Pause.

Manchmal braucht man einfach eine Pause. Eine Auszeit. Abstand. Und ich meine jetzt nicht einfach Strandurlaub auf Mallorca. Klar. Der tut auch gut. Aber ich meine eher eine Auszeit von seinem Leben. Von seinem Umfeld. In der man sich einmal besinnt, wie es gerade eigentlich so läuft. Wo man steht. Wer einen umgibt. Und ob man überhaupt auf dem richtigen Weg ist. Ist das der Weg auf dem ich gehen wollte? Oder bin ich falsch abgebogen? Was hat sich in den letzten Monaten verändert? Waren das alles meine Entscheidungen?

Als ich letzte Woche krank im Bett lag, wurde mir die Entscheidung, mal eine Pause zu machen, von meiner Stimme abgenommen. Die hat sich nämlich erstmal verabschiedet. Also habe ich das Sprechen eingestellt. Und dann ging es in meinem Kopf erst so richtig los mit der Fragerei. Was sind das für Menschen, mit denen ich lebe? Ist das die Arbeit, die ich mein ganzes Leben weitermachen will? Ist es wirklich so schlimm allein zu sein? Denn gerade tut Alleinsein doch ziemlich gut. Aber wie lange noch?

Und je länger ich da so lag und Musik hörte, Filme schaute und Bücher las, desto mehr merkte ich, dass ich wieder eins mit mir wurde. Dass ich alle Gedanken, die mich quälen, geordnet habe. Alle Fragen, die mir täglich durch den Kopf schwirren, jetzt beantwortet sind. Mentale Notizen endlich zu Papier gebracht wurden. Dass ich mich freier fühle und wieder in mein Leben zurückkehren kann. Mit neuer Energie. Wie frisch aufgeladen. Als hätte jemand den roten fetten Reset-Knopf gedrückt. Und dann Neustart!

Als ich Sonntag aufgewacht bin, war alles als wär nie etwas gewesen. Der Schnupfen war weg. Meine Stimme war wieder da. Ich war wieder fit. Mein Körper hatte mir wohl tatsächlich ein Time-out gegeben. Der Kluge!

Spätestens wenn der Körper einen dazu zwingt eine Pause zu machen, dann sollten wir das ernst nehmen. Ich denke immer, dass ich mir das nicht erlauben kann. Dass ich immer Hundert Prozent geben muss. Dass ich nicht einknicken darf. Dass ich mich selbst überlisten kann. Aber dann. Wenn man ausgeknockt ist. Wenn wirklich nichts mehr geht. Dann merkt man, dass jetzt Pause ist. Da kannst du deinen Körper noch so sehr versuchen zu überlisten. Er hat immer die Oberhand. Und wenn du dich darauf einlässt, dann weißt du, dass er recht hat. Und dann merkst du, dass die Pause dir viel mehr bringt, als einfach immer so durchzuleben.

Und in dieses Neustart-Gefühl habe ich mich ein bisschen verliebt.

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