TAG 14/ Das schöne Ich

Tag14Liebst du dich? Jaja, blöde Frage. Aber sag doch mal. Liebst du dich? Wenn du darauf sofort mit Ja antworten kannst, dann kann ich dich nur beglückwünschen. Ich bin mir aber sicher, dass die meisten auf diese vermeintlich banale Frage nicht sofort eine Antwort haben. Viele finden sich ganz okay. Aber sich lieben? Wenn ich darauf selbstbewusst mit Ja antworten würden, dann klingt das für mich doch sofort eingebildet und arrogant. Uns wird schon so lange eingeredet, dass wir nie perfekt genug sein können, dass wir aufgehört haben überhaupt einen Gedanken daran zu verschwenden, dass wir uns selbst toll finden könnten. Und damit meine ich nicht Selbstverliebtheit, sondern Selbstliebe. Ein gesundes Verhältnis zu unserem Ich.

Herauszufinden, ob und wie sehr wir uns selbst lieben ist doch eigentlich ganz einfach. Für eine Person, die du liebst, würdest du einfach alles tun. Du würdest sie immer gut behandeln. Auf sie aufpassen. Und ihr liebe Dinge sagen. Und? Tust du das? Führst du deinem Körper nur Dinge zu, die gut für ihn sind? Gesundes Essen, reines Wasser, natürliche Kosmetik? Wieviel mutest du dir zu? Wann hast du dich das letzte Mal so richtig erholt? Nur für dich ein bisschen Zeit gehabt. Und dich gefragt, wie es dir eigentlich geht. Wann hast du dir selber mal gesagt, wie toll du bist. Wie zufrieden du mit dir bist. Wie sehr du dich eben liebst.

Ich kann mich nicht daran erinnern. Seit 14 Tagen beschäftige ich mich durch die #30Tageungeschminkt-Challenge das erste Mal seit langer Zeit so richtig mit mir selbst. Und dabei geht es ganz schön turbulent zu. Mal denke ich: Wow ich bin doch echt toll. Im nächsten Augenblick gucke ich mich an und bin zutiefst betrübt. Und ich habe nicht das Gefühl, dass ich mich selbst liebe. Ich habe es in den letzten Tagen das erste Mal geschafft mich im Spiegel endlich wieder selbst zu sehen. Ich habe natürlich auch vorher täglich in den Spiegel geguckt. Aber da habe ich nicht mich gesehen, sondern entweder ein unfertiges ungeschminktes Ich oder eine Maske.

Mich ungeschminkt anzugucken und nicht mehr einfach nur noch Makel zu suchen ist ein befreiendes Gefühl. Und ich ertrage mich nicht einfach nur, sondern ich finde mich mittlerweile ohne Make-up sogar die meiste Zeit schön. Aber bis zur hingebungsvollen Selbstliebe ist es noch ein langer Weg.

Die Gesellschaft und die Industrie geben jeden Tag ihr bestes um uns zu suggerieren, dass wir uns selbst nicht lieben können. Dass wir kleine Produkte brauchen, die uns schöner, schlanker, gesünder, beliebter und perfekter machen.

Und wenn wir das mal hinterfragen, dann kann man doch nur noch den Kopf schütteln. Wir müssen endlich lernen mit uns im Reinen zu sein, uns schön zu finden, stolz auf unser Ich zu sein. Erst wenn wir das verstehen, dann ist es möglich in den Spiegel zu gucken und uns selbst zu sagen:

Hey, ich liebe mich!

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