Tag 15 – Bergfest!

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Heute ist es soweit. Die Hälfte der #30TageohneZucker Challenge ist rum. Seit mehr als zwei Wochen verzichten wir jetzt schon auf Zucker – Zeit für ein persönliches Zwischenfazit.

zuckerkrankheitenVor der Challenge waren meine größte Angst die Heißhungerattacken. Zu oft saß ich abends zuhause und brauchte unbedingt noch etwas Süßes. Das einfach abstellen zu können schien für mich wirklich unmöglich. Und doch hat es geklappt – und das von einem auf den anderen Tag. Wie konnte das sein?
Vor allem in der letzten Woche habe ich mir bewusst gemacht, was Zucker wirklich mit uns macht. Es war nicht mehr dieses ja, ich weiß, dass Zucker ungesund ist, sondern die ganzen Artikel, Dokus, Forenbeiträge und der Austausch mit anderen Challengern und Zuckerexperten haben mir regelrecht den Zuckerschleier von den Augen genommen. Ich habe euch erzählt, welche Krankheiten alle mit Zucker in Verbindung stehen, von denen man es nicht unbedingt vermutet hätte. Und Mitte letzter Woche hatte ich plötzlich das Gefühl, dass ich nicht nur weiß, was Zucker mit uns macht, sondern, dass ich es verstehe.

Ganz nach dem Drei-Stufen-Prinzip von Arthur Schopenhauer. Ich habe die Wahrheit nicht mehr verzerrt oder bekämpft. Sondern ich nehme sie jetzt als das, was sie eben ist – die Wahrheit. Auch wenn sie unangenehm ist. Und wenn wir gerne vor ihr weglaufen würden. Ich habe letzte Woche verstanden, dass ich mich ihr stellen muss, damit ich vollends vom Zucker loskomme.

Dass es eben nicht einfach ist, diese Wahrheit anzuerkennen, merke ich vor allem an den Reaktionen in meinem Umfeld. Viele fühlen sich angegriffen und betiteln mich als extrem oder verrückt, andere ignorieren das Thema und eine dritte Gruppe belächelt die ganze Zuckersache. Mit solchen Reaktionen habe ich gerechnet und bin trotzdem immer wieder überrascht. Aber ich habe sie zum Anlass genommen, einen Text über genau dieses Verhaltensmuster zu schreiben, das nicht nur etwas mit meiner Challenge zu tun hat, sondern auch immer wieder im regulären Leben auftritt – die kognitive Dissonanz.alle-wahrheit-durchla%cc%88uft-drei-stufen-zuerst-wird-sie-la%cc%88cherlich-gemacht-oder-verzerrt-dann-wird-sie-beka%cc%88mpft-und-schlieslich-wird-sie-als-selbstversta%cc%88ndlich-angenommen

Vielleicht klingt die Challenge bisher so, als wäre sie ein Zuckerschlecken – das ist sie definitiv nicht. Ich muss mich jeden Tag daran erinnern, warum ich das tue, warum Zucker schlecht für mich ist und warum ich durchhalten muss und will. Aber die Motivation wird tatsächlich mit jedem Tag größer. Und gesteigert hat sie dann noch Frau Z., mein neues Vorbild. 10 Jahre zuckerfrei und top in Form.

Und apropos Topform. Ich kratze mittlerweile an den -4kg und habe tatsächlich letzte Woche mit Sport angefangen – ich gestehe, manchmal erkenne ich mich selber nicht wieder (Mehr zum Sport gibt es demnächst). Obst und Gemüse stehen täglich auf meinem Speiseplan – vor allem seitdem ich diese Sache mit der Fructose gecheckt habe. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, jeden Tag frisch zu kochen und finde es absolut nicht mehr schlimm, dass ich mir nichts in der Kantine, am Kiosk oder beim Bäcker holen kann – im Gegenteil, ich freue mich sogar darüber. Denn das Kochen und Planen zwingt mich dazu mein Zeitmanagement endlich mal zu optimieren – ein super Nebeneffekt!

Für diese Woche nehme ich mir vor noch mehr zu trinken, denn da hapert es noch bei mir leider noch – trotz leckerem Infused Water.

 

Und dann muss ich mir langsam darüber Gedanken machen, wie es nach der Challenge weitergehen soll. Denn eins steht fest – so wie vorher kann ich nicht weitermachen. Nach 15 Tagen bin ich noch lange nicht clean und ob ich es nach 30 Tagen bin, weiß ich noch nicht. Für mich ist mittlerweile aber klar: Zuckerfrei beginnt im Kopf – jeden Tag aufs Neue. Und mein Kopf und mein Körper sind in Sachen Zucker einfach noch nicht so ganz kongruent. Aber wenn es nach Aristoteles geht, dann bin ich wohl auf einem guten Weg.

Wer recht erkennen will, muss zuvor in richtiger Weise gezweifelt haben. – Aristoteles

 

 

3 Kommentare

  1. Toll! Herzlichen Glückwunsch zum Bergfest! Lass dir ruhig noch etwas Zeit mit den Gedanken an die Zeit nach der Challenge. In den nächsten 15 Tagen wird sich noch einiges ändern. 😉
    Viele meiner Zuckerentzugs-Kursteilnehmer machen danach einfach noch weiter, und versuchen später ein gesundes Verhältnis zum Zucker zu finden. Es ist ein Weg, und es gibt dann oft noch kleine Umwege und Einbahnstraßen, aber irgendwann wird’s ruhiger. Zucker spielt dann einfach keine große Rolle mehr.

    Bleib‘ dran, es wird sich sehr lohnen!

    • Danke! Das beruhigt mich sehr. Ich frage mich echt, was dann kommt. Und bin auch gespannt welche Veränderungen noch kommen 🙂

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