Unter Druck.

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Neulich habe ich gelesen, dass Männer mit Frauen um die dreißig nichts zu tun haben wollen. Also zumindest nichts langfristiges. Das soll daran liegen, dass Frauen in diesem Alter den Mann suchen, mit dem sie eine Familie gründen wollen und den Rest ihres Lebens verbringen wollen. Männer fühlen sich davon unter Druck gesetzt. Die Armen. Deshalb präferieren sie Frauen Anfang zwanzig, denen es nichts ausmacht, dass das ganze vielleicht nur ein paar Monate geht. Oder sie suchen sich ältere Frauen, die sich damit abgefunden haben, dass dieser ganze Kinderkram nichts mehr wird.

Aber die Frauen Ende zwanzig sind gefährlich. Sie wollen über Gefühle sprechen, den Beziehungsstatus schnellstmöglich definieren und dann am besten schon mal die nächsten Jahre planen. Schließlich muss jetzt alles ganz schnell gehen. Warum? Weil die Gesellschaft das so vorgibt. Denn wenn es nach denen geht, dann sind wir eigentlich sowieso schon viel zu alt, um eine Familie zu gründen. Aber wenn wir das wirklich noch wollen, dann jetzt zacki. Dann können wir keine Zeit mit Typen verschwenden, die sich nicht sicher sind was sie wollen. Die alles ganz locker angehen lassen wollen und uns nach einem halben Jahr vorwerfen, dass wir sie unter Druck setzen, weil wir wissen wollen, wo das ganze jetzt hingeht. Und nein, es macht die Sache nicht besser, wenn ihr euch ein Jahr später meldet und uns nochmal treffen wollt, weil wir ja soooo tolle Frauen sind. Denn daran glauben wir so langsam nicht mehr!

Und trotzdem verstehen wir nicht, was daran so schlimm sein soll, wenn man sich mal auf das böse B-Wort einlässt. Denn auch, wenn man sich irgendwann trennt, hat man es wenigstens mal probiert und hatte mit etwas Glück sogar eine ganz nette Zeit zusammen. Aber eine Beziehung von vornherein auszuschließen ist einfach nur feige.

Und das wichtigste an der Sache. Frauen in diesem Alter stehen unter einem noch viel größerem Druck, als Männer. Uns wird immer wieder erzählt, dass wir beides schaffen können. Karriere und Familie. Und, dass die Uhr aber schon ziemlich laut tickt. Wir werden von Verwandten gefragt, wie es aussieht mit Kindern und müssen den mitleidigen Blick ertragen, wenn wir sagen, dass es ziemlich schlecht steht. Es macht die Sache auch nicht besser, wenn man uns sagt, dass man gar nicht verstehen könne, warum wir noch Single sind. Ja, Applaus. Wir auch nicht!

Können wir nicht einfach mal wieder mutiger werden? Es einfach mal probieren? Vielleicht lässt der Druck ja auch nach, wenn man erstmal in einer Beziehung ist und merkt, dass auch das ganz chillig sein kann. Und es vielleicht weniger Verpflichtungen gibt, als man denkt.

Nur Mut!

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