Passt schon!

Ist wirklich alles in Ordnung? Jaja, passt schon. Aber du siehst so unglücklich aus. Nee, nee. Ist wirklich alles gut bei mir. Aber wenn du was hast, dann sagst du es mir, ja? Naja gut. Vielleicht geht es mir doch nicht so gut.

Aaaaha. Wo drückt denn der Schuh?

Wieso können Menschen nicht einfach sagen, wenn ihnen irgendwas fehlt? Wieso muss man immer zehn Mal nachfragen, ob denn auch wirklich alles in Ordnung ist. Ein Mal nachfragen. Okay. Zwei Mal grenzwertig. Wenn ich drei Mal nachfragen muss, dann interessiert mich das Problem schon fast nicht mehr. Ja das klingt gemein. Aber ich verstehe einfach nicht, was das Theater soll. Wenn man nicht drüber sprechen möchte, dann kann man es ja sagen. Aber dann darf man auch nicht den ganzen Tag eine Schnute ziehen und vehement behaupten, dass es einem gut geht. Und wenn man doch drüber reden will, dann kann man es doch von vorne rein sagen und muss nicht eine Millionen Mal darum gebeten werden.

Dann gibt es aber auch Menschen, die sollte man nur nach ihrem Befinden fragen, wenn es wirklich sein muss. Denn ein Wie geht’s ist ja meistens der einfachste Gesprächseinstieg. Dass man sich damit aber einen halbstündigen Vortrag über Krankheiten, das miese Wetter und den allgemeinen Weltschmerz einhandelt, kann man vorher nicht wissen. Aber ich kann nur davor warnen Menschen willkürlich zu fragen, ob alles in Ordnung ist. Denn solchen Miesepetern drückt nicht nur ein Schuh. Sie haben nicht ein Paar im Schrank, das wirklich passt. Irgendwas ist immer.

Dabei ist ein Wie geht’s dir doch eigentlich eine nichtsnutzige Floskel. Einfach so dahergesagt. Ja. Wir wollen meistens gar keine richtige Antwort darauf. Von guten Freunden natürlich schon. Aber von flüchtigen Bekannten? Wenn da jemand antwortet, dass es ihm schlecht geht, dann ist man erst einmal verdutzt. Bääääm! Damit hast du nicht gerechnet. Und dann hast du den Salat. Mist. Warum hast du das bloß gefragt? Du wolltest doch nur nett sein. Ach nett. Noch nicht mal. Du wolltest einfach nur irgendwas sagen. Merke: Das nächste Mal lieber irgendwas zum Wetter sagen. Egal was! Aber jetzt musst du natürlich erstmal nachfragen, was denn nicht stimmt. Und dann kann ein kurzes Hey wie geht’s zu einem langen tiefsinnigen Gespräch an einer Ampel werden. Oder vor dem Supermarkt. Oder in der Teeküche. Oder im Hausflur. Und dann drückt dir irgendwann selber der Schuh vom langen stehen.

Also. Für die Zukunft. Wenn es dir schlecht geht, dann sag es. Oder kauf neue Schuhe!

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