Tag 1 -Der kalte Entzug

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn man morgens aufwacht und voller Tatendrang ist? Kommt nicht oft vor, aber heute ging es mir tatsächlich so. Begonnen habe ich den Tag mit einem Detox-Tee. Gestern Abend habe ich nämlich noch gelesen, dass Kaffee bei so einer Umstellung den Blutzuckerspiegel zu sehr destabilisiert. Also habe ich ihn erstmal weggelassen. Und dann ging es an die Vorbereitung für Frühstück und Snacks to go. Denn eins ist mir klar: Die Kantine auf der Arbeit kann ich die nächsten Wochen vergessen.

Ich frühstücke ohnehin schon gerne Oatmeals. Die sind bei mir auch grundsätzlich zuckerfrei. Aber gerne mit Banane und Datteln. Banane gab’s auch heute – die war noch im Kühlschrank – aber Datteln werde ich in den nächsten 4 Wochen wohl erstmal nicht kaufen. Mein heutiges Frühstück bestand außerdem aus Haferflocken, Chiasamen, Zimt, Himbeeren, Mandeln und ungesüßter Mandelmilch. Dieses Gemisch hält lange satt und schmeckt mir ziemlich gut. Für Zwischendurch habe ich mir Möhren und Paprika geschnibbelt.

 

So weit, so gut. Angekommen auf der Arbeit ereilte mich aber schon wieder die böse Zuckerrealität. Ein Kollege hat Einstand gefeiert. Überall Gebäck und Weingummi. Und das an meinem ersten Tag – wie fies! Nicht hingucken hat ganz gut geholfen. Aber das könnte natürlich auch die anfängliche Euphorie sein. Egal. Ich konnte der Versuchung widerstehen. Das ist alles was heute zählt.

Und am Nachmittag war es dann soweit. Kopfschmerzen mit Ankündigung. Ob die nun aufgrund von Kaffeeverzicht, Zuckerentzug oder Einbildung kamen, lässt sich nur schwer erörtern. Für mich sind Kopfschmerzen das erste Anzeichen von Entgiftung. Und das gibt mir wiederum ein gutes Gefühl. Das ist der kalte Entzug!

Den ganzen Tag lang habe ich darauf geachtet genug zu trinken. Stilles Wasser und Tee. Das betone ich erstens, weil ich sehr trinkfaul bin und zweitens, weil so viele Getränke Zucker enthalten. Während der Challenge wird es noch einen Bericht über Getränkalternativen geben. Während der Challenge ist viel Wasser wichtiger denn je. Schließlich wollen wir ja die ganzen Altlasten aus dem Körper bekommen.

Und nach der Arbeit geht es in den Supermarkt. Der Einkauf wird heute mit Sicherheit länger dauern. Erschreckend in welchen Lebensmitteln man Zucker findet. Auch ihr habt mich heute auf Zuckerfallen aufmerksam gemacht. Tomatenmark, gehackte Tomaten, Nudeln, Dips und Brot. Das sind nur einige Produkte, in denen die weißen Kristalle nichts zu suchen haben und in denen wir sie nicht erwarten.

Und doch bleibt die eine Frage: Wie viel Zucker darf ich denn nun zu mir nehmen? Ich habe euch gestern schon verraten, dass ich auf alles außer Obst verzichten möchte. Und damit meine ich nicht einfach Fruktose. Denn Fruktose befindet sich auch in Limonaden. Es gilt nur frisches und gefrorenes Obst. Und auch da muss man Abstriche machen. Daran hat mich heute Leserin Valentina erinnert: Ich glaube ja grad Banane macht den no Sugar Plan ziemlich zunichte/ hilft nicht so bei der Abgewöhnung, weil sie je nach Reifegrad sehr viel Zucker enthält. 

Also habe ich noch einmal recherchiert, wie andere Sugarbabes den Verzicht so handhaben. Die WHO empfiehlt nicht mehr als 25g Zucker am Tag zu essen. Richtig, das ist nicht viel – das wäre z.B. ein Glas Apfelsaft. In verschiedenen Facebookgruppen wird über wirklich zuckerfrei diskutiert. Es gibt viele Grauzonen. Manche verzichten auch auf Obst. Manche brauchen Ersatzstoffe. Aber ich denke wir können uns darauf einigen, dass es auf jeden Fall unter 25g täglich sein sollte. Je weniger desto besser.

Kritisch wird es bei mir erst abends. Wenn ich den ganzen Tag geschafft habe, kann ich mich oft nicht mehr beherrschen – dann kommt abends der Heißhunger. Da hilft ab heute nur: Das Ziel vor Augen haben und weiter Möhrchen knabbern.

Und wie war dein erster zuckerfreier Tag?

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