Pille Palle!

Gesund wird nur, wer will(1)Es ist schon einige Jahre her, dass ich bei meinem Hausarzt im Wartezimmer saß. Damals war ich ziemlich erkältet – mit Fieber! Also brauchte ich den berühmten Gelben Schein, um ihn an Versicherung und Arbeit zu schicken. An diesem Tag sollte ich den ersten und bis heute letzten Schein meines Lebens in die Hand gedrückt bekommen.

Als ich nach über einer Stunde endlich das Behandlungszimmer des Arztes betreten hatte, hätte ich mir gewünscht, dass ich doch lieber zur Arbeit gegangen wär. Aber nun saß ich da und es musste die Frage kommen, mit der ich schon gerechnet hatte: Was fehlt uns denn? Und nachdem ich meine Symptome beschrieben habe und wir gemeinsam zur Diagnose grippaler Infekt kamen, stellte der Arzt die zweite Frage, mit der ich gerechnet hatte: Wie lange soll ich dich denn krank schreiben?

An diesem Tag habe ich beschlossen, dass krank sein einfach nicht mein Ding ist.

Das Rezept habe ich nie abgeholt. Und mich dann mit Suppe und Tee wieder aufgepäppelt. Frei nach meiner Grundschullehrerin Frau Eicker: Eine Erkältung dauert mit Medikamenten eine Woche und ohne 7 Tage.

Immer häufiger merke ich, dass Krankheiten zu Smalltalkthemen mutieren. Als ich neulich mit zwei Bekannten zusammen saß, ging es irgendwann nur noch um Schilddrüsenunter- und Überfunktion, um Medikationen und Diagnosen. Ich wurde in meinem Stuhl immer kleiner, weil ich genau wusste was gleich passieren würde. Irgendwann guckten mich beide an- und was ist mit dir? Aber eine der beiden wusste schon Bescheid: Jaja, du heilst dich ja immer selbst. Du hast es gut, weil du nie zum Arzt musst und immer gesund bist.

Es ist nicht das erste Mal, dass mir vorgeworfen wird, dass ich immer gesund sei. Dabei muss man sich das mal wie ein Hustenbonbon auf der Zunge zergehen lassen. Ich bin Schuld, dass ich Ärzte nicht mein Leben bestimmen lasse? Es ist eine bewusste Entscheidung von mir gewesen, dass ich mit Krankheiten nichts mehr zu tun haben will und dass ich mich um meine Gesundheit selber kümmere.

Den meisten klingt das zu einfach. Aber, aber, aber, du bist doch kein Arzt. Nein, aber ich kenne meinen Körper am besten. Ich weiß was ihm gut tut und was nicht. Das funktioniert aber nur, wenn man Selbstverantwortung übernimmt und seine Gesundheit nicht einem Arzt, der Versicherung oder der Pharmaindustrie überlässt. Denn die wollen bekanntlich nur eins: dein Geld! Und deshalb bevorzugen sie es, dich nie richtig gesund zu pflegen. Sonst würden sie ja potentielle Kunden verlieren.

„Was bringt den Doktor um sein Brot? a) Die Gesundheit, b) der Tod. Drum hält der Arzt, auf daß er lebe, uns zwischen beiden in der Schwebe.“ –Eugen Roth

Aber, aber, aber, was ist, wenn du doch mal krank wirst, fragen sie, während sie gegenseitig die Beipackzettel studieren. Natürlich bin ich nicht vor allen Krankheiten gewappnet. Nicht alle Krankheiten werde ich mit gesunder Ernährung, natürlichen Heilmitteln und ein bisschen Sport aufhalten können. Aber Krankheiten sind Einstellungssache. Warum sollte eine Krankheit meine komplette Aufmerksamkeit bekommen? Warum sollte sie meine Identität klauen dürfen? Warum sollte sie immer und überall Gesprächsthema Nr. 1 werden dürfen?

Je mehr Freiraum ich einer Krankheit schenke, desto mehr wird sie mich beherrschen. Wenn man nur noch in Wartezimmern sitzt, Tabletten die Hauptmahlzeit sind und im Krankenhaus ein Lieblingszimmer hat, dann ist man bereits in dieser Krankheitsspirale gefangen. Hier noch ein Blutbild und da noch eine kleine Spritze gegen die Verspannung. Irgendwann nimmt man drei Medikamente gegen die Nebenwirkungen des eigentlich Medikaments, das einem ursprünglich helfen sollte. Und das soll dann gesund machen?

„Die ständige Sorge um die Gesundheit ist auch eine Krankheit“ -Plato

Krank sein erzeugt Mitleid. Viele Menschen mögen das. Und brauchen das vielleicht sogar. Mensch, der Arme ist schon wieder krank. Hm, nett, dass sich so viele sorgen. Dann will man doch gar nicht gesund werden. Und je mehr man sich in diesen Zustand reindenkt, desto länger bleiben die Krankheitssymptome erhalten – versprochen!

Du kennst das. Du liegst mit einer Erkältung im Bett, dir läuft die Nase, der Husten lässt dich nicht schlafen und der Kopf brummt. Wenn du Glück hast, dann bringt dir jemand eine Suppe. Bald geht es dir eigentlich besser. Und dann musst du dich entscheiden. Noch ein paar Tage im Bett rumlungern, das letzte Abhusten genießen und dich in der verschwitzten Bettwäsche einmummeln. Oder duschen gehen, einen Spaziergang machen und das Bett neu beziehen. Gesund werden ist Entscheidungssache – Selbstmitleid auch!

„Ärzte geben Medikamente, von denen sie wenig wissen, in Menschenleiber, von denen sie noch weniger wissen, zur Behandlung von Krankheiten, von denen sie überhaupt nichts wissen.“ 

-Voltaire

Ich will nicht sagen, dass wir keine Ärzte brauchen. Aber in der Form, wie sie Menschen momentan behandeln, brauchen wir sie definitiv nicht. Denn solange es dem Arzt nicht um die Gesundheit des Menschen geht, sondern nur um Provision und eine volle Praxis, solange verfehlt er in meinen Augen seinen Job. Der weiße Kittel scheint Menschen zu hypnotisieren. Sofort geben wir unsere Verantwortung ab und überlassen alles dem Arzt. Aber nur weil der einen weißen Kittel trägt bedeutet das noch lange nicht, dass er wirklich weiß was er tut. Aber es funktioniert. Weißer Kittel, Klemmbrett, Headset, teurer Kuli, eine Brille – alles perfekte Mittel, um den ahnungslosen Menschen glauben zu machen, dass hier eine Autorität vor ihm steht.

Und es funktioniert übrigens auch mit Texten. Hätte ich diesen Artikel mit amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden begonnen, hättet ihr ihn ernster genommen, als wenn einfach mein Name drunter steht.

Anstatt zu hinterfragen, ob ein Arzt dich richtig und gut behandelt, glaubst du ihm bedingungslos. Denn das hast du schon als Kind gelernt. Wer krank ist, der muss zum Arzt. Du hast aber nie gelernt, das zu hinterfragen. Zu überlegen, ob diese Person wirklich nur das beste will.

„Gesund wir nur, wer will“-Tucholsky

Ich habe mich dazu entschieden gesund zu sein. Und ich bin wirklich nur sehr selten krank. Und mit krank meine ich wirklich nur Erkältungen oder eine gezerrte Schulter. Keine Krankheiten, die mich wirklich im Leben einschränken. Ich will es nicht mal wirklich krank nennen. Eher kurzzeitig eingeschränkt.

Ich bin mir durchaus bewusst, dass es sehr schlimme Krankheiten gibt. Und die sollen sich selber heilen? Zumindest würde es Menschen mit schlimmen Diagnosen helfen sich nicht von Ärzten und der Pharmaindustrie abhängig zu machen. Zu hinterfragen, was da wirklich mit dem Körper passiert. Zu fühlen, was der eigene Körper jetzt wirklich braucht. Und wenn er offen ist, sich nach Alternativen umschauen.

Ich weiß, ich weiß. Sobald man über Globuli und Schüßler-Salze redet, dann geht das Bashing los. Aber ich nehme das gerne in Kauf, wenn ich weiß, dass es mir hilft. Menschen, die über etwas urteilen oder schimpfen, was sie noch nie ausprobiert haben, die haben ein noch viel größeres Problem, als lange Wartezeiten in der Arztpraxis.

Unseren eigenen Körper kennenzulernen, ist ein Prozess. Für viele sogar Neuland. Viele behandeln ihren Körper, als würde er nicht wirklich zu ihnen gehören, als würde er stören oder als könne man sich einfach einen neuen bei Amazon bestellen. Den Körper bewusst wahrzunehmen und sich dafür zu entscheiden, wirklich gesund werden zu wollen ist eine Lebenseinstellung.

Ein eigenes Körperbewusstsein schaffen. Und wie macht man das? Das ist doch wohl Pille Palle!

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