Nicht so fest!

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Fünftes Date. Netter Abend. Auf dem Nachhauseweg. Ein bisschen in Love. Sag mal. In welche Richtung soll das mit uns eigentlich gehen? Suchst du eher was lockeres oder was festes? Ääääääh was ähm…loooock….feee….also eher was lockeres. Ich bin noch nicht bereit für eine Beziehung. Und wir kennen uns ja auch nicht richtig. Und ich bin erst seit kurzem Single. Und meine Ex. Und überhaupt. Also wir können es ja ruhig angehen lassen und gucken was passiert.

Und dann passiert…Drama. Wann sind locker offene Beziehungen (ach nein, Beziehung darf man das ja nicht nennen!) eigentlich zum Trend geworden? Wann haben wir aufgehört uns für eine ganz bestimmte Person zu entscheiden ohne uns weiter umgucken zu wollen? Uns einfach auf einen einzulassen und uns fallen zu lassen. Eben so richtig verlieben. Mit allem drum und dran. Schmetterlinge. Rosa Brille. Kribbeln. Träumen. Schwärmen. Lächeln.

Wieso ist Exklusivität nicht mehr cool?

Weil wir ja etwas verpassen könnten. Einen besseren. Einen, der noch viel besser zu uns passt. Einen, der noch lustiger ist. Einen, der noch spontaner ist. Einen, der einen noch schöneren Bart hat. Einen, der meine Eltern noch besser beeindrucken könnte. Einen mit einem Doktortitel vielleicht? Aber bitte nicht klüger als ich. Also wenn, dann nur ein bisschen. Ach und dann soll er bitte noch kochen können. Aber nur vegetarisch. Ist ja klar. Und wenn ich es mir so recht überlege soll er bitte schöne Schuhe tragen. Und ein Instrument soll er spielen. Nein, besser zwei. Und während man seine Liste so schreibt, wird einem bewusst, dass man so wohl niemals den Richtigen findet.

Natürlich gibt es immer Typen, von denen wir auf den ersten Blick denken, dass sie besser zu uns passen. Aber würde man sich in den auch so verlieben? Würde man mit dem auch so lustige Insider haben? Diese schöne Momente erleben?

Also warum machen wir es dann nicht fest? Wollen diese lockere Irgendwas nicht definieren? Ihm einen Namen geben? Um das Schlussmachen kommt man auch bei einer Nicht-Beziehung nicht drumrum. Werden undefinierte Verbindungen nicht viel komplizierter als eine normale feste Beziehung? Ist es nicht viel peinlicher immer zu betonen: NEIN, wir sind nicht zusammen. Wir laufen nur so immer händchenhaltend rum und knutschen ab und zu?

Sich nicht festzulegen darf doch nicht die Legitimation dafür sein sich scheiße zu verhalten und nebenbei noch zehn andere Mädels am Start zu haben. Aber wir sind doch nicht zusammen!

Unverbindlichkeit ist feige. Und schmerzhaft. In der Schwebe zu sein tut weh und macht auf Dauer unglücklich. Und darum geht es doch eigentlich. Um das Glücklichsein. Oder?

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