Gastbeitrag: Waldgeflüster

20160103_160813Wenn ich eins in der letzten Zeit gelernt habe, dann, dass man manchmal einfach raus muss, um einen klaren Kopf zu kriegen. Wenn einem einfach alles zu viel wird, jede Entscheidung eine Qual ist und sich die Gedanken immer wieder im Kreis drehen. Und wo kann man das am Besten? Genau! Im Wald!

Im Wald ist auf einmal alles nur noch halb so schlimm. Hier wird einem auf einmal klar, dass alles von alleine läuft. Dass man auf Vieles gar keinen Einfluss hat. Und dass man das, was man hat, viel mehr schätzen sollte. Da kann einem der kalte Wind noch so stark um die Nase wehen, noch so viel Matsche die Hose vollspritzen und da können einem noch so viele umgestürzte Bäume den Weg versperren – man kommt doch immer wieder zuhause an. Und man ist froh, dass man so ein schönes Zuhause hat. Familie und Freunde hat, die in der Zwischenzeit zehnmal versucht haben, einen anzurufen und sich Sorgen gemacht haben. Das der Kühlschrank voll mit tollen Leckereien ist und wir die Freiheit haben alles in uns reinzufuttern. Oder auch nicht. Man ist froh, dass man gesund ist. Dass man eine tolle Reise vor sich hat und der Kopf voller schöner Erinnerungen ist – aus der Vergangenheit, aus der Gegenwart und das noch viele tolle Erinnerungen aus der Zukunft dazukommen werden. Die Dinge, die einen vorher so gebremst haben, sind auf einmal nur noch halb so schlimm.
Der Wald nimmt einen in den Arm und sagt einem, dass alles gut wird. Und es gibt keinen Grund, ihm nicht zu glauben.
Man ist froh, dass man im Wald war.

 

von Tina

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