Tag 3 – Falsche Freunde 

Es ist Tag 3. Es geht mir ganz gut. Keine Müdigkeit. Laune ist okay. Noch keine ernste Heißhungerattacke – höchstens ein bisschen Lust auf Schokolade. Kopfschmerzen habe ich keine. Obwohl. Doch, da ist etwas, das mir Kopfschmerzen bereitet. Die falschen Freunde. Wenn Zucker doch einfach Zucker wär und wir auf Lebensmittelverpackungen gucken könnten und ganz easy sehen könnten: Aha, da ist Zucker drin, dann wäre die #30TageohneZucker Challenge schon um einiges einfacher. Oder zumindest das ganze Einkaufen und Planen.

Aber so ist es nicht. Zucker hat viele Namen. Viele falsche Freunde. Oft sind das Namen, die man einfach ignoriert bzw. hinnimmt, weil man eben nicht weiß was das genau ist. Aber wir kommen nicht darum herum uns damit zu beschäftigen, sonst hat der ganze Verzicht auf Zucker keinen Sinn – weil wir eben oft nicht wissen, dass wir überhaupt Zucker zu uns nehmen.

Die erste Regel, die wir uns merken können ist, dass alles was auf -ose oder -sirup endet, Zucker ist. Saccharose, Dextrose, Glukose, Fruktose, Raffinose, Laktose, Maltose oder eben Fruktosesirup, Glukosesirup, Karamelsirup oder Stärkesirup. Es gibt aber auch Zuckerarten, die wieder andere Namen haben wie etwa Farin, Gerstenmalz, Maltodextrin oder Sorbit. Und das sind immer noch nicht alle.

falsche-freundeNur weil also nicht explizit Zucker auf einer Verpackung steht, heißt das noch lange nicht, dass keiner drin ist. Aber warum? Warum steht nicht einfach Zucker drauf? Und noch wichtiger, warum ist in so vielen Produkten überhaupt Zucker drin, in denen man ihn nicht erwartet?

Nun. Zucker ist ein hervorragender Geschmacksträger – er verleiht Struktur. Wer gerne backt, der weiß, dass das ohne Zucker gar nicht so leicht ist die perfekte Konsistenz hinzukriegen. Zucker kann Wasser binden und Lebensmittel gut konservieren – denken wir mal an Marmelade. Durch die Zufuhr von Zucker können manche Produkte ewig halten, was wiederum praktisch für die Industrie. Aber die wichtigste Eigenschaft ist der Preis. Zucker ist viel günstiger als gesündere Alternativen. Und genau da ist der Haken. Genau deshalb werden Produkte vollgepumpt mit Billigzucker – in allen Formen und Farben. Und das Schlimmste an der Sache: Es funktioniert. Denn kaum einer liest sich alles Inhaltsstoffe durch. Und wenn doch, dann versteht er nur die Hälfte. Klar, spätestens zu diesem Zeitpunkt müssten die Alarmglocken losgehen. Wie kann man etwas essen, was man nicht mal definieren kann?

Aber das ist den meisten wohl egal, so wie es mir in der Vergangenheit auch egal war – das kann ich nicht leugnen. Alternativen zu suchen oder zu verzichten ist vielen zu kompliziert. Und dann ist außerdem das Vertrauen zur Lebensmittelindustrie offensichtlich ziemlich zu hoch. Sonst würde sich Convenience Food kaum so gut verkaufen.

Wenn man allerdings einmal anfängt drauf zu achten, wo sich die falschen Zuckerfreunde überall verstecken, dann kann man sie beim nächsten Mal nur schlecht ignorieren. Die falschen Freunde können und dürfen uns nicht mehr egal sein. Es ist Zeit für neue Freunde. Freunde die uns gut tun.

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