Damenklo

image2Liebe Damen, wir müssen reden!

Wir ekeln uns vor tausend Sachen. Sind meistens super pingelig, wenn es um Dreck geht. Aber es gibt diese eine Sache, die ich nicht verstehe. Wenn wir uns unbeobachtet fühlen, dann ist uns plötzlich alles egal. Aber natürlich nicht zuhause. Nein. Da ist unser Klöchen immer blitzeblank geputzt. Wir stellen Kerzen, Duftstäbchen, Pflanzen, Badekugeln ins Bad. Wir passen den Duschvorhang dem Seifenspender an. Und apropos Seife. Da nehmen wir nicht irgendeine. Nein. Gut soll sie riechen, die Hände nicht austrocknen. Unsere Handtücher passen alle zusammen. Und wenn es geht, dann auch zur Badematte. Manche haben sogar Bilder im Bad. Ja, unser persönliches Badezimmer gleicht einem Luxus-Spa-Tempel.

Doch sobald wir in der Öffentlichkeit aufs Klo müssen, ist scheinbar alles vergessen. Und ich rede nicht von der Bahnhofstoillete. Schon in der Schule hatte ich das Gefühl, dass es keine Reinigungskräfte gibt. Und wenn, dann kommen die wohl nur einmal die Woche. Dann lieber Einhalten bis man Zuhause ist. Was dann in der Schule schon super schwierig war, wurde spätestens in der Uni dann unmöglich. Und das Klo-Problem erheblich schlimmer. Was zur Hölle veranstalten Frauen auf der Toilette? Also mal ganz ehrlich. Wieso beschwert ihr euch, dass Männer beim Im-Stehen-Pinkeln nicht immer treffsicher sind? Hand aufs Höschen. Wir sind da scheinbar irgendwie nicht besser.

Wenn ich an die Toilette im Erdgeschoss meiner Fakultät denke, dann kommt es mir heute noch hoch. Einmal lag sogar ein gebrauchter Schwangerschaftstest neben der Schüssel. Dieses traumatische Erlebnis macht mir immer noch zu schaffen. Blutige Binden und Tampons auf dem Boden. Und das an einer Universität. An der alle so tun, als wären sie super gebildet. Und dann kann man nicht mal die Klospülung richtig bedienen? Alter! Was soll das?

Naja, nach meinem Abschluss habe ich auf Besserung gehofft. Schließlich werden die Hygienestandards in einem großen Medienkonzern doch weitaus höher sein. Dachte ich! Aber, wenn man erwachsenen Menschen Zettel aufhängen muss, um darauf aufmerksam zu machen, dass man das stille Örtchen doch bitte so hinterlässt, wie man es gerne selber vorfinden würde. Und, wenn es dann als Sahnehäubchen noch ein Hände-waschen-nicht-vergessen-Hinweis gibt (Ja, liebe Männer, ihr seid nicht die einzigen, die das ab und zu mal…vergessen!), dann zweifele ich tatsächlich am gesunden Menschenverstand. Wieso ist einem alles so egal, wenn man anonym unterwegs ist? Wieso wollen wir es woanders nicht auch so sauber, wie zuhause? Naja. Wollen schon. Nur Verantwortung ist nicht so unser Ding.

In Malaysia habe ich intensive Begegnungen mit Stehklos gehabt. Am Anfang echt gewöhnungsbedürftig, aber im Endeffekt tatsächlich hygienischer.

Wie wär es also mit ein bisschen weniger Scheißegalhaltung und mehr Treffsicherheit?

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