5 Wege deine Balance nicht zu verlieren

BalanceMit 30 kann ich es endlich offiziell sagen: Ich gehe gerne spazieren. Ja, ich weiß. Das ist nichts verwerfliches. Aber einen leichten Hauch rentnerbeige hat es schon. Mittlerweile habe ich meine perfekte Route gefunden. Und sie führt größtenteils durch den Kölner Grüngürtel. Irgendwann auf diesem Weg passiere ich einen Trimmdichpfad – in cool heißt das Parcours. Und jedes Mal sehe ich da diese Slackline. Und dann wollte ich es probieren. Kann ich die Balance halten? Bin ich ausgeglichen genug?

Immer wieder erwische ich mich dabei, wie ich meine Balance anzweifele. Und dann sitze ich da wie ein Häufchen Elend und fühle mich wie Julia Roberts in Eat, Pray, Love, die ihre Balance verloren hat und nicht daran glaubt, sie jemals wiederzufinden.

Ich habe das Spielchen jetzt ein paar Mal mitgemacht. Und nach langem Grübeln, vielen Tränen und Kopfschmerzen, wurde mir schließlich klar, dass das so nicht funktionieren kann.

Also habe ich mir überlegt, warum meine Balance verschwunden ist, was das innere Gleichgewicht eigentlich genau ist und wie ich es schaffe, jeden Tag aufs Neue meine ausgeglichene Haltung zu bewahren.

Gleichgewicht

  1. Sei achtsam!

    Das ist der allerwichtigste Punkt – die Achtsamkeit. Wenn du nicht auf dich aufpasst, wer dann?

    Wann hast du das letzte Mal ganz bewusst geatmet? Ich weiß, unser toller Körper kann das automatisch, aber bewusst ein- und auszuatmen ist schon der erste Schritt zu mehr innerer Ruhe.

    Wenn ich gestresst bin, aufgeregt, nervös, sauer – immer dann atme ich für mehrere Minuten bewusst ein und aus. Das klingt banal und trotzdem tun es die Wenigsten. Dabei bringt es unfassbar viel.

    Wir setzen uns jeden Tag sehr viel Stress aus. So ist heutzutage eben der Alltag. Arbeit, Einkaufen, volle Straßen und Züge, Lärm, verpestete Luft und nervige Leute.

    Diese Umstände werden wir nicht ändern können. Wir können nur lernen, uns davon nicht verrückt machen zu lassen. Und deshalb können wir uns ändern – unsere Einstellung zu all dem, was uns umgibt.

    Hör auf dich zu hetzen! Gehe ruhig, statt dauernd zu rennen. Hör auf dich schlecht zu machen! Überleg doch mal, was du schon alles in deinem Leben geschafft hast. Hör auf alles auf einmal zu wollen! Multitasking ist eine Illusion – mache alles nacheinander und dafür sorgfältig. Und mache alles, was du tust bewusst – so verschwendest du keine Zeit mehr und verlierst dich nicht in Ablenkung.

  2. Lass los!

    Ich habe euch letztens schon verraten, dass ich ein ziemlicher Chaot bin. Ich habe einfach zu viel Kram und schaffe es oft nicht, Dinge wegzuschmeißen. Ich bin immer noch dabei viel auszusortieren und es befreit mich – ja, es reinigt mich regelrecht.

    Aber oft sind es nicht nur alte Fotokisten, Klamotten, die wir behalten, falls wir mal wieder streichen, unnütze Geschenke und halbleere Parfumpröbchen – die wir aussortieren sollten.

    Wir trennen uns viel zu selten von Menschen, die uns einfach nicht gut tun.

    Das mag jetzt auf den ersten Blick hart klingen. Aber wie oft daten wir Typen, die wir eigentlich total uninteressant, ja manchmal sogar super ätzend finden, nur damit wir überhaupt jemanden daten? Wieso sind wir uns dafür nicht zu schade?

    Dann gibt es noch die alten Freunde. Aber wir kennen uns doch schon so lang. Ja, aber wenn ihr euch trefft habt ihr euch nichts zu erzählen, außer, dass es früher immer so lustig war – ist es aber nicht mehr. Wozu dann deine kostbare Zeit mit Pflichtverabredungen verschwenden?

    Schnapp dir dein Handy, scroll durch dein Telefonbuch und durch deine Facebook Freundesliste und sortier mal kräftig aus. Ja, auch den Typen, den du nur aus Verzweiflung am Pärchensonntag immer anrufst – du sagst doch eh wieder kurzfristig ab!

    Lass endlich alles los, was dir nicht gut tut!

  3. Schlaf dich aus!

    Klingt gut, oder? Warum schlafen wir dann dauernd zu wenig?

    Überstunden, Couch&Netflix, noch kurz im Internet was nachgucken, Feierabendbier und überhaupt, der Wecker klingelt einfach viel zu früh.

    Als Kind habe ich meine Eltern immer dazu überredet, länger wachbleiben zu dürfen – heute wünsche ich mir, dass sie mich anrufen und sagen, dass ich endlich mal schlafen gehen soll.

    Schlaf ist viel zu unterbewertet. Dabei führt zu wenig Schlaf nicht nur zu mehr Krankheiten, sondern macht dick und hässlich. Schlafmangel fördert nämlich das Hungergefühl und begünstigt faltige und schlaffe Haut, weil die Wachstumshormone nicht richtig arbeiten können.

    Versuche mal eine Woche lang so früh ins Bett zu gehen, dass du 7-8 Stunden Schlaf bekommst.

    Du wirst ausgeglichener, glücklicher und viel besser drauf sein – und nicht nur, weil du Komplimente für deine faltenfreien Augen bekommen wirst.

  4. Iss dich glücklich!

    Nein, ich werde dir jetzt nicht sagen, dass du dich Raw-vegan-zucker-und-glutenfrei ernähren musst. Und auch nicht, dass Fastfood ungesund ist – das weißt du schließlich selber!

    Trotzdem sind wir oft unachtsam, was unser Essen angeht. Wir stopfen es in uns hinein, weil es meistens nur Mittel zum Zweck ist. Wir haben Hunger – wir wollen satt sein.

    Meine Kollegen beschweren sich täglich darüber, dass sie vom Kantinenessen schlapp und voll sind. Wäre die logische Schlussfolgerung dann nicht, dass wir uns selbst etwas zubereiten, das uns gut tut und das richtig lecker ist?

    Ob das jetzt Zucchinispaghetti, Geschnetzeltes oder ein Käsebrot ist, ist dabei völlig egal. Wenn du es mit Liebe zubereitet hast, dann wird es dir automatisch besser schmecken, weil du es unbewusst zelebrierst.

    Und damit sind wir wieder bei Punkt 1 – der Achtsamkeit. Sei achtsam zu seinem Körper und iss nur was dich glücklich macht – auch Pizza kann Soulfood sein – aber eben nicht jeden Tag.

  5. Entspann dich!

    Äy, entspann dich doch mal! Ich hasse es, wenn das jemand zu mir sagt. Vor allem, weil ich weiß, dass ich oft unentspannt bin. Ich mache mir Sorgen, über Dinge, die noch gar nicht passiert sind – aber sie könnten ja.

    Ich habe mir vorgenommen, jeden Tag etwas für mich zu tun, das mich entspannt und mir gut tut.

    Was dir gut tut, musst du natürlich selbst entscheiden – aber es muss nicht immer ein ganzer Wellnesstag oder ein zweiwöchiger Strandurlaub sein. Das ist utopisch – dafür haben wir keine Zeit! Wenn wir uns das ganze Jahr nur auf unseren Urlaub freuen, haben wir irgendwann keine Lust mehr die Zeit bis dahin sinnvoll zu nutzen, sondern warten einfach nur.Schaukelschwarz

    Entspannen können auch schon kleine Dinge. Dein Lieblingsbuch weiterlesen, mit der besten Freundin telefonieren, ein kleines Mittagsschläfchen, mit der Lieblingsmusik auf den Ohren eine Runde durch den Park, 10 Minuten meditieren, auf dem Spielplatz nebenan schaukeln, eine Tasse Kaffee in der Sonne trinken oder einfach das klassisches Schaumbad.

    Wichtig ist, dass du es bewusst machst. Dir täglich bewusst diese kleine Auszeit gönnst. Die Auszeit, in der du Gedanken mal Gedanken sein lässt. Das musst du dir selbst versprechen!

 

All diese Punkte klingen fast zu einfach, um die eigene Balance wiederzufinden. Weil Balance immer so ein großes Wort ist. Trotzdem vernachlässigen wir das meiste oder verschieben es auf später. Aber wann soll das sein – dieses später? Nur wer ausgeglichen ist, kann auf Dauer glücklich sein.

Es hat lange gedauert, bis ich das verstanden habe und ich schaffe es auch noch nicht, mich jeden Tag strikt an jeden Punkt zu halten.

Aber auch wenn ich noch nicht locker über die Slackline spazieren kann. Ich übe. Und jeden Fall sehe ich mittlerweile als Chance es beim nächsten Spaziergang noch einmal zu probieren, bis ich es kann. Bis ich mein Gleichgewicht gefunden habe!

Nochmal

 

 

 

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