Tag 19 – Weißmehl

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Fast drei Wochen verzichten wir jetzt schon auf Zucker. In diesen drei Wochen habe ich sehr viel über Zucker, unseren Körper und die verrückten Hormone gelernt. Ich bin in mehreren Facebookgruppen und Foren unterwegs. Und dabei ist mir eine Sache aufgefallen. Immer öfter wird nicht nur der Zucker verteufelt, sondern noch ein anderes weißes vermeintliches Gift: Weißmehl. Ehrlich gesagt habe ich mich darüber gewundert. Klar, ich habe schon von Glutenunverträglichkeit gehört. Aber wieso wollen Menschen, die auf Zucker verzichten, gleichzeitig auf Weißmehl verzichten? Wo ist da der Zusammenhang? Wieso sagt man Weißmehl auch so viele schlechte Eigenschaften nach? Ist doch einfach gemahlener Weizen oder nicht? Wieso soll Vollkorn gesünder sein? Um all diese Fragen zu beantworten, machen wir heute eine kleine Exkursion aufs Getreidefeld.

Und alles beginnt mal wieder bei den alten Ägyptern. Denn die waren tatsächlich die ersten, die Weißmehl zum Brotbacken genutzt haben. Es war noch nicht so fancy weiß wie heute, aber es kam dem schon ziemlich nahe. Allerdings war dieses feine Mehl ein Luxusartikel. Nur für die Reichen. Alle anderen mussten Brot aus Vollkornmehl essen, das in der Herstellung einfacher war. Glück im Unglück. Denn als Forscher einige Weißmehl-Mumien untersucht haben, haben sie herausgefunden, dass diese Ägypter alle verengte Blutgefäße und Hinweise auf Arteriosklerose haben, eine Krankheit, die eigentlich als neuzeiliche Wohlstandskrankheit angesehen wird. Bei Arteriosklerose kommt es zu Ablagerungen in den Blutgefäßen und das kann zu Schlaganfällen oder Herzinfarkten führen.

carry-out-a-random-act-of-kindness-with-no-expectation-of-reward-safe-in-the-knowledge-that-one-day-someone-might-do-the-same-for-youAber was ist Weißmehl und was ist Vollkornmehl? Ein Getreidekorn besteht aus drei Dingen: Ein fetthaltiger Keim, eine ballastoffreiche Randschicht – auch als Kleie bekannt und der Hauptteil des Korns – das Endosperm. Wenn dieses Korn im Ganzen gemahlen wird – egal ob Dinkel, Roggen, Weizen oder Gerste – dann nennt man das Vollkornmehl. Wird aus diesem Mehl Brot gebacken, dann ist das Vollkornbrot. In Deutschland muss ein Vollkornmehl allerdings nur 90% Vollkornmehl enthalten, dann darf man es so nennen. Der Nachteil an Vollkornmehl ist, dass es sich nicht lange lagern lässt, sonst wird es ranzig. Also hat man irgendwann angefangen, die fettige Randschicht auszusieben, um das Mehl haltbarer zu machen. Der gesunde Rest wird übrigens als Viehfutter verwendet – seinem Tier würde man nie einfach Weißmehl geben, da sind schließlich keine Mineralien mehr drin. Das sollte uns doch schon zu Bedenken geben. Das Weißmehl, das am Ende rauskommt nennen wir Typ 405. Je niedriger die Typzahl, desto weniger Mineralstoffe sind enthalten. Vollkornmehl trägt meistens eine Typzahl zwischen 1700-1800. Achtung, es gibt auch dunkles Brot, das einfach nur gefärbt wurde, um gesünder auszusehen: das nennt man dann Schwarzbrot.

Also was passiert nun, wenn wir das weiße Mehl essen? Wir haben ja schon neulich gelernt, dass Industriezucker so gefährlich für den Körper ist, weil er isoliert ist. So sieht es auch bei dem Weißmehl aus. Die Ballaststoffe, Mineralien und Vitamine sind nach dem Sieben weg. Deshalb wird Weißmehl auch immer als leere Kalorien bezeichnet. Es sind einfach nur noch Kohlenhydrate und die werden im Dünndarm dann einfach nur noch in Zucker umgewandelt. Tja, da ist er wieder, der Übeltäter. Und was mit dem Zucker dann passiert, das hatten wir ja schon.

Auch Weißmehl werden, so wie Zucker, eine ganze Reihe Krankheiten zugerechnet. Ich will kein Panikmacher sein, aber das bekräftigt vielleicht noch einmal die Relevanz sich mit Lebensmitteln auseinanderzusetzen. Folgende Krankheiten sollen mit Weißmehl in Verbindung stehen: Rheuma, Makuladegeneration – eine Augenkrankheit, bei der die Netzhaut zerstört wird, Gallensteine, Stoffwechselkrankheiten, Knochenkrankheiten, Nieren- und Leberbeschwerden und Tumore. Weißmehl wird außerdem nachgesagt, dass es ebenso wie Zucker, süchtig machen soll.

Ab jetzt also nur noch Vollkorn? Vollkorn hat, durch das ganze Korn, einige Vorteile. Es hält länger satt und kann so gut verdaut werden. Vollkorn liefert Vitalstoffe. Ihm wird nachgesagt, im Gegenteil zum Weißmehl, den Blutzucker und die Blutcholesterinwerte zu senken. Vielen ist aber auch bei Vollkornprodukten das Gluten noch ein Dorn im Auge. Ob Gluten wirklich schlimm ist oder nicht – da scheiden sich die Geister.

Für alle, die auf Gluten verzichten wollen, gibt es viele leckere Alternativen: Reis, Hirse, Buchweizen, Quinoa, Amarant und Teff.

Ich wusste schon lange, dass Weißmehl nicht wirklich gesund sein soll. Dass es aber, ähnlich wie bei Zucker, mit so vielen Krankheiten in Verbindung steht und sofort in Zucker umgewandelt wird, war mir so nicht klar. Ich bevorzuge meistens Vollkorn, weil ich gemerkt habe, dass ich nach dem Verzehr von Weißmehlprodukten oft sofort wieder Hunger habe. Und ich achte darauf, dass ich nicht jeden Tag glutenhaltige Produkte esse. Das ist für mich momentan die klügste Mischung.

 

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