich ernähre.

  2. achso, und das mit dem Insulin/Blutzuckerspiegelanstieg nach Süßstoff-Konsum ist wohl ein Märchen. Das steht zwar überall, ist trotzdem wohl so nicht richtig.

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