TAG 20/ Vertuscht!

Tag20Als ich gestern mit meiner Schwester Eis essend durch den Park geschlendert bin, haben wir irgendwann natürlich auch über die Challenge gesprochen. Heute ist Tag 20. Zwei Drittel liegen bereits hinter uns. Aber es gibt immer noch einige Fragen, die offen sind. Die meisten Mädels, mit denen ich spreche, sagen mir, dass sie Make-up sowieso nicht benutzen. Aber auf eine Sache möchte kaum eine die ganzen 30 Tage wirklich verzichten. Auf die Wimperntusche.

So auch meine Schwester nicht. Auch sie ist bei der Challenge dabei, aber wenn es heute Abend auf eine Party geht, dann würde sie sich doch gerne ein bisschen schminken. Zumindest Wimperntusche. Aber wieso machen verlängerte, dunkle Wimpern den Unterschied? Und ja, sie hat auch dunkle Wimpern. Aber Wimpern scheinen für Frauen eine viel größere Rolle zu spielen, als alles andere. Keine hat mir bisher gesagt, dass sie nicht auf Lippenstift verzichten könne. Immer geht es um Wimpern. Um den Augenaufschlag – oder wie es die Kosmetikindustrie ausdrückt: die Wunderwaffe der Frau.

Zurückzuführen ist das Schminken der Augen – natürlich – auf die Ägypter. Denkt man an Pharaonen, so hat man immer schwarz umrandete Augen im Kopf. Nicht nur Wimperntusche, auch Kajal war bei den Ägyptern schon total in. Damals ging es aber nicht darum seine schönen Augen zu unterstreichen. Viel mehr hatte das Schminken der Augen religiöse Gründe – die Anbetung des Sonnegottes Ra – und um sich vor bösen Geistern zu schützen. Und einen praktischen Zweck, den auch die Inder damals für sich entdeckt haben, hatte das Umranden der Augen auch. Es sollte Fliegen und Insekten abschrecken. Heute schaffen es die Mädels ja eher ihre Wimpern wie Fliegenbeine aussehen zu lassen…

Also wann ist aus dem Augen-Make-up ein Schönheitsritual geworden?

In der westlichen Welt war die Umrandung und Betonung der Augen zunächst verpönt – galt sogar als unsittlich. Im Mittelalter haben sich Frauen ihre Wimpern und Augenbrauen sogar ausgezupft, um ihre Stirn zu betonen. Trends und so. Erst vor circa hundert Jahren haben Frauen hier angefangen ihre Wimpern zu tuschen. Mittlerweile tun das 80% der deutschen Frauen regelmäßig. Deshalb ist es für uns wahrscheinlich so normal. Selbst Mädels, die lange dunkle Wimpern haben wollen nicht darauf verzichten.

Unser Augenaufschlag ist uns wichtig. Vielleicht tuschen wir so gerne, weil Ungeschminkten ja immer ein müder Blick nachgeredet wird. Weil Augen mit getuschten Wimpern größer wirken – und große Augen scheinen ja ein Schönheitsideal zu sein. Und dann spielt noch die sexuelle Komponente eine Rolle – der verführerische Blick. Ohne lange Wimpern, kein sexy Augenaufschlag?

All diese Dinge haben dazu geführt, dass uns lange volle Wimpern wichtig sind. Und das wir uns ohne Mascara unfertig fühlen. Wir sind tuschsüchtig!

Und nein, ich will es gar nicht vertuschen. Wimperntusche ist das, was mir am meisten fehlt. Wie schaffe ich das also einen normalen bzw. realen Blick für meine eigenen Wimpern zurück zu bekommen?Reichen mir 30 Tage um vom Tuschwahnsinn loszukommen? Wann hör ich endlich auf zu tuschen? Ich weiß es nicht.

10 Tage hab ich noch – und dann kann ich hoffentlich endlich sagen: Can’t tusch this!

 

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