Für kein Geld der Welt

IMG_3535Stell dir vor, du gewinnst eine Million im Lotto. Was würdest du damit machen? Es sofort ausgeben? Anlegen? Spenden?

Die 18-jährige Britin Jane Park hat im Lotto eine Million Pfund gewonnen. Die jüngste Lottogewinnerin Großbritanniens. Am Anfang war alles toll. Endlich konnte Jane sich all ihre Wünsche erfüllen. Louis Vuitton Handtaschen, einen kleinen Hund, eine Brustvergrößerung, ein Haus, fette Partys und viele, viele Schuhe. Hört sich zunächst perfekt an, oder? Aber in BBC-Dokumentation Teenage Millionaire: The Year I Won The Lottery erzählt die Lotto-Millionärin, dass es gar nicht mal so spaßig war, wie man sich das vorstellt. Sie hat kaum noch Freunde. Ist ziemlich einsam. Wird im Internet von Neidern gemobbt.

Wär es dir das wert? Welchen Preis würdest du für Reichtum zahlen? Würdest du deine Freunde gegen Handtaschen eintauschen? Oder gegen einen Sportwagen? Würdest du es in Kauf nehmen dir alles leisten zu können, aber niemandem mehr zu trauen?

Es ist eine abgedroschene Floskel, aber sie ist doch so wahr: Geld verdirbt den Charakter. Wenn ich junge Mädchen sehe, die wahllos mit Daddys Kreditkarte shoppen gehen, ohne einmal auf den Preis geschaut zu haben, dann denke ich im ersten Moment: Hach, einmal ein Chanel-Täschchen ausführen, das würde ich auch gerne. Aber auf den zweiten Blick frage ich mich, ob diese Mädchen sich überhaupt noch über Dinge freuen können. Kleinigkeiten wertschätzen können. Ob sie wissen, wie viel man für ein Paar Louboutins arbeiten muss?

Um sich zu besinnen, wie viel man da grad eigentlich ausgibt, muss man wohl bei Null anzufangen. Wenn man einmal nichts hatte und sich hochgearbeitet hat. Es ganz allein geschafft hat so weit zu kommen. Und noch genau weiß, wie es ist, wenn man nichts hat. Wenn man weiß, wie es ist, jeden Cent umdrehen zu müssen. Mit dem was man hat zufrieden zu sein. Und vor allem zu wissen, dass Geld allein dich nicht glücklich macht. Dann kann man sich noch über die Dinge freuen, die man sich gönnt.

Welche Freunde hättest du noch, wenn du plötzlich kein Geld mehr hättest? Wenn du plötzlich wieder ein durchschnittlicher Normalo wärst? Und wie viel Geld brauchst du wirklich? Reicht es nicht gut über die Runden zu kommen? Ist es nicht ein gutes Gefühl auf etwas zu sparen und es sich dann endlich leisten zu können?

Klar, Geld zu haben ist toll. Immer ausrechnen zu müssen, ob man am Ende des Monats noch genug zum Leben auf dem Konto hat, macht auf Dauer wahnsinnig. Aber die Mischung macht’s. Gut über die Runden kommen und ein bisschen was zum ansparen haben. Nicht immer auf jeden Cent achten zu müssen, aber sein Geld auch nicht zum Fenster rausschmeißen.

Klar würde ich eine Million nicht verwehren. Aber für kein Geld der Welt würde ich mein Leben, meine Freunde und meine Familie eintauschen.

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