Alle Jahre wieder

to-allAlle Jahre wieder kommen Menschen zusammen, die sich das ganze Jahr lang nicht leiden können. Alle Jahre wieder machen Familien auf Heile Welt, weil sich das an Weihnachten nun mal so gehört. Alle Jahre wieder werden Tipps herausgegeben, die Streit unterm Weihnachtsbaum vermeiden sollen. Alle Jahre wieder kaufen Menschen Geschenke für andere Menschen, weil sie sich gezwungen fühlen. Weil man das eben so macht.

So richtig in Weihnachtsstimmung ist kaum einer. Viel mehr ärgern sich die meisten darüber, dass die Feiertage dieses Jahr auf ein Wochenende fallen. Dass man am Freitag noch arbeiten musste. Dass es nicht schneit und dass der Glühwein bei so warmem Wetter nicht schmeckt. Die Vorweihnachtszeit ist Stress pur. Weihnachtsfeiern, Geschenkeshopping, Feiertage planen. Und dann. Besinnlichkeit auf Knopfdruck bitte. Weil man das eben so macht.

Warum das alles so sein muss, weiß keiner so genau. Irgendwie geht es um Tradition – aber am Ende findet man sich zwischen Konsum, Zwang und schlechtem Gewissen wieder. Aber wir haben aufgegeben Dinge zu hinterfragen. Vor allem, wenn es um Tradition geht. Warum wir uns glitzernde Bäume ins Haus stellen, warum man Gans mit Rotkohl isst, warum die ganzen Kekse, Lichterketten und Unmengen an Geschenke dazu gehören? Wir verlangen keine Antworten auf solche Fragen, weil uns ein Weil man das eben so macht reicht.

Aber ich frage mich jetzt. Warum reichen uns Liebe und Frieden nicht? Warum müssen wir immer größer auffahren? Noch mehr Gänge. Noch mehr Geschenke. Noch mehr Deko. Noch mehr Weihnachtsmänner. Noch mehr Lametta.

Was ist mit Nächstenliebe und Barmherzigkeit? Sind diese Worte nur noch leere Hüllen oder schaffen wir es doch uns irgendwann wieder anzunähern? Wieder dankbar für das zu sein, was wir haben – ohne es einfach nur daher zu sagen und diese Dankbarkeit gar nicht aufrichtig zu spüren. Man sagt das immer so leicht – dass man froh sei ein Dach überm Kopf zu haben, regelmäßig essen zu können und von einer Familie umgeben zu sein, die einen liebt. Also. Fühlst du das wirklich? Verstehst du wie viel das wert ist? Dass es eben nicht selbstverständlich ist.

Ich möchte niemandem vorwerfen Weihnachten falsch zu feiern oder undankbar zu sein – das wäre mehr als anmaßend. Ich möchte nur daran erinnern zwischendurch mal innezuhalten und in sich hinein zu spüren, wie es einem gerade geht. Ob einen Traditionen wirklich glücklich machen. Und ob dieser Weihnachtsstress das ist, was man gerade braucht. Ob weniger nicht doch manchmal mehr ist.

Ja. Bei uns gibt es auch Weihnachtsbaum, Kekse, viel Essen, Geschenke und Weihnachtsstress. Aber unsere Familie ist sich einig: Vor allem harmonisch soll es sein. Alle Jahre wieder.

Und auch wenn es abgedroschen klingt. Am Ende ist das wichtigste doch Liebe. Liebe ist die einzige Tradition, die ich für immer aufrecht erhalten mag. Liebt euch – weil man das eben zu selten macht!

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