Daheim.

IMG_3641Zuhause ist es am schönsten. So heißt es immer. Und ja da ist was dran. Auch wenn ich gerne und viel reise, ist es das schönste Gefühl irgendwann wieder nach Hause zu kommen. Die Haustür aufschließen. Hochlaufen. Wohnungstür auf. Und dann. Dann endlich steigt dir dein gewohnter Geruch wieder in die Nase. Du schließt die Tür. Legst den Schlüssel ab. Machst das Licht an. Guckst kurz nach links und rechts. Lächelst. Lässt dich auf die Couch fallen. Zuhause!

Und obwohl das immer ein wunderschöner Moment ist, habe ich dauernd Fernweh. Kann nie lange an einem Ort sein. Bin rastlos. Aber das kann ich nur, weil ich weiß, dass ich immer wieder nach Hause kommen kann. An meinen heiligen Ort. Ein paar Quadratmeter in einer großen Stadt, in einem riesigen Land, auf einem bedeuteten Kontinent, auf einem gigantischen Planeten. Und dieser Raum gehört ganz allein mir. Unfassbar, dass dieser Luxus für uns selbstverständlich ist.

Aber du hast die Schlüssel. Die Schlüssel zu dem Raum, in dem dein ganzes Hab und Gut verstaut ist. Zu dem Raum, den du mit viel Mühe so wundervoll eingerichtet hast. Dein Rückzugsort. Du alleine kannst bestimmen, wer ihn betreten kann und wer ihn niemals zu Gesicht bekommen wird. Einen intimeren Ort als dein Zuhause gibt es nicht.

Letztes Jahr musste ich beruflich zwischen zwei Wohnungen pendeln. Und irgendwann habe ich vergessen wo zuhause ist. Weder der eine Ort, noch der andere, haben sich wie Daheim angefühlt. Verloren. Allein. Einsam. Immer, wenn ich dachte, dass ich angekommen wäre, fühlte es sich am nächsten Tag doch nicht richtig an. Es hatte keinen Sinn. Ich musste mich für einen Ort entscheiden, damit ich wieder ein echtes Zuhause habe. Das sind Luxusgedanken. Erste-Welt-Probleme.

Kannst du dir vorstellen, wie es wäre kein Zuhause zu haben? Sich nirgends daheim zu fühlen? Nicht dieses Gefühl zu kennen, zuhause angekommen zu sein? Den Geruch nicht zu kennen? Wenn du nicht die Tür schließen kannst und alles machen kannst, was du willst? Wenn du alles was du besitzt, immer bei dir tragen musst?

Vielleicht müssen wir lernen unser Zuhause mehr wertzuschätzen. Aufhören uns darüber Gedanken zu machen, dass die Wohnung ein paar Quadratmeter größer sein könnte. Dass wir immer so viele Treppen nach oben laufen müssen. Dass die Miete so übertrieben teuer ist und der Nachbar so oft nervt. Vielleicht müssen wir öfter dankbar sein, dass jeder von uns so viel Platz nur für sich selbst haben darf.

Denn das Zuhausegefühl ist Luxus.

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