Tag 18 – Sporty Spice

Processed with VSCO with f2 presetNein. Sporty Spice war nie mein Lieblings-Spice-Girl. Ja, das könnte etwas damit zu tun haben, dass ich schon lange ein echter Sportmuffel bin. Ich sage schon lange, weil das nicht immer so war. Als Kind und Jugendliche habe ich immer getanzt – in den verschiedensten Vereinen. Warum war ich damals kein Sportmuffel? Weil ich gar nicht bewusst Sport gemacht habe. Ich habe getanzt – das war meine Leidenschaft. Ich habe nie darüber nachgedacht, dass ich gerade Sport mache. Ich habe mich immer auf das Training gefreut. Ganz ohne Zwang.

Und genau das ist das Problem. Irgendwann kam die Zeit, in der ich mit dem Tanzen aufgehört habe. Keine Zeit mehr, keine Lust, zu uncool – irgendwelche Ausreden findet man ja immer. Dann habe ich lange keinen Sport gemacht. Bis eine Freundin mir sagte, dass sie sich im Fitnessstudio anmelden will. Ich wusste, dass ich keine Lust darauf habe, aber ich kam mit. Mittlerweile war ich drei Mal in einer Muckibude angemeldet und es lief immer gleich ab: Ein paar Wochen ging ich regelmäßig hin und den Rest des Jahres habe ich mich geärgert, dass ich den Monatsbeitrag zahlen muss, bis ich kündigen kann. Und dann saßen ich und der Schweinhund wieder auf der Couch. Drei Mal den gleichen Fehler – und ich weiß, dass ich damit nicht alleine bin. Wieso glaube ich also immer wieder, dass ich regelmäßig zum Sport gehen werde, wenn es vorher auch nicht geklappt hat? Bzw. wieso melde ich mich an, wenn ich insgeheim gar keine Lust habe?

Wenn ich auf meine Goal Card gucke, dann steht da straffe Haut. Und, dass die nicht von selbst kommt, das weiß ich. Ja, in meinem Kopf ist das alles ganz klar, ich brauche Bewegung, um gesund zu sein. Ich brauche Sport, um meine Haut zu straffen. Sport soll ja sogar glücklich machen – warum macht er mich dann nicht glücklich?

Ich muss mir eine Sportart suchen, die mir Spaß macht. Ich muss mich dran gewöhnen. Ich muss mir jemanden suchen, der mitmacht. All diese Tipps habe ich bekommen. Aber für mich ist erstmal wichtig, dass es eben kein Muss ist. Kein Zwang. Keine Pflicht.february 05 • nfl stadium.png

In meinem Kopf muss Sport etwas Positives werden. So wie der Zuckerverzicht es derzeit ist. Ich muss nicht nur verstehen, dass ich mich besser fühle – ich muss es spüren. Und das klappt natürlich nur, wenn ich endlich anfange. Mal wieder!

Und genau das habe ich vor einer Woche getan. Aber nur für mich. Ohne mich im Fitnessstudio beobachtet zu fühlen. Denn auch das war ein Problem für mich. Nicht nur, der Weg dorthin. Sondern auch die anderen Menschen, die ja sehen könnten, dass ich so unsportlich bin – auch, wenn das wahrscheinlich niemanden interessiert. Trotzdem fühle ich mich zuhause wohler. Und ich kann jederzeit beginnen. Ich trainiere jetzt mit einer App, die mir einen ganzen Plan aufgestellt hat. Das ist schon mal gut, denn um solche Details will ich mich mit meiner sportlichen Unwissenheit nicht kümmern.

Und dann bin ich dabei einen wichtigen Gedanken zu verinnerlichen, der nicht nur etwas mit Sport zu tun hat, sondern mit dem ganzen Leben (Nach der Challenge gibt es einem ausführlichen Artikel dazu). Alles, was man tut, passiert nur jetzt in diesem einen Moment. Es ist absolut überflüssig und hinderlich, sich den ganzen Tag zu sagen, dass man keine Lust hat, später Sport zu machen – denn später ist nicht jetzt. Jetzt ist nur jetzt – und schon ist es wieder vorbei. Und so ist der Sport nur in dem Moment anstrengend, in dem ich ihn ausführe. Nicht davor und nicht danach. Nur die 30 Minuten. Genau mit diesen Gedanken versuche ich momentan all die Dinge zu erledigen, die vielleicht nicht so spaßig sind. Aber sie versauen mir mittlerweile nicht mehr den ganzen Tag – und schon gar nicht den Tag davor. Der Gegenwartsgedanke klingt banal, ist aber gar nicht so leicht umzusetzen. Ich übe!

Und weil mich die #30TageohneZucker Challenge immer mehr motiviert, bin ich optimistisch, dass ich irgendwann auch echte Lust auf Sport habe. Und vielleicht werde ich dann doch noch Mel C. Fan.

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